Schlosspark Reinbek

Der mehrteilige Schlosspark umgibt mit alten Bäumen und Rasenflächen auf drei Seiten das Renaissance-Schloss Reinbek.

Lage

Der Schlosspark Reinbek befindet südlich der Bahnstrecke Hamburg-Berlin, am Nordufer des Reinbeker Mühlenteichs.

Beschreibung

Vor dem Ostflügel des Schlosses Reinbek befindet sich der einstige zentrale Parkbereich. Hauptelemente sind vier angedeutete Kompartimente, zum Teil mit Buchs gerahmt, in deren Kreuzungspunkt ein kleines rundes Wasserbecken liegt. Den östlichen Abschluss an der Grundstücksgrenze bildet eine Pergola aus Stahl, die mit Goldregen bepflanzt ist.

Im Norden liegt jenseits einer Lindenallee ein leicht zur Straße ansteigender, von Hecken gerahmter Garten. Er wird diagonal von einem künstlichen Wasserlauf durchflossen, der nahe der Nordostecke des Schlosses in einem von einer gebogenen Granitmauer eingefassten Becken mündet.

Die nach Süden liegenden Parkflächen zeigen mit alten Baumgruppen, einzelnen Solitären und jüngeren Rasenflächen sowie geschwungenen Wegen den Charakter eines "englischen Gartens". Eine zweireihige Lindenallee führt im Westen von der Schlossstraße und einem gepflasterten Parkplatz zum Schlosshof.

Geschichte

Gleich nach der Fertigstellung von Schloss Reinbek wurde nördlich, östlich und südlich des Gebäudes ein Garten in den in der Renaissance üblichen Formen angelegt. Der Hauptgarten hinter dem Ostflügel war in neun Kompartimente gegliedert, die übrigen Teilflächen in unregelmäßige Trapezformen. Die äußeren Grenzen markierten Heckengänge mit unterschiedlicher Bepflanzung. Vor dem herrschaftlichen Südflügel lagen zwei Schmuckbeete. Im Norden befanden sich ein Nutz- und ein Baumgarten.

Unter Herzoginwitwe Augusta von Schleswig-Holstein-Gottorf wurde 1617 in der Nähe des Mühlenteiches ein zweigeschossiges Lusthaus errichtet, das 1633 erneuert und mit einer Badestube ergänzt wurde. Im 18. Jahrhundert unterblieb eine regelmäßige Pflege und der Schlosspark verfiel allmählich. 1840 wurde die Lindenallee erneuert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trennte man Teilflächen im Osten für eine Villenbebauung ab.

Nach der Umwandlung von Schloss Reinbek ab 1874 in ein Hotel erfolgten Umplanungen und Neupflanzungen im Schlosspark, im ehemaligen Nutzgarten wurden Bäume unterschiedlicher Arten als Solitäre angepflanzt. Barackenbauten für das ab 1939 im Schloss untergebrachte Reichsinstitut für ausländische und koloniale Forstwirtschaft besetzten und zerstörten weitere Parkflächen.

Im Zuge der umfassenden Schlosssanierung wurde ab 1985 auch der Schlosspark saniert und von dem Landschaftsplaner Hinnerk Wehberg neu gestaltet. Bei den Flächen des ehemaligen Zentralbereichs orientierte er sich an einem Plan von 1793, dessen Einteilung er durch vier Kompartimente nachzeichnete.

Die übrigen Flächen nach Süden wurden durch Fällungen von Baumgruppen aus der Zeit nach 1945 und punktuellen Öffnungen der Buschgruppen am Ufer des Mühlenteichs in einen "englisch" anmutenden Park umgestaltet. Vor dem Südflügel des Schlosses legte man für den Restaurantbetrieb eine gepflasterte Terrasse an.

Die Pflege und Unterhaltung des Schlossparks erfolgt gemäß dem Vertrag mit dem Miteigentümer Kreis Stormarn durch die Stadt Reinbek.

Nutzung

Der Schlosspark bildet einen Rahmen für das heute vielfältig als Kulturzentrum Schloss Reinbek genutzte Kulturdenkmal Schloss Reinbek und wird von Besuchern und Passanten genutzt.

Besonderheiten

Vor der Nordostecke des Schlosses steht neben dem Wasserbecken ein vom Kirchsteinbeker Friedhof hierher umgesetztes Grabmal. Der Sandstein-Obelisk ist ein Andenken an den früheren königlichen Amtmann Andreas August von Hobe, Kammerherr und Amtmann von Amt Reinbek und Amt Trittau ab 1780 und zusätzlich ab 1800 von Amt Tremsbüttel.

Persönlichkeiten

Johann Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf, GND: 102032491
Augusta von Schleswig-Holstein-Gottorf, GND: 121123557X
Andreas August von Hobe, GND: 1151800287
Hinnerk Wehberg, GND: 1147119511

Datierung Schutzstellung

08.10.2013

Begründung Schutzstellung

Historische, gartenkünstlerische, städtebauliche und die Kulturlandschaft prägende Bedeutung

14 400
Schlosspark Reinbek spa 53.5072790000 10.2541483000

GPS-Standort

53° 30' 26'' N, 10° 15' 14'' O

Entstehungsdatum

bald nach 1576

Literatur

  • Helga de Cuveland: Reinbek. Heide in Holstein, Boyens 1996, In: Historische Gärten in Schleswig-Holstein, GVK: 949073180
  • Antje Wendt: Das Schloß zu Reinbek. Neumünster, Wachholtz 1994, GVK: 943309468
  • Wehberg, Hinnerk: Der Reinbeker Schloßpark Überlegungen zur Um- und Neugestaltung. In: Denkmalpflege im Kreis Stormarn, Neumünster: Wachholtz, (1989), S. 142-147, GVK: 1004510632

Weitere Literatur