Peter F. Piening

Peter F. Piening ist ein Zeichner und Objektkünstler, der durch seine skulpturalen hölzernen Arbeiten, insbesondere durch seine begehbaren Großobjekte weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Ausbildung

Peter F. Piening hat das Abitur in Hamburg abgelegt. 1962-1967 studierte er bildende Kunst, Kunstgeschichte und Philosophie am Hochschulinstitut für Kunst- und Werkerziehung und an der Universität Mainz, die Fächer Grafik und Malerei bei Hans Günter König, Irmgard Haccius und Klaus Jürgen-Fischer.

Beruflicher Werdegang

Piening arbeitet als freischaffender Künstler. Bis 1999 war er als Kunsterzieher an Hamburger Gymnasien tätig.

Lebenslauf

Geboren ist Peter F. Piening 1942 in Breklum (Kreis Nordfriesland). Nach der Schulzeit in Hamburg und dem Studium in Mainz lebt er seit 1977 mit seiner Familie in Ahrensburg.

Werk/Aktivitäten

Piening selbst ordnet seine Werke drei Arbeitsfeldern zu, in denen er sich in zeitlicher Folge, zum Teil auch gleichzeitig bewegt hat.

Von 1967 bis 1984 entstanden zunächst flächige Arbeiten, vor allem Bleistiftzeichnungen, daneben auch Malereien. Ausgangspunkt für Pienings Zeichnungen waren häufig Fotos, die vielfach Elemente der Natur abbildeten, später auch das Zusammenspiel von Haus und umgebender Landschaft thematisierten. Eine Fokussierung erfuhr die Darstellung dieser Wechselwirkung von innen und außen in der Abbildung von Fenstern: Mal offen, mal spiegelnd, mal zersplittert oder mit Holzbrettern versperrt. Davon ausgehend entwickelte Piening dann Materialbilder, in denen verwitterte Hölzer und andere Materialien direkt zur Bildgestaltung herangezogen wurden, statt sie - wie in seinen Zeichnungen zuvor - auf der Oberfläche vorzutäuschen.

Ab 1983 vollzog sich der Übergang von der flächigen zur plastischen Gestaltung: In Wand-, Stand- und Hängeobjekte werden zunehmend auch plastische Fundstücke integriert. Diese Stelen und Raumkörper besitzen meist ein hölzernes Innenskelett, das mit Sperrhölzern verschalt ist. Schließlich öffnete Piening diese Hohlkörper, versah sie mit einem Innenleben, und es entstanden begehbare Großobjekte. Bis heute sind 20 dieser Gehäuse entstanden, die detailreich ausgestaltet sind. Parallelwelten entfalten sich in ihrem Inneren: Vielfältige Attrappen von Alltagsgegenständen, allesamt aus Holz, dazu mit der Laubsäge gefertigte Bilder und Schriftfelder.

Seit 2006 fertigt Piening mit der Laubsäge aus bemalten Sperrhölzern reliefartige Bildobjekte, oft auch mit Kurztexten versehen. Häufig übernimmt die ornamental ausgestaltete Rahmung einen wesentlichen Teil der Bildwirkung. Die Sujets stammen aus allen Lebensbereichen. Anregungen bezieht Piening aus der Welt der Kunst und des Kitsches, hoher Literatur und trivialer Werbung, aus Zoologie und Botanik, aus den Bildwelten der Medien und der Comics. Es wird zitiert oder verwandelt, verkürzt oder erweitert, verhunzt oder geschönt, kenntlich oder unkenntlich gemacht. Die Realität wird oft ins Fremde und auch Komische verkehrt.

Bedeutung

Seit 1968 haben Galerien, Kunstvereine und Museen seine Werke in über 60 Einzelausstellungen präsentiert, zuletzt das Kunstmuseum Bayreuth 2017, der Museumsberg Flensburg 2018 und die Stadtgalerie Brunsbüttel 2019 in retrospektiv angelegten Werkschauen.

Viele Arbeiten von Piening sind für öffentliche Sammlungen erworben worden und werden als Kunst im öffentlichen Raum ausgestellt.

Ehrungen und Preise

1993 Landesschaupreisträger des Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler – Landesverband Schleswig Holstein (BBK-SH)

Links

Wikipediaartikel zu Peter F. Piening: www.wikipedia.org/wiki/Peter_F._Piening (Zugriff am 15.03.2019)
Website des Künstlers: www.peterfpiening.de/ (Zugriff am 15.03.2019)

Familienname

Piening

vollständige Vornamen

Peter F.

Geburtsdatum

1942

Geburtsort

Breklum (Kreis Nordfriesland)

Geschlecht

männlich

Berufe

Zeichner, Objektkünstler

Ehe-/Lebenspartner

verheiratet

Kinder

zwei Töchter

Literatur

  • Piening, Peter F. / Eikermann-Moseburg, Silke: Unterwegs zum Ararat: Retrospektive. Köthen, dk - druckhaus köthen 2019, GVK: 1677528133
  • Piening, Peter F.: Peter F. Piening - augenscheinlich Arbeiten aus sechs Jahrzehnten. Bayreuth, Kunstmuseum Bayreuth , GVK: 1008860352
  • Eikermann, Silke: Peter F. Piening Erfinden und Belassen ; [Ausstellungen im] Textilmuseum Neumünster, Stadtgalerie im Elbeforum Brunsbüttel [u.] Museumsberg Flensburg. Neumünster, Brunsbüttel, Flensburg, 2000, GVK: 327553758

Weitere Literatur