Friedrich-Wilhelm Wollenberg

Friedrich-Wilhelm Wollenberg war Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg. Er war Mitglied der SPD und kommunalpolitisch in Ammersbek und auf Kreisebene tätig.

Ausbildung

Friedrich-Wilhelm Wollenberg besuchte in Berlin-Charlottenburg das Bismarck-Gymnasium, das er 1939 mit dem Notabitur verließ. Kriegsbedingt konnte er erst 1947 ein Studium an der Universität Hamburg mit den Studienfächern Deutsche Philologie, Literaturgeschichte, Philosophie und Evangelische Religionslehre beginnen. Dies schloss er 1961 mit dem Staatsexamen ab. Mit einer Arbeit über die Jugendlyrik von Clemens Brentano wurde er 1964 an der Universität Hamburg zum Doktor der Philosophie promoviert.

Beruflicher Werdegang

Nach der Promotion folgte die Einstellung als Dozent an der Universität Hamburg und die Mitarbeit am Goethe-Wörterbuch. 1977-1978 gehörte Wollenberg als Hochschullehrer dem Wissenschaftlichen Rat der Universität an. 1979 erfolgte die Überleitung als Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft im Fachbereich Sprachwissenschaften an der Universität Hamburg. 1987 wurde er emeritiert.

Lebenslauf

Friedrich-Wilhelm Wollenberg wuchs zusammen mit der zwei Jahre älteren Schwester Elisabeth in einem gebildeten, humanistisch und musikalisch orientierten Elternhaus in Berlin-Charlottenburg auf. Der Vater Albert Wollenberg war Professor für Orthopädie mit eigener Praxis. Bei den Luftangriffen der Alliierten auf Berlin verloren die Eltern ihre Wohnung und wurden nach Emmelsbüll (Kreis Nordfriesland) evakuiert. Wollenberg wurde mit 18 Jahren zur Wehrmacht eingezogen. Bei Kriegsende kam er in Italien in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach Rückkehr in Deutschland heiratete er 1946 Anneliese Katzenstein in Hamburg. Die Eheleute hatten eine Tochter. Die Ehefrau verstarb 1962. Nach zwei Jahren heiratete er Gabriele Grisard. 1967 und 1968 wurden zwei weitere Töchter geboren. Seit 01.04.1969 wohnte die Familie in Ammersbek.

Werk/Aktivitäten

1975 verfasste Wollenberg als Herausgeber die erste Ausgabe der Zeitung "Der Ammersbeker – Nachrichten für Bünningstedt und Hoisbüttel", in der er ausschließlich eigene Artikel und kritische Kommentare schrieb.

Er war 1981 Gründungsmitglied vom Ammersbeker Kulturkreis e. V. und 13 Jahre dessen Vorsitzender. „Fiete“ genannt, förderte er insbesondere die darstellende Kunst durch Gründung einer Theatergruppe und eines hauseigenen Kabaretts. Er war selbst Darsteller in Inszenierungen, verfasste Texte, leitete einen Literatur- und Biografiekreis und prägte mit seiner Persönlichkeit das Ammersbeker Kulturleben. Seit 1993 war er Ehrenmitglied des Kulturkreises.

Bedeutung

Friedrich-Wilhelm Wollenberg war eine im klassischen Sinne humanistisch geprägte Persönlichkeit. Er setzte sich für kulturelle, kommunale und politische Ziele ein, die an einem friedensstiftenden und humanen Menschenbild orientiert waren.

Ehrenämter

1971 trat Wollenberg in die SPD ein, war 1973 zunächst stellvertretender, dann ab 1974 vier Jahre Vorsitzender des Ortsvereins Bünningstedt-Hoisbüttel. Als SPD-Mitglied war er von 1974-1976 für die Gemeinde Bünningstedt und 1978-1983 für die Gemeinde Ammersbek kommunalpolitisch aktiv. 1974-1976 war er bürgerliches Mitglied im Sport- und Sozialausschuss, in der Folge 1978-1982 erster stellv. Bürgervorsteher und als Gemeindevertreter 1978-1983 im Hauptausschuss und im Ausschuss für Schule, Jugend und Kultur tätig.

1974-1978 hatte er als SPD-Abgeordneter einen Sitz im Stormarner Kreistag.

Durch seine Kriegserfahrung war er stark friedenspolitisch orientiert. 2001 trat er wegen der Zustimmung der SPD zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan aus der SPD aus.

Ehrungen und Preise

1978 Ehrenurkunde des Kreises für verdienstvolle und ehrenamtliche Tätigkeit
1991 Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein
1993 Ehrennadel des Kreises Stormarn
1996 Treueurkunde für die 25-jährige Mitgliedschaft in der SPD

Besonderheiten

Ab 1963 spielte Wollenberg als Cellist im Hasse-Orchester Hamburg-Bergedorf, später bis 1999 im Eppendorfer Kammerorchester.

Links

Eintrag im Professorenkatalog der Universität Hamburg: www.hpk.uni-hamburg.de/resolve/id/cph_person_00002256 (Zugriff am 28.03.2019)
Website des Hasse-Orchesters: www.hasse-orchester.de/ (Zugriff am 31.03.2019)
Website des Ammersbeker Kulturkreises: www.ammersbeker-kulturkreis.de/ (Zugriff am 30.03.2019)

Familienname

Wollenberg

vollständige Vornamen

Friedrich-Wilhelm

Geburtsdatum

07.10.1921

Geburtsort

Berlin

Sterbedatum

24.09.2011

Sterbeort

Ammersbek

Begräbnisort

Bargteheide

Geschlecht

männlich

Religion

evangelisch

Berufe

Hochschullehrer, Germanist

Ehe-/Lebenspartner

Anneliese Wollenberg, geb. Katzenstein (1919-1962); Gabriele Wollenberg, geb. Grisard (1939)

Kinder

drei Töchter

Eltern

Albert Wollenberg (1876-1964); Ursula Wollenberg, geb. Dengel (1898-1957)

Kreistag 1974-1978: Mitglieder

Verkehrsausschuss 1974-1978: Mitglieder

Literatur von der Person

  • Wollenberg, Friedrich-Wilhelm: Brentanos Jugendlyrik: Studien zur Struktur seiner dichterischen Persönlichkeit. Hamburg, Hochschulschrift 1964, DNB: 482362871