Geschichte
Ab Anfang der 1820er-Jahre setzten sich Hamburg und Lübeck für den Bau einer direkt verlaufenden Chaussee durch Holstein zur Erleichterung des Transitverkehrs zwischen Nord- und Ostsee ein. Bestehende Routen verliefen oft nicht gradlinig und wiesen schlechte Straßenverhältnisse auf. Die dänische Regierung genehmigte den Bau nicht, da eine Erleichterung des Handels zwischen den beiden Hansestädten eigenen Interessen widersprach, zumal Hamburg und Lübeck ab 1188/89 durch kaiserliche Privilegien vom Transitzoll in Holstein befreit waren.
Um auch die Interessen der Stadt Altona zu wahren, bewilligte Friedrich VI. von Dänemark stattdessen 1832 den Bau der über Ochsenzoll, Heidkrug, Elmenhorst und Oldesloe verlaufenden Altona-Lübecker Chaussee. 1840 fertiggestellt, bedeutete sie aber für Händler einen ca. 11 km langen Umweg.
Im Rahmen des den Postverkehr regelnden Staatsvertrags erreichten die Städte 1835 die Zusage Dänemarks für eine kürzere Chaussee zwischen Hamburg und Bad Oldesloe.
Die 1838/39 von Dänemark erlassene Zollordnung beendete die Zollfreiheit des Transitverkehrs von Hamburg und Lübeck. Aufgrund unklarer Erfolgsaussichten und einer langen Verfahrensdauer zogen die beiden Hansestädte ihre beim Deutschen Bund eingereichte Klage zurück und akzeptierten am 08.07.1840 im Vertrag mit Christian VIII. von Dänemark eine Transitabgabe. Für die ab 1831 angestrebte Bahnverbindung erhielten sie zwar keine Genehmigung, aber Dänemark sicherte ihnen ungehinderten Handelsverkehr auf bestimmten Strecken sowie die Erlaubnis zum Bau einer privat finanzierten Chaussee ab Elmenhorst zu. Dass der von Hamburger und Lübecker Kaufleuten gegründete Elmenhorst-Wandsbecker-Chausseebauverein sein Budget je zur Hälfte aus dem Haushalt des Hamburger und Lübecker Senats erhielt, sollte gegenüber Dänemark geheim gehalten werden.
Obwohl sich Vereinsvertreter persönlich bei Christian VIII. für den Ausbau der seit dem Mittelalter genutzten, kürzeren und laut einem Gutachten auch günstigeren Strecke ab Bargteheide über Timmerhorn, Bergstedt und Bramfeld einsetzten, berief dieser sich auf ein Gegengutachten, das auch die Kosten für die Einrichtung eines neuen Zollamts in Hellbrook veranschlagte. Daher legte Christian VIII. am 27.03.1841 den Chausseeverlauf fest, der sich an der 1777 unter Heinrich Carl von Schimmelmann ausgebauten Poststraße über Wandsbek und Ahrensburg orientierte. Am 22.05.1841 erhielt der Verein die Konzession zum Bau.
Im Zuge der am 13.09.1841 begonnenen Arbeiten wurden diverse Begradigungen, Geländedurchstiche und Verbreiterungen vorgenommen sowie Erddämme errichtet. Außerdem entstanden drei Brücken in Tonndorf über die Rahlau, in Rahlstedt über die Wandse und in Ahrensburg über die Aue (Mühlenbach). Für den Ankauf von Land sowie den Abriss von Gebäuden zahlte eine Kommission Entschädigungen. Vor allem in Ahrensburg wich die neue Strecke vom alten Postweg ab und galt dort aufgrund aufwendiger Bauarbeiten als teuerste Meile. Die Gottesbuden mussten um je eine Wohnung gekürzt und manche Gräber des Friedhofs an der Schlosskirche für einen Fußweg versetzt werden.
Am 01.06.1843 fand die Eröffnung statt, die Bauarbeiten waren neun Monate früher als geplant beendet. In der Folge siedelten sich zunehmend Gewerbe- und Handwerksbetriebe sowie Gastwirtschaften entlang der Chaussee an.
Durch die ab 1851 zunächst über Büchen verlaufende Bahnverbindung zwischen Hamburg und Lübeck verlor die Chaussee an Bedeutung, so dass sich ab 1863 v. a. der Lübecker Senat zunächst vergeblich für die vertraglich zugesicherte Übernahme der Chaussee durch Dänemark einsetzte. Mit Eröffnung der direkten Eisenbahnstrecke am 01.08.1865 wurde die Unterhaltung der Chaussee für Hamburg und Lübeck vollends überflüssig. Unter der kurzzeitigen österreichischen Besatzung im Herzogtum Holstein erging im Dezember 1865 die Zusage des Statthalters Ludwig von Gablenz zum Unterhalt der Chaussee. Am 01.04.1867 wurde sie an Holstein übergeben, der Chausseebauverein löste sich am 08.08.1868 auf.
Bis Ende 2014 verlief die Bundesstraße 75 auf der ehemaligen Chaussee. Danach wurde sie zwischen Elmenhorst und der Grenze zu Hamburg zur Landesstraße 82 herabgestuft.