Friedrich Puvogel

Friedrich Puvogel war ein Verleger, Publizist und Politiker in Wandsbek.

Ausbildung

Nach der Elementarschule besuchte Friedrich Puvogel ab dem neunten Lebensjahr die Küsterschule im Flecken Wandsbek, außerdem erhielt er Privatunterricht. Im Frühjahr 1851 begann er bei der Voigt'schen Druckerei in Wandsbek eine Lehre zum Buchdrucker, die er nach vier Jahren abschloss.

Lebenslauf

Friedrich Puvogel wurde als jüngster von fünf Söhnen in einer Tischlermeister-Familie geboren.

Aus seiner 1861 geschlossenen Ehe mit Louise Siemers aus Eilbek gingen drei Söhne hervor. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er am 10.04.1890 Helene Krogmann, die Tochter eines Wandsbeker Gastwirts.

Werk/Aktivitäten

1855 eröffnete Friedrich Puvogel mit seinem Bruder Ferdinand die Puvogel'sche Buchdruckerei. Die spätere Druckerei und der Verlag Fr. Puvogel war einer der größten Betriebe seiner Art in Schleswig-Holstein.

Am 11.08.1859 erhielt Puvogel von Friedrich VII. von Dänemark das Privileg zur Herausgabe einer Zeitung. Mit dem Titel "Wandsbecker Bote und Stormarnsche Nachrichten" lehnte er sich an die von Heinrich Carl von Schimmelmann gegründete und 1771-1775 Matthias Claudius geleitete Zeitung "Der Wandsbecker Bothe" an.

Nachdem Wandsbek 1870 Stadtrechte erhalten hatte, wurde Puvogel Stadtverordneter. Ab 1873 im Amt des Beigeordneten tätig - dies entsprach dem stellvertretenden Bürgermeister -, vertrat er 1886-1888 den erkrankten Bürgermeister Wilhelm Davids. 1889 erhielt er den Titel Zweiter Bürgermeister, in diesem Amt wirkte er bis zu seinem Tod. 1874 wurde Puvogel in den Stormarner Kreistag gewählt, 1882-1895 gehörte er dem schleswig-holsteinischen Provinziallandtag an.

Ab 1883 leitete Puvogel den städtischen Verschönerungsverein. Darüber hinaus engagierte er sich für den 1888 eingeweihten Neubau der Höheren Bürgerschule, des heutigen Matthias-Claudius-Gymnasiums.

Parallel dazu wirkte Puvogel zunehmend als lokaler Chronist. Seine zuerst als Artikelserie im "Wandsbecker Boten" erschienenen historischen Schriften, etwa über den Stadtbezirk Marienthal und den Stadtteil Königsland sowie die Chronik Wandsbeks, publizierte er als Bücher in der eigenen Verlagsdruckerei.

Bedeutung

Als Verleger und Politiker war Friedrich Puvogel jahrzehntelang an der Gestaltung des öffentlichen Lebens im Flecken und der Stadt Wandsbek beteiligt.

Puvogel-Brunnen, 2021

Ehrungen und Preise

1888 Roter Adlerorden IV. Klasse für sein Engagement für den Neubau der Höheren Bürgerschule

1906 Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Kreisfreien Stadt Wandsbek

1907 Einweihung des vom Bildhauer Cuno von Uechtritz-Steinkirch gestalteten Puvogelbrunnens am Wandsbeker Marktplatz

1950 Umbenennung der Von-der-Tann-Straße in Puvogelstraße in Hamburg-Wandsbek

Besonderheiten

Puvogels Grabmal, das zunächst auf dem Alten Friedhof Wandsbek gestanden hatte, wurde 1990 auf dem Historischen Friedhof an der Christuskirche neu aufgestellt.

Persönlichkeiten

Friedrich VII. von Dänemark GND: 119217147
Matthias Claudius GND: 118521098
Wilhelm Davids
Cuno von Uechtritz-Steinkirch GND: 117265594

Familienname

Puvogel

vollständige Vornamen

Friedrich Christoph Martin

Rufname

Friedrich

Geburtsdatum

11.08.1836

Geburtsort

Wandsbek

Sterbedatum

04.08.1907

Sterbeort

Wandsbek

Begräbnisort

Alter Friedhof Wandsbek

Geschlecht

männlich

Religion

evangelisch

Berufe

Verlags- und Druckereibesitzer, Publizist

Funktionen, Rang

Stadtverordneter, Beigeordneter, Zweiter Bürgermeister in Wandsbek

Ehe-/Lebenspartner

1. Ehe: Louise Dorothea Antoinette Puvogel, geb. Siemers (1837-1888); 2. Ehe: Helene Christina Wilhelmine Puvogel, geb. Krogmann (1838-1919)

Kinder

drei Söhne aus erster Ehe

Eltern

Johann Diedrich Puvogel (1801/02-1887); Anna Johanna Catharina Puvogel, geb. Bät(t)ger (1804-1885)

Strukturansicht

Literatur von der Person

  • Puvogel, Friedrich 1836-1907: Wandsbek zwischen Stormarn, Preußen und Hamburg ; eine Chronik von 1850 bis 1900. Berkenthin, Schwanenverl. 2001, GVK: 338085491
  • Puvogel, Friedrich 1836-1907: Der Wandsbecker Stadtbezirk Marienthal geschichtliche Aufzeichnungen über die Entstehung und Entwicklung desselben und die damit im Zusammenhange stehenden Vorgänge im öffentlichen Leben Wandsbecks. Wandsbeck, "Wandsbecker Bote" 1894, GVK: 770491812
  • Puvogel, Friedrich 1836-1907: Der Wandsbecker Stadttheil Königsland ein Beitrag zur Geschichte Wandsbecks. Wandsbeck, "Wandsbecker Bote" 1895, GVK: 328562807
  • Puvogel, Friedrich 1836-1907: Wandsbeck in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts ortsgeschichtliche Aufzeichnungen. Wandsbeck, Geschäftsstelle des "Wandsbecker Boten" 1901, GVK: 344857646

Literatur

  • Hoyer, Wolfgang: Friedrich Puvogel Druckereibesitzer, Verleger des "Wandsbecker Boten" und Zweiter Bürgermeister. 2004, In: Jahrbuch für den Kreis Stormarn ..., Großhansdorf: ProFunda-Verl., 1983, 23(2005), Seite 111-117, GVK: 486536882
  • Röpke, Georg-Wilhelm 1917-: Der historische Friedhof Wandsbek mit dem Schimmelmann-Mausoleum. [Hamburg], Heinevetter 1998, GVK: 245943323

Weitere Literatur