Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn

Die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn gehört zu den bedeutendsten Stiftungen in Norddeutschland.

Zweck

Die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn fördert als Stiftung bürgerlichen Rechts gemeinnützige Projekte im Kreis Stormarn in den vier Bereichen Kunst und Kultur, Denkmalschutz und Denkmalpflege, Naturschutz und Landschaftspflege sowie Heimatpflege und Heimatkunde.

Struktur

Der Stiftungsvorstand ist der gesetzliche Vertreter und das Leitungsgremium der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn. Den Vorsitz hat der Landrat des Kreises Stormarn, dazu kommen der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Holstein als Stellvertreter und ein weiteres Sparkassenvorstandsmitglied. Der Stiftungsvorstand wird von zwei hauptamtlichen Geschäftsführern unterstützt.

Der Stiftungsrat ist das Aufsichtsorgan. Der Kreispräsident des Kreises Stormarn hat den Vorsitz. Hinzu kommen sieben gewählte Mitglieder des Verwaltungsrates der Sparkasse Holstein. Die beiden Fachausschüsse Natur und Umwelt sowie Kunst und Kultur und der Beirat Kunst und Kultur beraten den Vorstand, initiieren Projekte und begleiten die Durchführung.

Pressekonferenz zum Erwerb des Danckwerth-Meyer-Atlas, 1984

Geschichte

Am 30.12.1983 wurde die Kulturstiftung Stormarn von der damaligen Kreissparkasse Stormarn als rechtsfähige Stiftung des privaten Rechts gegründet und mit einem Stiftungskapital von 100.000 DM ausgestattet. Sie hatte sich die Förderung von Kultur, Heimatpflege, Naturschutz, Jugendpflege und Sport zur Aufgabe gesetzt. Geleitet wurde die Stiftung damals von einem Kuratorium, dem der Landrat, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse und je zwei Kreisausschuss- und sachkundige Mitglieder angehörten. Der Beirat bestand aus dem Kreispräsidenten und den übrigen Mitgliedern des Sparkassenverwaltungsrates. Als Geschäftsführer fungierten der Kulturreferent des Kreises Stormarn und der kaufmännische Geschäftsführer der Sparkasse.

1997 erfolgte die Umbenennung in "Kulturstiftung der Sparkasse Stormarn". Der Förderbereich Jugend und Sport wurde 2004 in die Sparkassen-Stiftung Stormarn überführt. 2006 fand eine weitere Namensangleichung in "Kulturstiftung Stormarn der Sparkasse Holstein" statt. Inzwischen ist sie aus kleinsten Anfängen zum größten Sponsor im Kreis Stormarn herangewachsen und besitzt ein Stiftungskapital von 15,56 Millionen Euro mit jährlichen Ausschüttungen von rund 569.000 Euro (Stand 2016).

Waren es in den ersten Jahren überwiegend kleinere Einzelförderungen, wurden später Maßnahmen gezielt gebündelt. Das zeigte sich insbesondere im Bereich Kunst. 1992/93 wurde erstmalig an einen Künstler das Jahresstipendium in der Trittauer Wassermühle mit Wohn- und Ateliermöglichkeit vergeben. Die Kulturstiftung veranstaltet seit Jahren in Kooperation mit der Gemeinde bis zu acht Ausstellungen jährlich in der „Galerie in der Wassermühle Trittau“. 2006 wurde direkt daneben das Atelierhaus an der Trittauer Wassermühle als weiterer Raum für Ausstellungen und für Künstlerwohnungen eröffnet. In Ahrensburg wurden ab 1997 Fördermittel zur Sanierung des Marstalls mit Stallhalle, Remise und Reithalle eingebracht. In der „Galerie im Marstall Ahrensburg“ des Kulturzentrums Marstall beteiligt sich die Kulturstiftung an vier Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im Jahr. Der Präsentation der von der Kulturstiftung erworbenen Kunstobjekte ist seit 2011 mit der Kunstgalerie in der Kundenhalle der Sparkassen-Hauptstelle Bad Oldesloe gewährleistet.

1993 erwarb die Kulturstiftung bundeseigene Ländereien in Grabau – 158 ha Forst und 38 ha Wasserfläche des Grabauer Sees – mit Unterstützung der Sparkasse Stormarn. Hier entstand für den Bereich Naturschutz und Landschaftspflege u. a. ein Biotop-Verbundsystem mit einem Naturlehrpfad. Das dort ansässige Naturerlebnis Grabau steht als offizielles Projekt der UN-Weltdekade 2004–2014 für eine nachhaltige Bildungseinrichtung und wurde 2012 erstmals zertifiziert. Außerdem beherbergt Grabau mit seinen Büro- und Seminarräumen inzwischen das Stiftungsmanagement aller Stiftungen der Sparkasse Holstein.

Im Bereich Denkmalpflege förderte die Stiftung u. a. den Wiederaufbau des Hahnheider Turms in der Hahnheide bei Trittau, die Sanierung der Reetdachscheune von Gut Blumendorf und der Röperkate in Grönwohld, 1988 die Fassadenrestaurierung des Herrenhauses Nütschau oder 1995 die einzigartige gotische Gewölbemalerei in der Zarpener Kirche. Im Schloss Reinbek konnten die wertvollen Tapisserien restauriert werden. Einige Fördermaßnahmen wurden inzwischen in eigene Stiftungen zum dauerhaften Erhalt der Gebäude überführt, so in die Sparkassen-Stiftung Schloss Ahrensburg (2007), die Sparkassen-Stiftung Matthias-Claudius-Kirche Reinfeld (2008), Sparkassen-Stiftung Kulturzentrum Wassermühle Trittau und Sparkassen-Stiftung Barockgarten Jersbek (beide 2010).

Im Bereich Heimatpflege wurden zahlreiche wissenschaftliche Publikationen zu Stormarns Geschichte gefördert, so zur preußischen, kommunalen Kreisgeschichte (1993), zu den Landräten im Nationalsozialismus (2018) oder zur Entwicklung des Kreises nach dem Zweiten Weltkrieg (2000, 2008). Nachdem die Stiftung 2003 bereits die Printversion des Stormarn Lexikons ermöglicht hatte, fördert sie seit 2015 das digitale Stormarn Lexikon.

Mit Kooperationsverträgen wie dem Ahrensburger Schlossensemble oder den Stormarner Heimatmuseen trägt die Sparkassen-Kulturstiftung seit 2008 zur Stärkung des regionalen Kulturangebots bei. Dazu zählt auch die Kooperation "Stormarn kulturell stärken" mit dem Kreis Stormarn und zwei weiteren Stiftungen. In ihrem 35-jährigen Bestehen legte sie ebenso viel Wert auf die Förderung zahlreicher kleiner gemeinnütziger Projekte und kultureller Veranstaltungen.

Leitung

Geschäftsführer:
Jörg Schumacher

Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Kunst, 2010

Besonderheiten

Die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn ist in Hinblick auf die Kapitalausstattung die größte Stiftung der Sparkasse Holstein und zugleich deren älteste im Kreis Stormarn. Sie führt die Arbeit fort, die die Sparkasse Stormarn mit ihrem kulturellen Engagement vor etlichen Jahrzehnten begonnen hatte und deren Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zu den Vorläufer-Sparkassen mit ihren philanthropischen Ansätzen zurückreichen.

Name

Kulturstiftung Stormarn der Sparkasse Holstein

Rechtsform

Stiftung

Sitz

Bad Oldesloe

Gründungsdatum

30.12.1983

Vorsitz

Stiftungsvorstand Dr. Henning Görtz

Literatur

  • Günther, Barbara: Den Menschen verpflichtet Geschichte der Sparkasse Stormarn und ihrer Vorgängerinstitute 1820 - 2005. Neumünster, Wachholtz 2005, GVK: 504714392
  • Spallek, Johannes: 25 Jahre Kulturstiftung Stormarn der Sparkasse Holstein. Großhansdorf, ProFunda-Verlag 2009, GVK: 1006397167