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Herrenhaus Höltenklinken

Das 1909 erbaute Herrenhaus Höltenklinken ersetzte ein in der ersten Hälfte des 19. Jh. errichtetes schlichteres Gebäude und wurde 2016 durch einen Brand unbewohnbar.

Südansicht des Herrenhauses, 1954

Außenarchitektur

Der zweigeschossige Putzbau mit ausgebautem gegliedertem Walmdach besitzt an der Eingangsseite einen 34 m hohen Turm. Die äußere Gestaltung des nach Plänen von August Odt errichteten Herrenhauses zeigt Heimat- und Jugendstilformen. Der langgestreckte Baukörper wird durch vielfältige Elemente wie Erker, Zwerchhäuser mit Giebeln, einen Säulenportikus und eine Veranda an der Gartenseite gegliedert. Das Haus ist an drei Seiten von einem Wassergraben umgeben. Die Süderbeste durchquert das Gelände an der Ostseite.

Innenarchitektur

Das Herrenhaus verfügt über einen großen Speisesaal sowie über 30 weitere Zimmer. Die ursprüngliche Raumaufteilung ist unverändert geblieben, ebenso das Treppenhaus und die Eingangshalle mit einem Kamin und Delfter Kacheln.

Geschichte

Mit dem Herrenhaus Höltenklinken ersetzte die Eigentümerfamilie Stachow 1909 ein zwei Jahre zuvor abgerissenes Vorgängergebäude. Zusätzlich entstanden eine Parkanlage und die Wirtschaftsgebäude.

1928 kaufte Konrad Meyer das Anwesen und lebte bis zu seinem Tod 1972 im Herrenhaus. Anschließend wohnten hier seine Tochter Christiane Knapp und ihr Ehemann Adolf Wilhelm Knapp. 2006 gaben sie die Verwaltung des Hauses an ihren Sohn Rüdiger Knapp ab, der zuletzt auf dem Gelände eine Schweinezucht unterhielt.

Das Herrenhaus wurde 1968 renoviert. Ein Brand am 14.09.2016 zerstörte den kompletten Dachstuhl des Hauses. Wegen zusätzlicher Schäden durch Löschwasser in den unteren Etagen ist das Haus seitdem nicht mehr bewohnbar.

Erhaltungszustand

Ein Notdach schützt die Ruine.

Datierung Schutzstellung

01.06.1994

Begründung Schutzstellung

Das Gebäude verkörpert den Typ des in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ausgebildeten jüngeren Gutshauses, das die Tendenzen der Villenarchitektur in den Städten widerspiegelt. Ihm kommt wegen seiner qualitätsvollen Ausbildung eine besondere Bedeutung zu.

Links

Zeitungsartikel zum Brand des Herrenhauses: https://www.ln-online.de/lokales/stormarn/feuer-in-denkmalgeschuetztem-gut-hoeltenklinken-IX532PBTYWSPKCUYV5AFQHUBPI.html (Zugriff am 18.02.2025)

Informationen zum Herrenhaus Höltenklinken: https://www.kreis-stormarn.de/freizeit-und-tourismus/herrenhaeuser/hoeltenklinken.html (Zugriff am 18.02.2025)

Zeitungsartikel zur Gutsbesitzerfamilie: https://www.ln-online.de/lokales/stormarn/gutsherr-mit-sinn-fuers-moderne-A4VUHBRVF3AGX3XRTMB6DPYB7U.html (Zugriff am 04.06.2025)

14 400
Herrenhaus Höltenklinken business 53.7792010000 10.3219340000

Ort

Klinken 25, 23843 Höltenklinken, Kreis Stormarn

GPS-Standort

53° 46' 45'' N, 10° 19' 18'' O

Fläche o. Länge o. Außenmaß

Breite: 36,34 m, Tiefe: 12,92 m, Höhe: 34 m

Auftraggeber

Oskar Julius Stachow

Planer/Architekt

August Odt

Errichtungsdatum

1909

Literatur

  • Lafrenz, Deert : Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Petersberg, Imhof 2015, GVK: 776670891
  • Hubertus Neuschäffer : Schleswig-Holsteins Schlösser und Herrenhäuser. Husum, Husum-Druck- und Verl.-Ges 1992, GVK: 119308177

Weitere Literatur