Adliges Gut Wulksfelde

Das Adlige Gut Wulksfelde gehörte zu den jüngsten Adligen Gütern in Holstein.

Lage

Das Adlige Gut Wulksfelde lag an der Oberalster. Benachbart waren westlich das Kanzleigut Tangstedt, im Norden das Dorf Kayhude des Adligen Gutes Borstel, nordöstlich das Adlige Gut Jersbek sowie im Süden die hamburgische Walddörfergemeinde Wohldorf und das zum Kanzleigut Tangstedt gehörende Duvenstedt.

Ortsgliederung

Es umfasste neben dem Gutshof und einigen separat liegenden Hofstellen die nördlich und nordöstlich gelegenen Dörfer Rade und Wiemerskamp, die nördlich von Rade gelegene Erbpachtstelle Ehlersberg sowie im Norden den Hof Rethfurt.

Geschichte

Bendix Wilhelm Georg von Oberg, Gutsherr des Adligen Gutes Jersbek, hatte den Meierhof Wulksfelde bei der Versteigerung am 20.02.1771 in Kiel an Justus Hermann Schaeffer verkauft. Daraus entstand das neue Gut Wulksfelde, das zum Kirchspiel Bergstedt gehörte. 1807 wurde es zum Adligen Gut erhoben und dem Itzehoer Güterdistrikt zugeordnet.

Der Meierhof war bis zum Verkauf zum Großteil an Landpächter und zum kleineren Teil an Meiereipächter (Holländer) verpachtet. Die Pachtverhältnisse wurden zum Teil fortgeführt.

Die Bewirtschaftung der Eigenflächen erfolgte bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft 1805 überwiegend durch Leibeigene. An ihre Stelle traten bezahlte Landarbeiter.

Der nach 1771 entstandene Meierhof Rethfurt ist 1854 mit 66 Hektar verkauft worden.

Das Adlige Gut Wulksfelde wurde im Rahmen der Einführung der preußischen Verwaltung ab 1867 aufgelöst. Aus den Gutsdörfern Rade und Wiemerskamp sowie der Hofstelle Ehlersberg und den separaten Höfen ist 1872 die Landgemeinde Wulksfelde gebildet worden, aus dem Restgut der Gutsbezirk Wulksfelde.

Politik und Verwaltung

Gutsherr
Georg Christian Uhrlaub 1819-1872
Rudolph Fürstenau 1817-1819
Jacob Friedrich David Rudolph Fürstenau 1807-1817

Siedlungs- und Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1871 98
1867 119
1855 456

Wirtschaft

Zum Gut gehörten mehrere gewerbliche Einrichtungen wie die Rader Mühle an der Sielbek sowie bis zum Brand um 1855 die Papierwassermühle an der Gurbek.

Zeitweilig wurden eine Ziegelei, eine Kattunfabrik (unter Jacob Friedrich David Rudolph Fürstenau), eine Braunbierbrauerei, eine Schnapsbrennerei, eine Glashütte, eine Korbflechterei und eine Kistenmacherei (unter Georg Christian Uhrlaub) betrieben.

Infrastruktur

Die Oberalster, die Wulksfelder Straße, die große Land- und Heerstraße von Segeberg über Rethfurt und Wulksfelde nach Hamburg sowie die 1840 und 1845 fertiggestellten Chausseen Lübeck-Altona und Segeberg-Kayhude begünstigten den Warentransport.

Kultur, Bildung und Sport

Die um 1774 bei Rade errichtete erste Schule ist 1805 in das Dorf Rade verlegt worden.

Sehenswürdigkeiten

Das 1860 erbaute Herrenhaus ist ein Beispiel für den Spätklassizismus.

Links

Wikipediaartikel zu „Tangstedt (Stormarn)“: https://de.wikipedia.org/wiki/Tangstedt_(Stormarn) (Zugriff am 11.12.2018)

Vorgänger

14 400
Adliges Gut Wulksfelde location_city 53.7181185000 10.1123702000

Bundesland

Schleswig-Holstein

Kreis / Kreisfreie Städte

Stormarn

GPS-Standort

53° 43' 5'' N, 10° 6' 44'' O

Fläche

1,09 km2

Höhe

33 m über NN

Ersterwähnung / Gründung

1807

Auflösungsdatum

1872

Politischer Repräsentant

Georg Christian Uhrlaub

Einwohnerzahl

98

Bevölkerungsdichte

89,9 Einwohner / km2

Dörfer

Vorgänger

Gutsbezirk Wulksfelde: Vorgänger

Kreis Stormarn: Vorgänger

Literatur

  • Körner, Johann: Wulksfelde einst und jetzt. Hamburg, 1957, In: Jahrbuch des Alstervereins e. V, Hamburg-Bergstedt: Alsterverein, Band 36 (1957), S. 24-28, GVK: 611930544
  • Neuschäffer, Hubertus: Schlösser und Herrenhäuser in Südholstein e. Handbuch. Würzburg, Weidlich 1984, GVK: 040136426
  • Lohr, Axel: Die Geschichte des Gutes Wulksfelde seit 1771. Hamburg, 2010, In: Jahrbuch des Alstervereins e. V, Hamburg-Bergstedt: Alsterverein, Band 84 (2010), S. 23-75, GVK: 641328001
  • Lafrenz, Deert: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Petersberg, Imhof 2015, GVK: 776670891

Weitere Literatur