Südstormarnsche Kreisbahn

Die Südstormarnsche Kreisbahn war ein Kleinbahn-Unternehmen.

Unternehmensziel und Produkte

Ziel des Unternehmens waren Aufbau und Betrieb einer Eisenbahninfrastruktur für Personen- und Güterverkehr von Trittau nach Schiffbek-Kirchsteinbek. Unter Mitbenutzung einer Strecke der Billwärder Industriebahn-Aktiengesellschaft wurde der Personenverkehr weiter über Billwerder nach Tiefstack geführt. Damit verband das Unternehmen den Süden Stormarns mit Hamburg. Zugleich bestand Anschluss an die Bahnstrecke Hamburg-Berlin und die Bahnstrecke Oldesloe-Schwarzenbek. Die Spurweite der Kleinbahn betrug 1.435 mm.

Struktur

Das Unternehmen befand sich im Eigentum des Kreises Stormarn, an der Spitze stand der Kreisbahndirektor. Die Kreis-Kleinbahn-Kommission kontrollierte den Betrieb. Ab 1928 firmierte das Unternehmen als Verkehrsbetriebe des Kreises Stormarn (VKSt).

Geschichte

Am 11.02.1902 beschloss der Stormarner Kreistag auf Initiative von Landrat Joachim von Bonin den Bau einer Bahnstrecke von Trittau nach Schiffbek. Der Ingenieur Georg von Kreyfeld aus Halle (Saale) wurde mit der Planung beauftragt, der Schweriner Unternehmer F. Mühlhaus führte die Arbeiten 1905-1907 aus. Die am 17.12.1907 eröffnete, ca. 33 km lange Strecke umfasste die Stationen Trittau, Grönwohld, Lütjensee, Hoisdorf, Siek, Papendorf, Langelohe, Stellau, Willinghusen-Stemwarde, Glinde, Domhorst, Boberg-Havighorst, Ohlenburg/Kirchsteinbek/Billstedt Ost und Schiffbek-Kirchsteinbek. In Trittau wurde eine Lokwerkstatt betrieben.

Nach der Eröffnung blieb der Güterverkehr hinter den Erwartungen zurück, während der Personenverkehr – u. a. dank sonntäglichen Ausflugsverkehrs - bis zum Ersten Weltkrieg florierte. Die Nachkriegsjahre und die anschließende Inflation brachten eine auch künftig anhaltende Verschlechterung der finanziellen Situation, die durch die Konkurrenz Hamburger Vorortbahnen wie die Walddörferbahn verstärkt wurde. Dadurch erwies sich eine finanzielle Unterstützung durch den Kreis Stormarn als notwendig. 1923 wurden die gesamten Anlagen erneuert, eine weitere Lokwerkstatt entstand auf dem Gelände des Bahnhofs Willinghusen-Stemwarde. Mit der Umbenennung 1928 führte das Unternehmen zusätzlich einen Busbetrieb im Kreis Stormarn ein.

1934 gab es erste Überlegungen hinsichtlich einer Stilllegung der Kleinbahn, die jedoch ab 1935 durch die verkehrstechnische Anbindung des Heereszeugamts und des Kurbelwellenwerks in Glinde zunächst keine Rolle mehr spielten. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs ging diese Aufgabe verloren. Auf Empfehlung einer vom Kreis Stormarn in Auftrag gegebenen Studie wurde der Bahnbetrieb auf dem Abschnitt Glinde-Trittau am 15.03.1952 aus Kostengründen eingestellt. Auf der verbliebenen Strecke betreibt die Altona-Kaltenkirchen-Neumünster Eisenbahn AG (AKN)seit 1956 Güterverkehr.

Die VKSt wurden am 01.09.1953 von der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn AG (BGE), am 07.04.1954 von den daraus entstandenen Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein AG (VHH) übernommen.

Leitung

Schaar1927-1952
Max von Badinski1907-1927

Demontage der Gleisanlagen in Lütjensee, 1952

Besonderheiten

Der Kreis Stormarn baute nach Demontage der Gleise den Bahndamm auf der Strecke Glinde-Trittau 1955-1957 zu einem Radwanderweg um.

Persönlichkeiten

Joachim von Bonin

Links

Website des Fördervereins Südstormarnsche Kreisbahn: https://www.suedstormarnsche-kreisbahn.de (Zugriff am 10.04.2021)

Name

Südstormarnsche Kreisbahn

Rechtsform

Sonstiges

Sitz

Bahnhof Schiffbek-Kirchsteinbek (heute Hamburg)

Gründungsdatum

17.12.1907

Auflösungsdatum

15.03.1952

Branchen

Verkehr und Lagerei

Leitung

Hr. Schaar

Mitarbeiter

236 (Stand 1950)

Strukturansicht

Literatur

  • Leitung der Verkehrsbetriebe des Kreises Stormarn: Die Südstormarnsche Kreisbahn zu ihrem 25jährigen Bestehen. Billstedt, 1932, GVK: 34204561X
  • Marion Böckel: Erinnerungen an Glinde.... "Herzlichen Dampf". Glinde, Böckel Verlag 1984, GVK: 040128989
  • Hans-Jürgen Perrey: Stormarns preußische Jahre. Neumünster, Wachholtz 1993, GVK: 152680373
  • Johannes Spallek: Vor hundert Jahren nahm die Südstormarnsche Kreisbahn den Betrieb auf. Bad Oldesloe, Eigenverlag des Kreisarchivs Stormarn 2007, GVK: 559394578

Weitere Literatur