Dorf Havighorst KO

Havighorst im Kirchspiel Oldesloe (KO) war im Spätmittelalter Reinfelder Klosterbesitz und gehörte anschließend zum landesherrlichen Amt Reinfeld.

Lage

Das Dorf Havighorst KO lag im Westen des landesherrlichen Amtes Reinfeld und war umgeben von den Dörfern Bühnsdorf und Willendorf im Norden, Rehhorst im Osten und Steinfeld im Süden. Im Westen grenzte es an das Adlige Gut Fresenburg sowie die Dörfer Wakendorf und Bahrenhof.

Ortsgliederung

Außer dem Ortskern bestand das Dorf Havighorst aus den ausgebauten Stellen Schüttenkaten, Rögen, Altenweide, Steenkoppel, Niendeel und Heckkaten.

Freikaufbrief für den Viertelhufner Claus Matz in Havighorst, 1774

Geschichte

Das Dorf Havighorst gehörte nach Weihung der Peter-Paul-Kirche in Oldesloe 1152 zum Kirchspiel Oldesloe (KO). Eine erste Erwähnung von Havighorst – auch Havikhorst – fand jedoch erst 1313 statt. Der Name bedeutet Habichthorst und lässt auf ehemals große Waldvorkommen schließen. 1327 wurde das Dorf von Johann von Rönnau an das Kloster Reinfeld verkauft. Bereits ab 1330 besaß es eine zum Kloster gehörende Kapelle, die später verfiel.

1582 kam Havighorst nach der Auflösung des Klosters durch Johann von Schleswig-Holstein-Sonderburg dem neu errichteten landesherrlichen Amt Reinfeld zu. Die früheren Klosterteiche verlandeten in den folgenden Jahrhunderten. 1681 begann die Verkoppelung im Dorf. Seine Bewohner waren noch bis 1770/1772 dem Vorwerk Steinhof dienstpflichtig und Zwangsgäste der Reinfelder Kornmühle. Der Bauernvogt vertrat sie gegenüber der Obrigkeit.

Mit dem Übergang Holsteins an Preußen 1867 und der Auflösung der landesherrlichen Ämter wurde das Dorf zur Landgemeinde und dem Kirchspielvogteibezirk Reinfeld zugeteilt.

Siedlungs- und Bevölkerungsentwicklung

Jahr: Einwohner:
1867 259
1855 264
1825 229

Wirtschaft

Über Jahrhunderte prägte die Landwirtschaft mit Milchwirtschaft und Getreideanbau das Dorf Havighorst KO. Dazu gesellten sich das dörfliche Landhandwerk und wenige Gewerbe mit Kleinwarenhandel und Gastwirtschaft. Im 19. Jahrhundert war eine Ziegelei ansässig.

Infrastruktur

1720 gründete sich die Havighorster, Rehhorster und Steinfelder Knechtsgilde, die spätere Havighorster Mobiliengilde.

Kultur, Bildung und Sport

Seit dem 18. Jahrhundert befand sich eine Schule im Dorf.

Persönlichkeiten

Johann von Rönnau
Johann von Schleswig-Holstein-Sonderburg GND: 121500373

14 400
Dorf Havighorst KO location_city 53.8606850000 10.4198910000

Bundesland

Schleswig-Holstein

Kreis / Kreisfreie Städte

Kreis Stormarn

Verwaltungssitz

Schloss Reinfeld bis 1761, danach Schloss Traventhal

GPS-Standort

53° 51' 38'' N, 10° 25' 11'' O

Ersterwähnung / Gründung

vor 1237

Auflösungsdatum

1867

Einwohnerzahl

259

Kirchspiel Oldesloe: Dörfer und Städte

Amt Reinfeld (1582-1867): Siedlungen und Dörfer

Landgemeinde Havighorst KO: Vorgänger

Literatur

  • Klein, R.: 750 Jahre Havighorst Chronik, Geschichte und Geschichten eines nordstormarnschen Bauerndorfes. Havighorst, GVK: 897257170

Weitere Literatur