Verlauf und Akteure
Im März 1848 eskalierten die Spannungen im dänischen Gesamtstaat vor dem Hintergrund der Revolution in Frankreich. In Kiel formierte sich am 24.03.1848 eine Provisorische Regierung Schleswig-Holsteins, die den Anschluss der nun vereinigten Herzogtümer an die „Einheits- und Freiheitsbestrebungen Deutschlands“ verkündete. Eine bewaffnete Auseinandersetzung mit der dänischen Regierung war die Folge. Nach der Niederlage der neugegründeten Schleswig-Holsteinischen Armee bei Bau nahe Flensburg griffen Truppen des Deutschen Bundes unter der Führung Preußens in den Konflikt ein. Im Eiltempo verabschiedete die Provisorische Regierung zur gleichen Zeit liberale Reformen und organisierte erste Wahlen. Mit dem Staatsgrundgesetz vom 15.09.1848 galten in den Herzogtümern zum ersten Mal demokratische Grundrechte.
In Stormarn entfachten diese Ereignisse große Begeisterung. Viele junge Freiwillige traten in die neugegründeten Freikorps oder die Schleswig-Holsteinische Armee ein. Zusätzlich wurde die Volksbewaffnung eingeführt. Mit der Intervention der deutschen Bundestruppen wurde Stormarn zum Durchmarschgebiet. In Oldesloe und Reinfeld nahmen preußische und mecklenburgische Truppen Quartier. Viele dänische Beamte in Stormarn, darunter der Oberinspektor der Oldesloer Saline Friedrich Christian Kabell, verließen hingegen ihre Posten und kehrten nach Dänemark zurück. In der allgemeinen Unruhe kam es Ende März in Reinbek zu Ausschreitungen Bergedorfer Tagelöhner.
Die Stormarner Gutsbesitzer reagierten unterschiedlich auf den Ausbruch der Erhebung. Ernst von Schimmelmann, Eigentümer des Gutes Ahrensburg, floh mit seiner Familie nach Sachsen. Carl von Moltke überschrieb seinem Sohn nach öffentlichem Druck das Gut Nütschau und verblieb auf seinem Posten in Kopenhagen. Einzig Theodor von Reventlow, seit 1840 Besitzer der Güter Jersbek und Stegen, blieb im Land. Als Parlamentarier und kurzzeitiger Regierungspräsident versuchte er, einen konservativen Einfluss auf die Erhebung zu nehmen.
Zweimal erzwangen die Großmächte Russland, Frankreich und Großbritannien einen Waffenstillstand und den Abzug der Bundestruppen, wobei Stormarn als Durchmarschgebiet diente. Beide Male bezogen aus Schleswig abgezogene Bataillone der Schleswig-Holsteinischen Armee in Oldesloe und Reinfeld unter Beifall der Bevölkerung Quartier. Auch das Oldesloer Wochenblatt sprach sich vehement für die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen und für die Errichtung einer Republik in Schleswig-Holstein aus. In der Nacht 30./31.07.1849 kam es in Oldesloe zu Ausschreitungen gegen den Bürgermeister Hans Friedrich Karl von Colditz, nachdem dieser einige Bürger aus intransparenten Gründen vom Wehrdienst zurückgestellt hatte.
Nach der vernichtenden Niederlage der Schleswig-Holsteinischen Armee bei Idstedt nahe Schleswig zog sich diese nach Holstein zurück. Am 29.11.1850 wandten sich schließlich Preußen und Österreich gegen die Erhebung. Ursprüngliche Pläne des schleswig-holsteinischen Oberkommandos, in Stormarn hinter Trave und Beste eine Verteidigungsstellung zu errichten, wurden am 07.01.1851 als unrealistisch verworfen. Es kam zur Auflösung der in beiden Orten einquartierten Truppenteile der Schleswig-Holsteinischen Armee und der Versteigerung ihrer Ausstattung an die Bevölkerung. Somit konnten Anfang März österreichische Truppen ohne Widerstand in Stormarn einrücken und in Oldesloe und Wandsbek Quartier beziehen. Mit Unterstützung Preußens und Österreichs war dadurch die dänische Herrschaft in den Herzogtümern wiederhergestellt.