Mausoleum Schimmelmann

Das Mausoleum Schimmelmann ist ein Grabbau auf dem Historischen Friedhof an der Christuskirche in Hamburg-Wandsbek.

Außenarchitektur

Der Bau zeigt sich als schlicht gestalteter weißer Kubus, auf dem ein Zylinder mit flachem Kuppeldach sitzt.

Innenarchitektur

Das Kuppeldach ruht auf vier Ecksäulen im dorischen Stil. Sie sind ebenso wie die Anbauten an der Nord- und Südseite durch reiche, von Francesco Antonio Tadey entworfene Stuckornamentik geprägt. Der mosaikartig aus verschiedenfarbigen Platten zusammengesetzte Fußboden ist in der Mitte als Rosette gestaltet, um die ein geometrisches Muster läuft. Halbrunde Fenster an der Ost- und Westseite dienen der Beleuchtung. In den Anbauten stehen die Sarkophage von Heinrich Carl von Schimmelmann und seiner Frau Caroline.

Materialien

Das Gebäude besteht aus verputzten Mauerziegeln, der Fußboden und die Sarkophage wurden aus Carrara-Marmor hergestellt.

Geschichte

Erste Planungen für das Mausoleum – als dem im 18. Jahrhundert standesgemäßen Grabtyp der Aristokratie – gab es zu Lebzeiten von Heinrich Carl von Schimmelmann, der einen entsprechenden Wunsch 1781 testamentarisch festgelegt hatte. Nach abgebrochenen Verhandlungen mit dem in Kopenhagen wirkenden italienischen Bildhauer Luigi di Giuseppe Grossi wurde Carl Gottlob Horn mit dem Entwurf beauftragt. Dabei arbeitete Horn – wie schon ab 1772 beim Herrenhaus Wandsbek – mit dem italienischen Baumeister Giovanni Antonio Antolini zusammen, dem er seine Entwürfe sandte. Allerdings vereinfachte Horn auf Wunsch von Schimmelmanns Nachkommen die aufwändigen Überarbeitungen Antolinis, um die Kosten zu senken. Erste Entwürfe Horns lagen 1785 vor, ab 1787 wurde das Grabgebäude in vierjähriger Bauzeit fertiggestellt. Die Beisetzung Schimmelmanns erfolgte 1792, die seiner Frau Caroline von Schimmelmann 1795.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden mehrfach Renovierungsarbeiten durchgeführt, der Eingang 1896 von West nach Ost verlegt. Weitere Instandsetzungsarbeiten am Dach, das seit dem Ersten Weltkrieg provisorisch war, waren in den 1930er-Jahren sowie infolge von Kriegsschäden 1947 und 1951 notwendig. Nach einer weiteren Erneuerung des Daches fand 1988-1990 eine grundlegende Renovierung statt.

Bedeutung

Das Mausoleum Schimmelmann gehört zu den wichtigsten Werken des Klassizismus in Norddeutschland und zu den bedeutendsten klassizistischen Grabbauten in Nordeuropa.

Erhaltungszustand

Der Erhaltungszustand ist gut.

Besonderheiten

Im Mausoleum wurde 1923 eine Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs aus der Kreisfreien Stadt Wandsbek errichtet.

Persönlichkeiten

Heinrich Carl von Schimmelmann GND: 118917323
Caroline von Schimmelmann GND: 1050354273
Carl Gottlob Horn GND: 137634021
Giovanni Antonio Antolini GND: 119043610
Luigi di Giuseppe Grossi
Francesco Antonio Tadey

Datierung Schutzstellung

17.06.1940

14 400
Mausoleum Schimmelmann business 53.5733900000 10.0720500000

GPS-Standort

53° 34' 24'' N, 10° 4' 19'' O

Auftraggeber

Heinrich Carl von Schimmelmann

Planer/Architekt

Carl Gottlob Horn; Giovanni Antonio Antolini

Errichtungsdatum

1787-1791

Strukturansicht

Literatur

  • Röpke, Georg-Wilhelm 1917-: Der historische Friedhof Wandsbek mit dem Schimmelmann-Mausoleum. [Hamburg], Heinevetter 1998, GVK: 245943323
  • Leisner, Barbara 1946-: Der Friedhofsführer Spaziergänge zu bekanten und unbekannten Gräbern in Hamburg und Umgebung. Hamburg, Christians 1994, GVK: 278017312

Weitere Literatur