Mennokate

Die Mennokate ist ein Baudenkmal der Reformationszeit und erinnert an die im 16. Jahrhundert verfolgte Glaubensgemeinschaft der Mennoniten.

Außenarchitektur

Die Kate ist im Kern ein Fachwerkbau mit reetgedecktem Walmdach und zwei gemauerten mächtigen Schornsteinköpfen. Ihre Außenmauern bestehen heute aus weiß gekalktem Ziegelmauerwerk. Die hölzernen Sprossenfenster sind innen mit sprossenlosen Isolierflügeln versehen.

Innenarchitektur

Die Räume beidseits der kleinen Eingangsdiele zeigen zum Teil noch das ursprüngliche Fachwerk.

Geschichte

Die Mitte des 16. Jahrhunderts errichtete Gutskate wurde vermutlich bereits kurz darauf von dem Eigentümer des Adligen Gutes Fresenburg Bartholomäus von Ahlefeldt dem niederländischen Reformator Menno Simons zur Verfügung gestellt. Dieser betrieb hier zwischen Frühjahr 1554 und spätestens Sommer 1556 eine Druckerei, in der er neben grundlegenden Werken der nach ihm benannten Glaubensgemeinschaft der Mennoniten auch eigene Schriften drucken ließ, u. a. die zweite Auflage des "Fundamentbuchs".

Wohl im 18. Jahrhundert wurden die Fachwerkfassaden des Gebäudes durch Ziegelmauern ersetzt. Im 19. Jahrhundert diente die Kate als Armenhaus des Gutes.

1960 pachtete die Vereinigung der Deutschen Mennonitengemeinden die Kate und das Grundstück von der derzeitigen Eigentümerfamilie von Jenisch und sanierte sie grundlegend. In zwei Räumen wurde das kleine Museum Mennokate eingerichtet. Weitere Sanierungen der Kate erfolgten 1985/86 und ab 2015.

Bedeutung

Die Mennokate ist bei den weltweit verstreuten Mennoniten-Gemeinden ein bekanntes Bauwerk und wird insbesondere von Angehörigen der Glaubensgemeinschaft besucht.

Nutzung

Die Kate wird als Wohn- und Ausstellungsgebäude genutzt.

Erhaltungszustand

Durch die gelegentlichen Grundsanierungen und laufende Pflege ist die Kate in gutem Zustand, ebenso die Menno-Linde.

Gedenkstein für Menno Simons mit Kupferrelief von Richard Kuöhl, 2007

Besonderheiten

Die vor dem Haus stehende Linde soll der Überlieferung nach von Menno Simons eigenhändig gepflanzt sein. Sie ist bereits 1938 als Naturdenkmal eingetragen worden.

Im Garten nordwestlich der Kate ist eine von Hecken gesäumte Rasenfläche angelegt, in deren Mitte ein 1902 errichteter Gedenkstein steht. Er trägt ein Kupferrelief mit dem Portrait von Simons, das Richard Kuöhl 1957/58 geschaffen hat. Den Stein umgeben inzwischen mehrere Gedenkplatten mennonitischer Gemeinden.

In der Nähe wurde 2014 eine Rotbuche als Zeichen der Versöhnung zwischen Lutheranern und Mennoniten gepflanzt.

Persönlichkeiten

Menno Simons GND: 118580884
Bartholomäus von Ahlefeldt
Richard Kuöhl GND: 118024965

Datierung Schutzstellung

15.04.1967

Begründung Schutzstellung

Die Kate ist zusammen mit der Linde aus künstlerischen und geschichtlichen Gründen erhaltenswert.

14 400
Mennokate business 53.8214340000 10.3714920000

Ort

Altfresenburg 1, 23843 Bad Oldesloe

GPS-Standort

53° 49' 17'' N, 10° 22' 17'' O

Errichtungsdatum

Mitte des 16. Jahrhunderts

Literatur

  • Hennigs, Burkhard von: Die Mennokate bei Bad Oldesloe. In: Denkmalpflege im Kreis Stormarn, Neumünster: Wachholtz, (1989), S. 85-90, GVK: 1004508840
  • Spallek, Johannes: Ein Bildnis von Menno Simons. Hamburg, 1997, In: Jahrbuch für den Kreis Stormarn ..., Großhansdorf: ProFunda-Verl, Band 16 (1998), S. 8-12, GVK: 345929896

Weitere Literatur