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Kreisberufsschule Stormarn

Die Kreisberufsschule Stormarn bestand als Vorläufer der Beruflichen Schulen des Kreises Stormarn 1938–1981 in Bad Oldesloe, seit 1940 mit einer Außenstelle in Ahrensburg.

Aufgabe/Zuständigkeit

Die Kreisberufsschule Stormarn (KBS) in Bad Oldesloe stellte den Schülerinnen und Schülern ein Unterrichtsangebot im Rahmen der dualen Berufsausbildung ergänzend zu den Ausbildungsbetrieben bereit. Die vermittelten fachbezogenen Kenntnisse und Fertigkeiten qualifizierten zum erfolgreichen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Hinzu traten seit den 1960er-Jahren vollzeitschulische Ausbildungsgänge, die durch Vermittlung berufsbezogener und allgemeinbildender Inhalte eine berufliche Grundbildung, den Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) und weiterführende Schulabschlüsse ermöglichten.

Vertreter der KBS wirkten in Prüfungsausschüssen der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck und der Handwerkskammer Lübeck mit.

Struktur

Die KBS gliederte sich in eine gewerbliche, eine kaufmännische, eine landwirtschaftliche und eine hauswirtschaftliche Abteilung, denen jeweils die Teilzeit- und Vollzeitbildungsgänge zugeordnet waren. In der Teilzeitberufsschule der KBS wurden die Schülerinnen und Schüler, nach Berufen getrennt, einmal wöchentlich beschult. In den Ausbildungsgängen Berufsfachschule (Ziel Mittlerer Schulabschluss MSA), Fach- und Berufsoberschule (Ziel fachgebundene Hochschulreife) und Fachgymnasium (Ziel allgemeine Hochschulreife) mit den Schwerpunkten Wirtschaft, Sozialwirtschaft sowie Elektro- und Metalltechnik erhielten die Lernenden Vollzeitunterricht. Der tägliche Unterricht im Berufsbefähigenden Jahr (BBJ) diente der Vorbereitung auf eine Berufsausbildung. Der Berufsbezug in der schulischen Ausbildung im Teilzeit- und Vollzeitbereich wurde durch fachpraktischen Unterricht in schuleigenen Werkstätten und Laboren sichergestellt.

Postkarte mit Präparandeum, 1918

Geschichte

Vor 1938 existierten in der Trägerschaft von Kommunen oder Innungen zahlreiche gewerbliche und kaufmännische Fortbildungsschulen in Bad Oldesloe, Ahrensburg und weiteren Stormarner Gemeinden. Die Einführung der Berufsschulpflicht für Jugendliche unter 18 Jahren rückwirkend zum 01.04.1938 führte zur Gründung der KBS, die in Bad Oldesloe den Betrieb des nach Berufen getrennten Fachunterrichts aufnahm. Die Stadt hatte dazu die Trägerschaft ihrer Berufsschule auf den Kreis übertragen und als Schulgebäude das Präparandeum an der Königstraße/Ecke Salinenstraße zur Verfügung gestellt. Bis auf eine Haushaltungsschulklasse für Frauen war die KBS zunächst eine reine Teilzeitberufsschule. Ab 1940 wurde dann jungen Frauen in den Räumen der Volksschule Reesenbüttel in Ahrensburg als Außenstelle der KBS Bad Oldesloe hauswirtschaftlicher Unterricht erteilt.

Die verstärkte Nachfrage nach Rüstungsgütern vor dem Zweiten Weltkrieg erhöhte den Bedarf an qualifizierten Lehrlingen. Das Kurbelwellenwerk und das Heereszeugamt in Glinde sowie die Walter-Werke in Ahrensburg richteten in Kooperation mit der KBS zusätzlich drei Werkberufsschulen ein, die vom Oldesloer Berufsschuldirektor geleitet wurden. Mit Kriegsende 1945 stellten diese den Betrieb ein.

Der Bombenangriff auf Bad Oldesloe am 24.04.1945 zerstörte das Präparandeum. Die KBS musste sich fast acht Jahre mit räumlichen Provisorien zufriedengeben, obwohl sich die Zahl der Berufsschulpflichtigen aufgrund der Aufnahme vieler Flüchtlinge und Vertriebener nahezu verdoppelte. Unterrichtet wurde u. a. in der Stadtschule, der Oberrealschule sowie dezentral in Räumlichkeiten von allgemeinbildenden Schulen im Kreis außerhalb deren Schulzeiten. Das Herrenhaus Schloss Ahrensburg beherbergte 1946–1954 die Außenstelle der KBS.

Mit dem Berufsschulgesetz vom 28.02.1950 übernahm das Land die Personalkosten der Schulen. Daher konnte der Kreis 1952 in Bad Oldesloe drei Gebäude der ehemaligen Margarinefabrik des Unternehmers Friedrich Bölck an der Grabauer Straße/Ecke Lorentzenstraße erwerben und zu einer modernen Berufsschule ausbauen.

Zwei Drittel aller gewerblichen Auszubildenden kamen aus dem Südkreis. Das führte auch in der Ahrensburger Außenstelle zu räumlichen Engpässen. Deshalb stellte die Stadt Ahrensburg 1952 dem Kreis ein Grundstück in der Hermann-Löns-Straße für einen Neubau zur Verfügung, der am 14.04.1954 fertiggestellt wurde.

In den Folgejahren überstieg der Bedarf an Ausbildungsplätzen das Angebot. Daher wurden vermehrt Plätze im beruflichen Vollzeitschulbereich nachgefragt, was an beiden Standorten erneut zu Raumknappheit führte. Der Kreistag beschloss am 15.12.1967 den Bau einer Berufsschule am Schanzenbarg in Bad Oldesloe. Im April 1977 wurde dort der Unterricht aufgenommen. Die Außenstelle der KBS in Ahrensburg wurde 1962–1974 um fünf Bauabschnitte sowie um eine überbetriebliche Ausbildungsstätte (ÜAS) erweitert.

Ende der 1970er-Jahre verschärften die gestiegenen Schülerzahlen die Probleme der pädagogischen Leitung und Organisation der KBS. Deshalb beschloss der Kreistag am 30.10.1980, die Ahrensburger Außenstelle ab August 1981 zu verselbstständigen.

Leitungen

Günther Warnke 1971–1981
Friedrich-Wilhelm Wolff 1965–1971
Hans Thode 1957–1965
Peter Kruse 1946–1957
Hans Thode 1938–1945

Teilnehmerentwicklung

Schülerinnen und Schüler:
1980 3500
1977 3555
1974 2554
1963 2458
1951 3223
1946 1317
1938 983
Lehrkräfte:
1980112
1977 99
1963 42
1951 39
1946 13
1938 9

14 400
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Name

Kreisberufsschule Stormarn

Bildungsform

Sekundarbereich II

Sitz

Schanzenbarg 2A, 23843 Bad Oldesloe

GPS-Standort

53° 48' 28'' N, 10° 23' 50'' O

Gründungsdatum

01.04.1938

Auflösungsdatum

31.07.1981

Leitung

Günther Warnke

Anzahl Schüler/ Auszubildende/ Studierende

3500

Träger

Kreis Stormarn

Strukturansicht

Literatur

  • Protzak, Roman: Berufliche Bildung in Stormarn Entwicklung - Bedeutung - Perspektiven$dFestschrift anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Beruflichen Schulen in der Trägerschaft des Kreises Stormarn. Reinfeld, Masuhr Druck- und Verlags GmbH , GVK: 1010150383
  • 50 Jahre Berufliche Schulen des Kreises Stormarn. Neumünster, Wachholtz 1988, GVK: 162845413

Weitere Literatur