Veröffentlicht

Ludwig Frahm

Ludwig Frahm war Lehrer, Publizist und Heimatkundler sowie Mitgründer des Alstervereins.

Ausbildung

1873 schloss Ludwig Frahm den Besuch der Schule in der Landgemeinde Klein Hansdorf ab. Im Folgejahr begann er mit dem Ziel des Lehrerberufs eine dreijährige Präparandenausbildung in Jersbek, Ahrensburg sowie Bielenberg (Kreis Steinburg). 1876 trat Frahm in das Lehrerseminar Uetersen (Kreis Pinneberg) ein, das er 1878 abschloss. Im nächsten Jahr bestand er seine zweite Lehrerprüfung in Uetersen.

Beruflicher Werdegang

Nach Abschluss seiner Ausbildung arbeitete Ludwig Frahm als Lehrer in Tremsbüttel, Alt Duvenstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) sowie 1882-1890 in Rethwischfeld. 1890 trat er eine Stelle als Erster Lehrer an der Volksschule in der Landgemeinde Poppenbüttel an, wo er - später als Rektor - bis zu seinem Ruhestand 1921 tätig war.

Lebenslauf

Ludwig Frahm wuchs als einziges Kind eines Landwirts und Schmieds in der Landgemeinde Timmerhorn auf. 1882 heiratete er in Uetersen Anna Elsabe Thormählen. Ab 1890 wohnte die Familie im Schulhaus Poppenbüttel, nach Frahms Ruhestand auf dem Poppenbütteler Treudelberg.

Er war 1896 Mitgründer und 27 Jahre lang Rendant der Spar- und Darlehnskasse Poppenbüttel.

Ludwig Frahm pflegte Freundschaften mit Detlev von Liliencron und Hermann Claudius.

Werk/Aktivitäten

Neben seiner Tätigkeit als Lehrer veröffentlichte Ludwig Frahm Erzählungen und Gedichte, teils in niederdeutscher Sprache. Zugleich beschäftigte er sich mit der Geschichte Schleswig-Holsteins und Stormarns, hier v. a. des Alstertals. Ab 1881 publizierte er in verschiedenen Zeitschriften Aufsätze zu volks- und heimatkundlichen sowie kulturgeschichtlichen Themen. Er sammelte regionale Sagen und gab Anthologien heraus.

1900 war Frahm Mitgründer des Alstervereins und anschließend langjähriger Herausgeber (bis 1934) sowie vielfacher Autor des Jahrbuchs des Alstervereins. Frahm initiierte Ausgrabungen u. a. von Urnenfeldern und Hünengräbern und stellte seine Sammlungsobjekte aus. Als Pfleger prähistorischer Denkmäler war er für den Anthropologischen Verein in Schleswig-Holstein tätig.

1896 veröffentlichte er eine Wandkarte Stormarns für Schulen und Behörden. Sein 1907 erstmals publiziertes heimatkundliches Buch zu Stormarn gab er in drei Auflagen heraus, die letzte zusammen mit seinem Sohn Walter Frahm.

Ludwig Frahm setzte sich für die Förderung der niederdeutschen Sprache ein und lieferte ab 1903 Kommentare zum Schleswig-Holsteinischen Wörterbuch des Kieler Germanisten Otto Mensing.

Bedeutung

Angesichts des sich wandelnden dörflichen Lebens im Kontext von Industrialisierungsprozessen um 1900 engagierte sich Ludwig Frahm als Sammler materieller bäuerlicher Kultur und erzählter Überlieferung. In seinem Stormarn-Buch sowie vielen seiner übrigen Werke dominierte ein heimatkundlich-romantisierender Blick auf die Vergangenheit, der wissenschaftliche Kriterien oft überlagerte. In seinen Kriegsgedichten zeigt sich teils eine Verherrlichung des Krieges sowie eine deutschnational-völkische Sichtweise.

Ehrenämter

1900 Mitbegründer und Vorsitzender (1900-1911) sowie Ehren-Vorsitzender (ab 1927) des Alstervereins

Gründer des Lehrervereins „An der Alster“

Vorstandsmitglied im Kreislehrerverein

Ehrungen und Preise

1934-1992 Ludwig-Frahm-Schule, heutiger Standort Schulbergredder der Stadtteilschule Poppenbüttel, Gedenkstein vor dem Gebäude

Frahmredder (Gemeinde Ammersbek)

1951 Frahmredder (Hamburg-Sasel)

Besonderheiten

Ludwig Frahms Nachlass, der im Haus seines Sohnes Walter Frahm in Hamburg-Wandsbek lagerte, verbrannte 1943 bei Bombenangriffen.

In den Sockel des 1925 eingeweihten Denkmals für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs am Duvenstedter Damm (Hamburg) ist u. a. ein Weihgedicht Frahms eingemauert.

Im Alstertal-Museum im Torhaus Wellingsbüttel befindet sich die Ludwig-Frahm-Stube. Im Eingangsbereich ist eine von Fidde Biehl angefertigte Büste Frahms aufgestellt.

Persönlichkeiten

Walter Frahm GND: 116692278
Detlev von Liliencron GND: 118572954
Hermann Claudius GND: 118676334
Fidde Biehl GND: 116164263
Otto Mensing GND: 11688570X

Familienname

Frahm

vollständige Vornamen

Heinrich Friedrich Ludwig

Rufname

Ludwig

Geburtsdatum

25.07.1856

Geburtsort

Timmerhorn

Sterbedatum

01.06.1936

Sterbeort

Poppenbüttel (heute Hamburg)

Begräbnisort

Bergstedt

Geschlecht

männlich

Religion

evangelisch

Berufe

Lehrer und Autor

Ehe-/Lebenspartner

Anna Elsabe Frahm, geb. Thormählen (1860-1933)

Kinder

zwei Töchter, ein Sohn

Eltern

Joachim Friedrich Detlef Frahm (1825-1905); Anna Maria Margaretha Frahm, geb. Dabelstein (1826-1876)

Strukturansicht

Literatur von der Person

  • Lebensbilder der Heldengeister und Altmeister, der verdienstvollsten und hervorragensten Männer Schleswig-Holsteins. Poppenbüttel bei Hamburg, Selbstverl. 1892, In: Bd 1, GVK: 136406122
  • Frahm, Ludwig 1856-1936: Leewer dod, as Slav! Plattdütsche Kriegsgedichte. Hamburg, Hermes 1914, GVK: 1665271647
  • Frahm, Ludwig 1856-1936: Kumm rin - kiek rut dat sünd Spaßgeschichten. Hamborg, Köhler 1929, GVK: 240308859
  • Ludwig Frahm: Stormarn und Wandsbek : Ein Hand- und Hausbuch der Heimatkunde. Poppenbüttel, 1907, GVK: 020730918
  • Ludwig Frahm (Hrsg.): Die Doppeleiche. Schleswig-Holsteins Land und Volk im Dichterwort. Lübeck, 1886, GVK: 066167876

Literatur

  • Lohr, Axel 1945-: Auseinandersetzung des Alstervereins e.V. mit der nationalsozialistischen Vergangenheit prominenter Mitglieder des Alstervereins. 2019, In: Jahrbuch des Alstervereins e. V., Hamburg-Bergstedt: Alsterverein, 1901, 92(2019), Seite 87-103, GVK: 1671894006
  • Peets, Helmuth: Vor 105 Jahren veröffentlichte Ludwig Frahm die erste Geschichte Stormarns. 2012, In: Jahrbuch für den Kreis Stormarn ..., Großhansdorf: ProFunda-Verl., 1983, 31(2013), Seite 47-49, GVK: 1006688803
  • Hattendorff, Mathias: 100 Jahre Alsterverein eine kritische Bilanz. 2000, In: Jahrbuch des Alstervereins e. V., Hamburg-Bergstedt: Alsterverein, 1901, 74(2000), Seite 11-22, GVK: 322004764
  • Lutz, Annemarie: Ludwig Frahm und Detlev von Liliencron - eine Dichterfreundschaft. 2000, In: Jahrbuch des Alstervereins e. V., Hamburg-Bergstedt: Alsterverein, 1901, 74(2000), Seite 40-51, GVK: 337987408
  • Ludwig Frahm Gedenkbuch, herausgegeben vom Alsterverein e.V. aus Anlass des 100. Geburtstages des Heimatschriftstellers Ludwig Frahm am 25. Juli 1956. Hamburg, 1956, In: Jahrbuch des Alstervereins e. V., GVK: 216302935

Weitere Literatur