Walter Frahm

Der Lehrer und Schulrektor Walter Frahm publizierte volks- und heimatkundliche Werke zu Stormarn.

Präparandeum in Bad Oldesloe, ca. 1915

Ausbildung

Walter Frahm besuchte 1899-1904 das Präparandeum in Oldesloe und das Lehrerseminar in Ratzeburg. Dort legte er am 18.02.1904 die Erste Lehrerprüfung und am 25.04.1907 in Kiel die Zweite Lehrerprüfung ab. Die Befähigung zur Übernahme einer Rektorenstelle erreichte er durch die Mittelschullehrerprüfung am 06.11.1914 in Kiel.

Beruflicher Werdegang

Walter Frahm wirkte 1908-1915 als Volksschullehrer in Glashütte und 1908-1915 in Lokstedt. Er kam dann kurzzeitig als Mittelschullehrer nach Wandsbek und übernahm am 07.11.1916 eine Rektorenstelle in Kiel. 1920 wurde er Rektor im Wandsbeker Stadtteil Hinschenfelde (heute Hamburg). In seiner beruflichen Arbeit als Rektor legte er besonderen Wert auf die Vermittlung heimatkundlicher Stoffe. 1930 bewarb er sich erfolglos auf die Stelle des Kreisschulrats in Stormarn.

Nach dem Ende von NS-Diktatur und Zweitem Weltkrieg wurde Walter Frahm von der britischen Militärregierung wegen seiner NS-Vergangenheit seines Amtes als Rektor enthoben. Der Fachausschuss für die Entnazifizierung bestätigte am 18.02.1947 die Amtsenthebung, anschließend wurde Walter Frahm am 04.09.1947 auf eigenen Antrag in den Ruhestand versetzt.

Lebenslauf

Der Lehrerssohn beteiligte sich 1907 zusammen mit seinem deutschnational-völkisch orientierten Vater Ludwig Frahm, der ihm als Vorbild diente, in Hummelsbüttel an den Ausgrabungen des Bohlweges.

Am 10.01.1910 heiratete er Karoline Petersen. Vom Militärdienst im Ersten Weltkrieg war er aus gesundheitlichen Gründen befreit.

1925-1969 arbeitete Walter Frahm - zunächst zusammen mit seinem Vater - in der Schriftleitung des Jahrbuchs des Alstervereins e. V. mit, wurde jedoch erst ab 1933 namentlich genannt.

Am 01.05.1933 trat Walter Frahm in die NSDAP sowie 1933/34 in weitere Parteigliederungen ein (Nationalsozialistischer Lehrerbund und Nationalsozialistische Volkswohlfahrt).

Nach seiner Amtsenthebung und Versetzung in den Ruhestand blieb Walter Frahm nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin heimatkundlich-publizistisch aktiv. Zudem arbeitete er als ehrenamtlicher Berater der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek, u. a. in der Hamburgensien-Sammlung.

Werk/Aktivitäten

Walter Frahm sammelte und publizierte volkstümliche Literatur, wie Sagen und Märchen, aus Stormarn. Er verfasste zahlreiche volks- und heimatkundliche Aufsätze, vor allem im Jahrbuch des Alstervereins e. V. 1938 gab er zusammen mit Constantin Bock von Wülfingen einen geschichts- und heimatkundlichen Sammelband über Stormarn heraus.

Bedeutung

Walter Frahms Publikationen gelten - obwohl wissenschaftlich teilweise überholt und in späteren Jahren von nationalsozialistischer Ideologie geprägt - bis heute als Quelle für die Erforschung von Stormarns Geschichte.

Ehrenämter

1924-1938 erster ehrenamtlicher Archivpfleger beim Kreisarchiv Stormarn

Ehrungen und Preise

Frahm wurde aus Anlass seines 70. Geburtstags am 31.08.1953 zum Ehrenmitglied im Alsterverein e. V. ernannt. In Hamburg-Wandsbek ist ihm seit 1984 der Walter-Frahm-Stieg gewidmet.

Persönlichkeiten

Constantin Bock von Wülfingen GND: 127859047
Ludwig Frahm GND: 116692251

Links

Website über Hamburger Personen im Nationalsozialismus: www.hamburg.de/clp/dabeigewesene-dokumente/clp1/ns-dabeigewesene/onepage.php?BIOID=254 (Zugriff am 23.08.2019)
Zum Register des Jahrbuchs des Alstervereins e. V. mit den Aufsätzen Walter Frahms: www.alsterverein.de/jahrbuch/ (Zugriff am 21.08.2020)

Familienname

Frahm

vollständige Vornamen

Walter

Geburtsdatum

31.08.1883

Geburtsort

Rethwischfeld

Sterbedatum

26.04.1969

Sterbeort

Hamburg-Wandsbek

Geschlecht

männlich

Religion

evangelisch

Berufe

Lehrer

Funktionen, Rang

Schulrektor in Kiel und in Wandsbek-Hinschenfelde (heute Hamburg)

Ehe-/Lebenspartner

Karoline Frahm, geb. Petersen (1887-1972)

Kinder

zwei Söhne und zwei Töchter

Eltern

Ludwig Frahm (1856-1936), Anna Elsabe Frahm, geb. Thormählen (1860-1933)

Literatur von der Person

  • Wandsbek: Wandsbek unsere Stadt in Wort und Bild. Wandsbek, Donath 1935, GVK: 314270256
  • Stormarn der Lebensraum zwischen Hamburg und Lübeck : eine Landes- und Volkskunde. Hamburg, Hartung 1938, GVK: 043954529
  • Frahm, Walter: Christina Frahm Ein Frauenleben aus der Frachtfahrerzeit. Hamburg, Hermes 1948, GVK: 176280863
  • Hinschenfelde und seine Schule ein Rückblick zum 100jährigen Bestehen des alten Schulhauses von 1858. Hamburg, Hanseatische Druckanstalt 1958, GVK: 339835591

Literatur

  • Christen, Adolf: Stormarn verlor zwei seiner Getreuen Walter Frahm geb. 31.8.1883 - gest. 26.4.1969 ; Friedrich Sparmann geb. 15.5.1890 - gest. 10.5.1969. In: Die Heimat: Zeitschrift für Natur- und Landeskunde von Schleswig-Holstein und Hamburg, Husum: Husum Dr.- u. Verl.-Ges, Band 76, No. 12 (1969), S. 399-401, GVK: 647463202
  • Lorent, Hans-Peter de: Täterprofile : die Verantwortlichen im Hamburger Bildungswesen unterm Hakenkreuz. GVK: 1012016943
  • Henneberg, Otto: Walter Frahm und Friedrich Sparmann zum Gedächtnis. In: Jahrbuch des Alstervereins e. V, Hamburg-Bergstedt: Alsterverein, Band 48 (1969), S. 5-6, GVK: 612135918

Weitere Literatur