Kupfermühle Rohlfshagen

Die Kupfermühle Rohlfshagen war ein wassergetriebenes Hammerwerk, das an der Süderbeste lag.

Unternehmensziel und Produkte

Das Unternehmensziel war die Verarbeitung von Rohkupfer zur Herstellung von Kupferplatten.

Geschichte

Die Kupfermühle wurde 1589 erstmals schriftlich erwähnt. Im Auftrag der Besitzer, von denen die ersten unbekannt blieben, wurde die Anlage von Angehörigen der Schmiede-Familie Franck betrieben. Ein ca. vier Meter hoher Damm staute die Süderbeste, ein Graben leitete das Wasser zu den Hammerwerken.

Im 18. Jahrhundert gehörte die Mühle meist Hamburger Kaufleuten. 1739 wurde Albert Jacob Petersen als Erbpächter bestätigt, später dessen Witwe Catharina Elisabeth. Von dieser und Petersens Erben erwarb sie 1753 der Hamburger Händler Christian Günther Kirchoff. 1761 wurde der Besitz an James (oder Johannes) Burrowes verpfändet und von diesem fünf Jahre später gekauft. Nach weiteren Besitzwechseln gehörte die Kupfermühle ab 1790 dem Hamburger Kaufmann Georg Heinrich Baesecke. Zu dieser Zeit stand neben der Kupfermühle ein Wohnhaus, in dem der damalige Kupferschmiedemeister Joachim Hinrich Franck lebte.

1795 verkaufte Baesecke seinen Besitz an Herman Conrad Schaer, nach dessen Tod wurde die Kupfermühle an Georg Wilhelm Schaer versteigert – das Hamburger Handelshaus Schaer betrieb mehrere Metallverarbeitungstätten in Stormarn. 1808 erwarb Schmiedemeister Joachim Anton Franck die Anlage, die anschließend im Besitz seiner Familie blieb. Nach der Lieferung von Dachplatten für die Lübecker St. Marien-Kirche 1899 stellte die Mühle ihren Betrieb ein. Das Mühlengebäude wurde 1924 abgerissen.

Besonderheiten

Die Kupfermühle war Bestandteil eines gewerblichen Zentrums frühneuzeitlicher Kupferverarbeitung in Schleswig-Holstein, das mit bis zu 19 Standorten auf Stormarner Gebiet lag. Rohlfshagen war bei Betriebseinstellung die letzte verbliebene Kupfermühle in Stormarn.

Der 1883 vor Ort weilende Maler Hans von Zwehl dokumentierte in einem Gemälde die Arbeit in der Mühle mit ihrem Kupferhammer.

Ein Modell des Mühlengebäudes steht im Stormarnschen Dorfmuseum.

Zwei Hämmer und eine große Eisenzange des früheren Mühlenbetriebes werden in der Kupfermühle Rohlfshagen (Restaurant) zu Schauzwecken aufbewahrt.

Persönlichkeiten

Hans von Zwehl GND: 119111861

Links

Quellen im Kreisarchiv Stormarn (Signaturen A1/ 213 bis 234): https://www.kreisarchiv-stormarn.de/mediadb/?q=Kupferm%C3%BChle+Rohlfshagen&b_id=118&dating_from=&dating_to=&name=&hasfile=1&hasfile_sent=1 (Zugriff am 15.03.2021)

14 400
Kupfermühle Rohlfshagen trending_up 53.7626892500 10.3344423400

Name

Kupfermühle Rohlfshagen (Mühlenbetrieb)

GPS-Standort

53° 45' 45'' N, 10° 20' 3'' O

Gründungsdatum

1589 (erste schriftliche Erwähnung)

Auflösungsdatum

1899

Branchen

Verarbeitendes Gewerbe

Strukturansicht

Literatur

  • Baalk, Arthur M. 1903-1934: Die Stormarner Kupfermühlen. 1934, In: Die Heimat, Husum: Husum Dr.- u. Verl.-Ges., 1891, 44(1934), 4 vom: Apr., Seite 81-88, GVK: 770260276
  • Lohr, Axel: Kupfermühlen in Stormarn und Umgebung "... die an Kostbarkeit und Mannigfaltigkeit in Holstein ihresgleichen nicht hatten". 2015, In: Jahrbuch für den Kreis Stormarn, 2015, 34(2016), Seite 30-44, GVK: 841181217
  • Voigt, Johann Friedrich: Hamburgensien in älteren Amtsbüchern des vormaligen Holsteinischen Amts Trittau. Hamburg, 1912, In: Sonderdruck aus: Mitteilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte, Bd. XI, Heft 1, Nr. 1-3, GVK: 347477089
  • Paape, Gerhart: Kupferhämmer und Mühlenwerke in Stormarn. 1938, In: Stormarn, Hamburg: Verlag von Paul Hartung, 1938, (1938), Seite 386-395, GVK: 610714740

Weitere Literatur