Unter naturräumlichen Aspekten zählt Stormarn hauptsächlich zum Schleswig-Holsteinischen Hügelland. Dort ist die Landschaft geprägt von den letzten Eiszeiten, die z. B. die Illies'sche Rinne, Talsysteme wie das Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal, Drumlins, Wallberge etwa rund um Zarpen und die Moränenlandschaft Hahnheide hinterließen. Hier liegt mit dem Kleinen Hahnheider Berg die höchste Erhebung des Kreises.
Auch der größte natürlich entstandene See, der Großensee in der Stormarner Schweiz, ist auf die Eiszeit zurückzuführen.
Der Waldanteil Stormarns liegt mit knapp 14 % der Kreisfläche leicht über dem Landesdurchschnitt.
Große Waldgebiete sind z. B. die Hahnheide und der Forst Hagen.
Mit dem Nienwohlder Moor, einem der größten Hochmoore Schleswig-Holsteins, und dem Salz-Niedermoor Brennermoor liegen bedeutende Moorflächen im Kreis.
Auf ca. 70 km verläuft die Trave als längster Fluss durch Stormarn. Im Süden markiert die Bille auf 37 km die Grenze zum Kreis Herzogtum Lauenburg. Im äußersten Nordwesten durchfließt die Alster den Kreis.
Die Nordsee-Ostsee-Wasserscheide verläuft bei Nienwohld, Bargteheide und Eichede quer durch Stormarn.
Im Rahmen der Landesentwicklung und Raumordnung ist Bad Oldesloe als Mittelzentrum eingestuft, Ahrensburg als Mittelzentrum im Verdichtungsraum sowie die Region Reinbek, Glinde, Wentorf (Kreis Herzogtum Lauenburg) als gemeinsames Mittelzentrum im Verdichtungsraum. Unterzentren sind Bargteheide, Reinfeld und Trittau.
Nach der Niederlage Österreichs im Deutsch-Deutschen Krieg 1866 wurden die Herzogtümer Schleswig und Holstein zu einer preußischen Provinz. Laut Verordnung vom 22.09.1867 bestand sie aus dem Stadtkreis Altona und 19 Landkreisen, darunter dem Kreis Stormarn. Dieser umfasste auf einer Fläche von 927 km² v. a. die altstormarnschen landesherrlichen Ämter Reinbek, Tremsbüttel und Trittau, die ehemaligen plönschen Ämter Reinfeld und Rethwisch sowie Flächen Adliger, Lübscher und Kanzleigüter. Der Kreis gliederte sich in die Stadt Oldesloe, die Flecken Wandsbek und Reinfeld sowie die vier Kirchspielvogteien Bargteheide, Reinbek, Reinfeld und Trittau mit neu gebildeten untergeordneten Landgemeinden. Aus den Gütern entstanden zunächst 20 Gutsbezirke, aus den landesherrlichen Königlichen Gehegen sechs Forstgutsbezirke.
Erster Landrat des Kreises war ab März 1868 Wilhelm von Levetzau. Der im Juli 1868 unter dem preußischen Dreiklassenwahlrecht gewählte Kreistag mit 24 Abgeordneten trat am 21.12.1868 erstmals im Schloss Reinbek zusammen. 1873 wurde die Kreisverwaltung nach Wandsbek verlegt, wo sie 1912 einen Neubau bezog. 1922 erfolgte die Einweihung des Stormarnhauses am Wandsbeker Markt.
Die Kreisbevölkerung sah sich zahlreichen Neuerungen gegenüber, wie der Einführung des preußischen Steuersystems, neuen Münzordnungen und der staatlichen Gendarmerie. In Ahrensburg, Bargteheide, Oldesloe, Reinbek, Reinfeld, Trittau und Wandsbek wurden Amtsgerichte eingerichtet. Die 1867/69 eingeführte Gewerbefreiheit begünstigte den Strukturwandel vorrangig in Orten an der Grenze zu Hamburg.
Im Zuge des Schulaufsichtsgesetzes von 1872 entstanden in Oldesloe 1876 das Präparandeum sowie 1882 das Realgymnasium, die spätere Theodor-Mommsen-Schule.
Das 1884 unter Trägerschaft der Katholischen Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth eingerichtete Krankenhaus in Reinbek erhielt 1898 einen Neubau als St. Adolf-Stift.
Die Kreisordnung 1888/89 führte den Kreisausschuss als neues Gremium ein. Zudem entstanden statt der Kirchspielvogteien unter Eingliederung der Gutsbezirke 26 Amtsbezirke, deren Anzahl, Zuschnitt und Benennung sich in der Folge mehrfach veränderten.
Anfangs übernahm der Kreis nur wenige staatliche Ordnungsaufgaben wie Steuererhebung, Polizeiverwaltung, Kommunal- und Schulaufsicht, ab 1888 auch die Armenfürsorge und mit zunehmender Industrialisierung sowie steigenden Bevölkerungszahlen umfangreiche infrastrukturelle Aufgaben. Das Wege- und Wiesenausbauamt koordinierte den seit den 1880er-Jahren vorangetriebenen Ausbau des Straßennetzes. Seit 1913 versorgte die Überlandleitung des Kreises Stormarn zahlreiche Orte mit Strom. Im selben Jahr eröffnete die Sparkasse des Kreises Stormarn in Wandsbek.
Ab den 1870er-Jahren entwickelten sich Villengebiete für Hamburger Zuzügler in den Landgemeinden Ahrensburg, Großensee, Lütjensee, Marienthal und Reinbek.
Während der Kreis im eher dünn besiedelten Norden weiterhin ländlich geprägt und die Landwirtschaft erst wenig mechanisiert war, beschleunigte sich die Industrialisierung im Süden an den Grenzen zu Hamburg und Bergedorf. Die bereits früh von Manufakturen geprägten Orte Wandsbek und Hinschenfelde verfügten 1892 über 40 Fabriken, v. a. der Nahrungs- und Genussmittelindustrie und der Textil- und Lederverarbeitung. Sande und Lohbrügge entwickelten sich ab den 1860er-Jahren im Zuge der Ansiedlung von Fabriken zu Arbeiterquartieren, Schiffbeks Einwohnerzahl stieg 1875-1900 um 1.100 %.
Neben einigen Ziegeleien, Brauereien, Mühlen, Kiesgruben und Meiereien wie auf dem Gut Glinde bestanden industrielle Betriebe nur noch in Reinbek und Oldesloe.
Wandsbek wurde durch die Eingemeindungen von Marienthal (1878) und Hinschenfelde (1900) zum 01.04.1901 kreisfreie Stadt. Stormarn verlor mit ca. 28.000 Einwohnern ca. 30 % der Kreisbevölkerung. In der Folge begann ein langanhaltendes Werben v. a. von Bad Oldesloe, den Sitz der Kreisverwaltung zu verlegen.
1907 publizierte Ludwig Frahm mit „Stormarn und Wandsbek. Große Ausgabe der Heimatkunde“ erstmals eine Chronik des Kreises.
Bei Reichstagswahlen bildete Stormarn mit Altona und Wandsbek einen Wahlkreis, den seit 1874 nahezu durchgehend sozialdemokratische Abgeordnete gewannen, darunter 1884-1924 Karl Frohme.
Der Erste Weltkrieg machte sich neben den zum Militärdienst eingezogenen und gefallenen Soldaten in Stormarn v. a. durch Nahrungsmittelknappheit bemerkbar. Der Kreis erweiterte seine Zuständigkeiten auf soziale Fürsorgemaßnahmen. Staatliche Lebensmittelrationierung und Zwangsbewirtschaftung dauerten teilweise bis 1923 an.
Im Zuge der Novemberrevolution übernahmen auch in vielen Stormarner Orten zumindest formell Arbeiter- und Soldatenräte oder Bauern- und Landarbeiterräte die Macht, die nach den ersten demokratischen Wahlen 1919 aufgelöst wurden.
Während der Weimarer Republik unternahm der Kreis organisatorische Anstrengungen, die finanziellen Folgen des Versailler Vertrags zu mindern. Der Kreistag tätigte mehrfach Anleihen zur Lebensmittelbeschaffung und Preissteuerung, initiierte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im Straßen- und Wegebau, gründete das Kreiswohlfahrtsamt, das Kreiswohnungs- und Kreisarbeitsamt sowie das Kreisjugendamt. Von August bis November 1923 wurden in der Phase der Hyperinflation Notgeldscheine bis zu 500 Mrd. Mark herausgegeben.
Angesichts anhaltenden Bevölkerungswachstums in den 1920er-Jahren steuerte das erste in Schleswig-Holstein errichtete Kreisbauamt verstärkten Siedlungsbau v. a. im Hamburger Umland. Der Kreis war Eigentümer mehrerer Kiesgruben sowie seit 1925 eines Steinbruchs bei Kassel, um den Straßenausbau zu verbessern. Er ließ das Kreiskinderheim Sande, das Kinder- und Säuglingsheim Bad Oldesloe sowie Pflege- und Versorgungsheime in Bad Oldesloe, Bergstedt, Reinfeld, Trittau und Zarpen errichten. 1928 eröffnete das Kreiskrankenhaus in Bad Oldesloe.
1921/22 nahm die Walddörferbahn bis Großhansdorf ihren Betrieb auf. Ab 1928 fuhren eigene Autobuslinien als Teil der Verkehrsbetriebe des Kreises Stormarn.
Im März 1920 konnten Auswirkungen des rechtsnationalen Kapp-Lüttwitz-Putsches durch von Louis Biester organisierten Widerstand abgewehrt werden. Der von Kommunisten ausgelöste Hamburger Aufstand im Oktober 1923 griff v. a. auf Bargteheide, Alt-Rahlstedt, Bad Oldesloe, Bramfeld und Schiffbek über.
Während die KPD bei Kreistagswahlen regelmäßig ca. 8-10 % erzielte, erhielten ab Mitte der 1920er-Jahre antidemokratische Gruppierungen wie der Stahlhelm und der Völkisch-Soziale Block wachsenden Zulauf, die völkische Ideen, Antisemitismus, Nationalismus und Militarismus verbanden. Erste Ortsgruppen der NSDAP gründeten sich 1927 in Ahrensburg und Trittau, 1929 errang die Partei mit 8,1 % zwei Kreistagsmandate, erreichte Wahlergebnisse zwischen knapp 2 % in Bramfeld und 70 % in Papendorf.
Im Zuge des Unterelbegesetzes 1927 fand die Zusammenlegung kleiner Gemeinden statt. So entstanden 1927-1929 Rahlstedt, Billstedt und Lohbrügge. Stormarn musste große Teile von Jenfeld und Tonndorf-Lohe mit 2.700 Einwohnern an Wandsbek abtreten. 1928 kam es zur Auflösung der Gutsbezirke. Der im selben Jahr gegründete Hamburg-Preußische Landesplanungsausschuss sollte die Entwicklung des Hamburger Umlands steuern und für einen Finanzausgleich z. B. bei Schul- und Straßenbau sorgen.
Ende der 1920er-Jahre zeigte sich im Kreistag eine Polarisierung zwischen den Parteien um Steuererhöhungen sowie Ausgaben für steigende Fürsorge- und Infrastrukturmaßnahmen, die vorrangig den bevölkerungsstarken Süden des Kreises betrafen. Nach gescheiterten Etatberatungen tagte der Kreistag zwischen Juni 1931 und Dezember 1932 nicht.
Durch gezielte Werbung hatte auch in Stormarn die NSDAP bis 1933 die Anzahl ihrer Ortsgruppen auf 28 mit ca. 2.500 Mitgliedern gesteigert und wurde bei den Landtagswahlen im April 1932 mit kreisweit 42,8 % stärkste Partei.
Ölgemälde von Landrat Constantin Bock von Wülfingen (1933-1936), 1985
Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme am 30.01.1933 hoben Verordnungen und Erlasse reichsweit Grundrechte auf. Juden und Regimegegner wurden aus dem Dienst entlassen. NSDAP-Funktionäre übten Druck auf Kreistagsabgeordnete wie Louis Biester, Gemeindevertreter wie Otto Siege oder den Lohbrügger Gemeindevorsteher Curt Böhme zum Amtsverzicht aus. Im März 1933 erfolgte die Absetzung von Landrat Friedrich Knutzen. Der Kreistag tagte letztmals am 14.07.1933, seine Befugnisse gingen auf den Kreisausschuss und 1939 den Landrat über.
Demokratische Parteien, Vereine und Organisationen, Gewerkschaften und Medien wurden verboten, aufgelöst oder gleichgeschaltet und die freie Entwicklung von Kunst und Kultur durch Berufsverbote, Beschlagnahmungen und Zensurmaßnahmen verhindert.
Durch SA und SS kam es zur systematischen Verfolgung und Inhaftierung von Kommunisten und Sozialdemokraten sowie teilweise zur Überführung in Konzentrationslager. 1933 bestand ein KZ im Wittmoor in Glashütte. 1934 führte das Berliner Kammergericht in Altona den „Stormarner Kommunistenprozess“.
Die ca. 90 in Stormarn lebenden Juden sahen sich Boykottmaßnahmen und weitreichenden Entrechtungen ausgesetzt. Betriebe und Besitzungen wie die Villa Waldfrieden in Hoisdorf und die Apotheke von Gertrud Eickhorst in Ahrensburg wurden enteignet, der Richter Arthur Goldschmidt zwangspensioniert. Bis zum Erlass des Ausreiseverbots im Oktober 1941 konnten nur wenige Familien wie die von Karl Ballmer z. T. unter Zahlung der „Reichsfluchtsteuer“ fliehen. Die 1939 noch gezählten 39 Juden wurden größtenteils am 06.12.1941 nach Riga deportiert.
Der als Zeuge Jehovas verfolgte Hans Wöltje verstarb im KZ Dachau. Die Deutschen Christen unter Propst Gustav Dührkop kooperierten eng mit den Nationalsozialisten.
Die NSDAP-Kreisleitung befand sich im von der Stadt Bad Oldesloe zur Verfügung gestellten Braunen Haus (Adolf-Hitler-Haus). Kreisleiter Erich Friedrich plante, den Sitz der Kreisverwaltung nach Bad Oldesloe zu verlegen. Wiederholt kam es zu Kompetenzstreitigkeiten zwischen ihm und den häufig wechselnden Landräten wie Constantin Bock von Wülfingen und Erich Keßler.
Entwurf für Kreishaus (Kreisburg) Bad Oldesloe, 1941
Die Deutsche Gemeindeordnung von 1935 schaffte Gemeindevertretungen ab, Bürgermeister wurden vom Kreisleiter berufen statt gewählt.
Zum Abbau der weiterhin hohen Arbeitslosigkeit wurden Notstandsarbeiten durchgeführt, z. B. die Begradigung der Trave 1934 sowie für die 1937 eingeweihte Autobahn Hamburg-Lübeck, die heutige Bundesautobahn 1.
1937 richtete die NSDAP in der früheren Villa Lunugala in Barsbüttel eine Gauführerschule ein.
1937/38 erschien das von Walter Frahm und Bock von Wülfingen herausgegebene Sammelwerk „Stormarn. Der Lebensraum zwischen Hamburg und Lübeck“.
1938 erfolgte die Ausweisung der Hahnheide als erstes Naturschutzgebiet Stormarns. Es war landesweit eines der ersten seiner Art. 1939 wurde ein Teil des Billetals im Amtsbezirk Reinbek als zu schützender Landschaftsteil festgelegt.
Durch das Groß-Hamburg-Gesetz musste Stormarn 1937/38 zwölf wirtschaftsstarke Gemeinden im Süden an Hamburg abtreten. Der Kreis verlor mit 67.000 Einwohnern ca. 50 % seiner Bevölkerung, die Fläche verringerte sich um ca. 130 km². Die Hamburger Exklave Großhansdorf-Schmalenbeck kam neu zu Stormarn.
Im Zuge der nationalsozialistischen Aufrüstung siedelten sich im Kreis seit 1935 Betriebe wie die Feuerwerkerei Gustav W. C. Burmester und die H. Walter KG an. In Grabau befand sich ab 1936 ein Remonteamt, ab 1942 als Heereszuchtgestüt. Glinde erfuhr einen grundlegenden Strukturwandel durch die Ansiedlung des Heereszeugamts des Gaus Nordmark und der Kurbelwellenwerk GmbH. In deren Lager Wiesenfeld waren über 3.000 Zwangsarbeitende untergebracht, im gesamten Kreis ca. 8.000-10.000 Kriegsgefangene und zivile Zwangsarbeitende in der Landwirtschaft, Betrieben, Verwaltungen und Privathaushalten tätig.
Vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war Stormarn zunächst nur durch vereinzelte Bombenabwürfe betroffen, Flakstellungen befanden sich in Barsbüttel, Glinde, Stapelfeld, Havighorst und Glashütte. Nach den Bombenangriffen auf Hamburg im Sommer 1943 nahm der Kreis über 20.000 Butenhamburger auf. Durch die Zerstörung des Stormarnhauses in Wandsbek 1943 verlagerte sich die Kreisverwaltung zunächst nach Ahrensburg, Bargteheide und Bad Oldesloe, wo sie ab Juni 1944 zusammengeführt wurde.
Am 06.10.1944 kam es zu einem Bombenangriff auf die militärischen Anlagen in Glinde, am 24.04.1945 zum Bombenangriff auf Bad Oldesloe mit über 700 Todesopfern.
Anfang 1945 erreichten Flüchtlingstrecks aus den ehemaligen Ostprovinzen Stormarn.
Im April / Mai 1945 wurden Häftlinge aus dem KZ Neuengamme und aus dem Außenlager Lübberstedt auf „Todesmärschen“ durch Stormarn in Richtung Ostsee getrieben.
Ab dem 01.05.1945 besetzten britische Truppen den Kreis. Die meisten Orte wurden kampflos übergeben und anschließend von der britischen Militärregierung verwaltet, die im Herrenhaus Schloss Ahrensburg ihr Hauptquartier einrichtete. In Bad Oldesloe, Bargteheide, Reinbek und Reinfeld entstanden Kommandanturen, um von dort aus den Aufbau einer demokratischen Verfassung und Gesellschaft zu koordinieren.
Protokoll der ersten Kreistagssitzung nach dem Zweiten Weltkrieg, 10.01.1946
Nach 1945
Im Zuge des Aufbaus demokratischer Strukturen und der Zulassung politischer Parteien gründete sich im Oktober 1945 der SPD-Kreisverband Stormarn, die CDU formierte sich zunächst als Aufbaupartei. Am 10.01.1946 trat der Kreistag mit 55 von der Militärregierung ernannten Mitgliedern zusammen und bestimmte am 07.02.1946 Bad Oldesloe zum vorläufigen Verwaltungssitz. Erste freie Kommunalwahlen fanden im September und Oktober 1946 statt.
NS-Amtsträger wie Kreisleiter Friedrich mussten sich vor Entnazifizierungsausschüssen sowie in Gerichtsprozessen verantworten. Der Kreissonderhilfsausschuss bearbeitete über 1.000 Anträge auf Entschädigungszahlungen für Opfer des Nationalsozialismus.
Die Mehrzahl der über 10.000 im Kreis befindlichen Displaced Persons wurde bereits kurz nach Kriegsende durch die Militärregierung in ihre Herkunftsländer zurückgeführt. Für polnische Staatsbürger bestanden bis Anfang 1947 noch vier Lager in Grabau, Jersbek, Reinfeld und Schmalenbeck.
Die Nachkriegszeit war geprägt von Wohnraum- und Nahrungsmittelknappheit. Der Kreis verzeichnete eine der höchsten Quoten an Flüchtlingen und Vertriebenen in Schleswig-Holstein und hatte in weniger als zehn Jahren seine Einwohnerzahl mehr als verdoppelt.
Mit der Bodenreform erhielten Zugezogene ab 1947 Siedlungsstellen, z. B. auf den ehemaligen Gütern Altfresenburg und Grabau.
Im März 1948 entstanden aus den preußischen Amtsbezirken zwölf Ämter mit 89 Gemeinden, dazu drei amtsfreie Gemeinden (Eigenämter). Ein Kreistagsbeschluss legte am 22.10.1949 Bad Oldesloe endgültig als Kreisstadt fest, was eine Vielzahl von Neubauprojekten nach sich zog. 1952 erfolgte dort die Einweihung des ersten Bauabschnitts des neuen Stormarnhauses.
Ab 1949 wurde der Wohnungs- und Siedlungsbau mit öffentlichen Mitteln vorangetrieben. Der Kreis ließ infrastrukturelle Bauten wie die Kreisaltenheime in Ahrensburg und Reinfeld sowie mittels des Schulbauprogramms mehr als 70 Neu- und Erweiterungsbauten errichten.
Für die zugezogenen Katholiken entstanden Kirchenbauten wie St. Vicelin in Bad Oldesloe und die Herz-Jesu-Kirche in Reinbek und ab 1961 im Rahmen des schleswig-holsteinischen Kapellenbauprogramms mehrere evangelische Kleinkirchen wie die St-Ansgar-Kapelle in Schönningstedt.
Bereits seit den 1950er-Jahren hatte sich ein breites Kultur- und Freizeitangebot entwickelt mit dem Ausbau der Volkshochschulen, Kreiskulturwochen, Chören, der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Stormarner Laienspielbühnen sowie Kulturringen.
Ab 1955 koordinierten Hamburg und Schleswig-Holstein im Gemeinsamen Landesplanungsrat die Raumordnung in den vier Hamburger Randkreisen Herzogtum Lauenburg, Pinneberg, Segeberg und Stormarn. Begleitend entstand ab 1960 die Arbeitsgemeinschaft der Hamburger Randkreise. 1963-1975 bestand eine vergleichbare Arbeitsgemeinschaft mit der Stadt Lübeck sowie den Kreisen Eutin und Herzogtum Lauenburg.
Die hohe Arbeitslosenquote der Nachkriegszeit sank bis 1955 auf 4,8 %. Flüchtlinge und Vertriebene fanden zunächst Saisonarbeit im ländlich-agrarisch geprägten Stormarn auf den Höfen.
Ende der 1950er-Jahre setzte mit der Ansiedlung von gewerblichen und industriellen Betrieben v. a. in den Randbereichen zu Hamburg ein Strukturwandel ein. Dieser zeigte sich z. B. in der Ansiedlung von BAT, Nico Pyrotechnik, der Jurid-Werke, der Opal-Strumpfwerke, sowie dem Zuzug von Hako.
Die 1957 gegründete Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft (WAS) beschleunigte diese Entwicklung durch die Erschließung neuer Flächen wie dem Gewerbegebiet Stonsdorf in der Gemeinde Harksheide oder dem Gewerbegebiet Reinbek/Glinde/Schönningstedt.
Bereits 1967 stand Stormarn in Schleswig-Holstein auf dem dritten Platz der finanzstärksten Kreise.
Parallel nahm die Anzahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten stark ab. Mit dem Gesetz zur Flurbereinigung 1953 kam es vielerorts zur Neuordnung der Flächen und Konzentration zu größeren Betrieben, die aus den Ortskernen ausgesiedelt wurden.
Die steigende Anzahl privater Kraftfahrzeuge führte ab den 1950er-Jahren zu mehreren infrastrukturellen Großprojekten wie dem Ausbau der Möllner Landstraße und der Nord-Süd-Straße, der späteren Bundesstraße 404, sowie zur Planung eines nur z. T. verwirklichten Tangentenrings um Hamburg (Kreisstraße 80).
Bahnstrecken wurden hingegen stillgelegt oder für den Personenverkehr eingestellt, so 1952 die Südstormarnsche Kreisbahn und ab 1961 Strecken von Bad Oldesloe bis Hollenbek, Barmstedt und Schwarzenbek. Ab Ende der 1960er-Jahre gab es mehrfach eine Diskussion um die Verlängerung der Hamburger U-Bahn bis Glinde.
Seit den 1960er-Jahren fanden z. B. in Ahrensburg, Bad Oldesloe und Glinde umfassende städtebauliche Umbauprozesse statt; neue Stadtzentren, mehrgeschossige Wohnblocks sowie Hochhaussiedlungen entstanden.
In den 1970er-Jahren erfolgten zahlreiche Gemeindezusammenschlüsse und die Verringerung auf fünf Ämter. Die wirtschaftsstarken Gemeinden Harksheide und Glashütte wurden 1970 durch das Norderstedt-Gesetz dem Kreis Segeberg zugeordnet.
Ab Ende der 1960er-Jahre erfolgten weitere Großprojekte, z. B. der Ahrensburger Ostring und die Nordtangente Bad Oldesloe, 1982 kam es zur Freigabe der Bundesautobahn 24. Gegen den geplanten Streckenverlauf des Transrapids engagierten sich in den 1990er-Jahren erfolgreich Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände.
Vor dem Hintergrund des durch Suburbanisierung und Verkehrswegebau umgestalteten Landschaftsbilds und eines gestiegenen Umweltbewusstseins erfolgten seit Ende der 1970er-Jahre verstärkte Ausweisungen von Naturschutzgebieten wie dem Brennermoor sowie Renaturierungsmaßnahmen etwa im Nienwohlder Moor. 1982 zog die Grüne Liste in den Kreistag ein. In den 1980er-Jahren wurde in Barsbüttel ein überregional Aufsehen erregender Giftmüllskandal auf teilweise besiedelten Flächen der Mülldeponien 78 und 80 bekannt. 1985 wurde in Stormarn das landesweit erste Umweltamt gegründet. 1996 beschloss der Kreis ein seitdem stetig fortgeschriebenes Klimaschutz-Programm.
In den 1980er-Jahren fanden umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen z. B. der Schlösser Ahrensburg und Reinbek statt. Seit Mitte der 1990er-Jahre übernahm die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn zunehmend die Kulturförderung im Kreis.
Ab Ende der 1980er-Jahre machte sich ein weiterer Strukturwandel hin zur vermehrten Ansiedlung von Dienstleistungsbetrieben bemerkbar.
Nach dem Fall der Berliner Mauer unterstützte der Kreis den Aufbau der Verwaltung in den Kreisen Pasewalk und Ueckermünde (heute Vorpommern-Greifswald).
Ab 1991 intensivierte sich die länderübergreifende Kooperation durch Gründung der Metropolregion Hamburg und Erarbeitung eines Regionalen Entwicklungskonzepts.
1992 beging Stormarn u.a. mit dem Kunstsommer Stormarn das 125-jährige Kreisjubiläum, 2017 das 150-Jährige.
1998-2009 fanden Direktwahlen des Landrats statt. Seit 2016 wirtschaftet die Kreisverwaltung schuldenfrei.
Mit dem Einzug der AfD in den Kreistag 2018 erweiterte sich das Parteienspektrum.
2024 überstieg der Kreishaushalt erstmals ein Volumen von 500 Mio. €.
Die Wirtschaft Stormarns ist stark durch den tertiären Sektor geprägt. Knapp 70 % der Bruttowertschöpfung finden im Dienstleistungssektor statt. 69,6 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind in diesem Bereich tätig, 29,6 % im produzierenden Gewerbe, 0,9 % in Land-, und Forstwirtschaft sowie Fischerei. (Stand Ende 2023)
47.781 ha der Kreisfläche werden von 582 Landwirtschaftsbetrieben, davon 285 im Haupterwerb, bearbeitet. 33 Betriebe wirtschaften dabei nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus, wie z. B. die Gut Wulksfelde GmbH. (Stand 2020)
1.829 Handwerksunternehmen (Stand 2023) sind im Kreis ansässig und in der Kreishandwerkerschaft organisiert.
Mit ca. 950 Beschäftigten ist die Kreisverwaltung einer der größten Arbeitgeber Stormarns.
In Stormarn haben v. a. kleine und mittlere Unternehmen ihren Sitz. 76 % der über 9.600 Stormarner Betriebe beschäftigen unter 10 Mitarbeiter:innen, 49 Betriebe verfügen über mehr als 250 Beschäftigte. (Stand Juni 2025)
Zu den familiengeführten, global agierenden Unternehmen gehören z. B. die Getriebebau NORD GmbH, der Porzellanhersteller Dibbern GmbH sowie die börsennotierte Edding AG.
Die Brandschutzfirma Minimax GmbH, der Nutzfahrzeughersteller Hako GmbH und die Softwarefirma Topmotive gehören in ihren Geschäftsbereichen zu den Branchenführern.
Internationale Pharmaunternehmen wie die Almirall Hermal GmbH und Aspen Pharmacare betreiben Produktionsstätten in Reinbek bzw. Bad Oldesloe. In Trittau befindet sich eine Niederlassung des Rüstungsbetriebs Rheinmetall Waffen Munition GmbH.
Unternehmen der Lebens- und Genussmittelindustrie sind z. B. Fürst Bismarck Quelle, die Grossmann Feinkost GmbH, Hela Gewürzwerk Hermann Laue GmbH, Langnese Honig GmbH & Co. KG und die Weizenkornbrennerei August Ernst GmbH & Co. KG.
Nach den 2024 erfolgten Schließungen der Druckerei des Axel-Springer-Verlags sowie der Prinovis GmbH ist die Druckindustrie im Kreis nur noch mit kleineren Betrieben vertreten.
Durch die Diversifizierung der Branchen ist Stormarns Wirtschaft insgesamt breit aufgestellt, weitere hoch spezialisierte Unternehmen sind z. B. der Hersteller von Industriekameras Basler AG, der Automobilzulieferer für Dichtungssysteme Bruss Sealing Systems GmbH, die Sinus Nachrichtentechnik GmbH sowie der Hersteller von Armaturen und Sicherheitsventilen Herose GmbH.
Die 1957 als erste kreiseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Deutschland gegründete Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn mbH (WAS) plant, entwickelt und vermittelt Gewerbeflächen und -ansiedlungen. Seitdem war sie mitverantwortlich für die Neuansiedlung und Erweiterung von ca. 1.930 Unternehmen.
Neben den ortsnahen Stormarner Gewerbegebieten entwickeln sich zunehmend neue Flächen v. a. entlang den Bundesautobahnen 20 und 24 sowie an der Bundesautobahn 1, z. B. der 2018 ausgewiesene länderübergreifende Minerva Park Stapelfeld.
Mit 361.165 Übernachtungen (Stand 2024), davon wohl die Mehrzahl Geschäftsreisende, nimmt der Tourismus im Kreis eine eher untergeordnete Rolle ein.
Stormarn ist durch seine Lage ökonomisch eng mit den umliegenden Kreisen und Hamburg verflochten.
Bei 56,7 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten handelt es sich um Einpendler, die außerhalb Stormarns ihren Wohnort haben, bei 61,2 % um Auspendler, die innerhalb der Kreisgrenzen wohnen und außerhalb arbeiten (Stand Juni 2025).
Im Jahresdurchschnitt 2024 betrug die Arbeitslosenquote in Stormarn 4,2 %, dies war der niedrigste Wert in Schleswig-Holstein.
Mit einer Kaufkraftkennziffer von 113,8 die das Konsumpotenzial der Bevölkerung angibt, liegt der Kreis landesweit auf dem ersten Platz (Stand 2024).
Der Kreis Stormarn ist von Süden in Richtung Norden auf seiner zentralen Entwicklungsachse an die Bahnstrecke Hamburg-Lübeck angeschlossen.
In Bad Oldesloe zweigt die Bahnstrecke Bad Oldesloe-Neumünster ab.
Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin durchquert den Kreis ohne Haltepunkt im Billetal bei Reinbek.
Seit 2002 ist der gesamte ÖPNV des Kreises in den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) integriert.
Reinbek ist an das S-Bahnnetz angeschlossen. Ahrensburg und Großhansdorf sind über die U-Bahnlinie 1 mit dem Hamburger Stadtgebiet verbunden.
Bis 2029 ist der Bau der S-Bahnlinie 4 von Hamburg nach Bad Oldesloe geplant.
Der 2022 vom Kreistag verabschiedete 5. Regionale Nahverkehrsplan wurde erstmals in Kooperation mit den Kreisen Segeberg, Herzogtum Lauenburg und Pinneberg erarbeitet.
Die Bundesautobahn 1 durchquert den Kreis in Südwest-Nordost-Richtung, am Autobahnkreuz Bargteheide zweigt die Bundesautobahn 21 ab. In südliche Richtung verläuft diese als Bundesstraße 404.
Im Süden des Kreises verläuft die Bundesautobahn 24 Hamburg-Berlin. Im Norden besteht am Kreuz Lübeck eine Verbindung zur Bundesautobahn 20.
Neben der B 404 führen auch die Bundesstraßen 75, 208 sowie 432 durch Stormarn.
Insgesamt verfügt der Kreis über ein überörtliches Straßennetz von • 82 km Bundesautobahnen • 81 km Bundesstraßen • 213 km Landesstraßen • 252 km Kreisstraßen.
Das Radwegenetz umfasst ca. 445 km (Stand 2023). Seit 2002 besteht ein stetig fortgeschriebenes Radverkehrskonzept des Kreises.
Ein 10 km langer Radschnellweg von Ahrensburg nach Hamburg-Volksdorf mit dortiger Anbindung an eine Hamburger Veloroute ist in Planung.
Die in Bad Oldesloe angesiedelte Integrierte Regionalleitstelle Süd (IRLS) der Kreise Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein koordiniert die Einsätze von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Notarztwagen.
Die vom Kreis Stormarn betriebene Feuerwehrtechnische Zentrale in Nütschau unterstützt die 85 freiwilligen Orts- und Gemeindewehren im Bereich Wartung, Pflege und Prüfung von Geräten und Fahrzeugen sowie Aus- und Fortbildung.
In Ahrensburg und Reinbek befinden sich Amtsgerichte, für einige Randgemeinden liegen Zuständigkeiten allerdings bei den Amtsgerichten Lübeck und Norderstedt.
Für die Trinkwasserversorgung wird an 15 Stellen im Kreis Grundwasser gefördert, z. B. in den Wasserwerken Großensee, Glinde sowie Bad Oldesloe. Die Abwasserbeseitigung übernehmen verschiedene Stadtwerke, Zweck- und Abwasserverbände, die auch 42 Kläranlagen im Kreis betreiben. (Stand 2022)
Über 40 Windkraftanlagen, u. a. im 2023 eingeweihten Windpark Schadehorn der Stadtwerke Bad Oldesloe, nutzen erneuerbare Energien zur Stromproduktion. An der nördlichen Kreisgrenze laufen Bauarbeiten für den ersten Abschnitt der Ostküstenleitung zum Transport von Windstrom.
Der Kreis Stormarn verfügt über 68 Schulen, davon 34 Grundschulen, neun Gymnasien, sieben Förderzentren, zwei Schulen in freier Trägerschaft und 14 Gemeinschaftsschulen, von denen neun eine Oberstufe anbieten. Der Kreis fungiert als Schulträger des Förderzentrums Woldenhornschule sowie der Beruflichen Schulen mit Standorten in Ahrensburg und Bad Oldesloe.
Das Kreisarchiv in Bad Oldesloe sichert die Überlieferung von Verwaltungsschriftgut, Nachlässen, Presseerzeugnissen sowie Sammlungen zur Entwicklung der Region seit der Frühen Neuzeit.
Für die Naherholung eignen sich z. B. die Stormarner Schweiz und die 18 meist zugänglichen Naturschutzgebiete wie die Hahnheide mit dem Hahnheider Turm, das Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal und der Höltigbaum. Der Stormarnweg verläuft als Wanderweg zwischen Reinbek und Lübeck, auch der Jakobsweg Via Baltica führt auf ca. 45 km durch den Kreis.
Drei stillgelegte Bahntrassen wurden zu BahnRadWegen umgestaltet, insgesamt gibt es im Kreis 22 Radwanderwege. Europas längster Obst- und Gehölzlehrpfad führt über 23,7 km von Blumendorf nach Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg).
In Lütjensee befindet sich ein Hochseilgarten. Der Kreis verfügt über zehn Golfplätze sowie elf Schwimmhallen, Badestellen und Freizeit- sowie Freibäder.
Mit der Erstellung des Tourismuskonzepts 2021 schärfte der Kreis sein touristisches Profil.
Seit 1980 ist die Kulturarbeit des Kreises durch eine hauptamtliche Kreiskulturreferent:innenstelle professionalisiert. Nach der Verabschiedung von Kulturpolitischen Leitlinien 1992 und deren steter Fortschreibung stammt der aktuelle Kulturentwicklungsplan des Kreises von 2019.
Die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn fördert seit 1983 regelmäßig kulturelle Belange, z. B. durch das Jahresstipendium in der Trittauer Wassermühle. Sie betreibt die dortige Galerie sowie die im Marstall Ahrensburg, finanziert wissenschaftliche Publikationen zur Geschichte Stormarns und fördert das Stormarn Lexikon Online. Die Stiftung ist eingebunden in die „Arbeitsgemeinschaft Stormarn kulturell stärken“, die ebenfalls das Kultur- und Bildungsangebot im Kreis finanziell unterstützt. Auch die Bürger-Stiftung Stormarn setzt sich für Freizeit-, Kultur- und Bildungsangebote wie die Kinderstadt Stormini ein.
Die Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden Stormarns gehören z. T. über den Kirchenkreis Hamburg-Ost zum Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, z. T. über den Kirchenkreis Plön-Segeberg zum Sprengel Schleswig und Holstein.
Die katholischen Pfarreien des Kreises sind der Region Schleswig-Holstein des Erzbistums Hamburg zugeordnet. Das Kloster Nütschau wird vom Benediktinerorden betrieben.
Moscheen befinden sich in Ahrensburg, Bargteheide, Bad Oldesloe und Glinde. Eine jüdische Gemeinde ist in Ahrensburg ansässig.
Medaille zu 25 Jahren Patenschaft Kreis Stormarn-Kreis Kolberg-Körlin, 1981
Partner- und Patenschaften
Kolberg-Körlin (Polen), 25.08.1956
Basierend auf einer Resolution des Kreistags vom 11.10.1990 unterhielt der Kreis bis 2005 partnerschaftliche Beziehungen zu den damaligen Kreisen Pasewalk und Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern.
Mit dem ab 1572 erbauten Schloss Reinbek und dem zeitgleich errichteten Herrenhaus Schloss Ahrensburg verfügt der Kreis Stormarn über Kulturdenkmale von überregionaler Bedeutung. Hierzu zählen auch die Mennokate mit der Mennolinde, das Herrenhaus Fresenburg und der Barockgarten Jersbek.
Landesweit bzw. regional bedeutsam sind die ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Herrenhäuser Blumendorf, Nütschau und Tremsbüttel.
Das Wappen des Kreises zeigt im Wappenschild auf rotem Grund einen silbernen Schwan in Kampfstellung mit erhobenem rechten Bein und einer goldenen Krone um den Hals.
Das Kreiswappen gilt als redendes Wappen. Es verweist auf die dem Schwan zugeschriebene stürmische Art wegen des Gleichklangs mit dem historischen Raum Provincia Sturmariorum und dem dort lebenden Stamm der Sturmarii, woraus sich der Name Stormarn herleiteten soll.
Mit einem Erstnachweis des Schwans für 1476 im Siegel von Johann I. von Dänemark als Zeichen der Grafschaft Stormarn gilt es als eines der ältesten Gebietswappen in Deutschland.
Am 27.03.1946 genehmigte die britische Militärregierung das Kreiswappen erneut.
Anlässlich der Kulturtage 1962 überarbeitete der Grafiker Georg Weiland das Wappen, um 1965 wurde dies auch offiziell so übernommen. Anfang der 1980er-Jahre erfolgte eine weitere Bearbeitung.
Flaggenblasonierung
Die Kreisflagge zeigt auf rotem Tuch den Schwan des Kreiswappens zur Fahnenstange hingewandt.
Am 23.06.1981 beschloss der Kreistag die Einführung einer Kreisflagge. Er entschied sich für den Entwurf des Grafikers Herbert Kaulbarsch. Dabei handelt es sich um eine reine Wappenflagge, bei der der Stormarnschwan ohne den Wappenschild vollständig auf das Wappentuch übertragen wird. Die Genehmigung des Landes Schleswig-Holstein erfolgte zum 31.07.1981.
Logobeschreibung
Das Stormarn-Symbol mit einer leicht abgewandelten Darstellung des Schwans ohne schwarze Schraffuren und Konturen darf von jeder Person genehmigungsfrei für nicht strafbare und nicht diskriminierende Zwecke genutzt werden.
Fischer, Norbert
: Vom Hamburger Umland zur Metropolregion Stormarns Geschichte seit 1980.
Hamburg,
DOBU, Wiss. Verl. Dokumentation & Buch
2008,
GVK: 560186339
Gröwer, Karin
: 150 Jahre Kreis Stormarn 150 Bilder - Begleitband zur Vortragsreihe.
Bad Oldesloe,
Kreisarchiv Stormarn
2016,
GVK: 87523805X
100 Jahre Kreise in Schleswig-Holstein.
Neumünster,
Wachholtz
1967,
GVK: 195287541
Perrey, Hans-Jürgen
: Stormarns preußische Jahre die Geschichte des Kreises von 1867 bis 1946/47.
Neumünster,
Wachholtz
1993,
GVK: 152680373