Ortszentrum Ammersbek

Das als Gesamtkomplex errichtete Ortszentrum der Gemeinde Ammersbek zeigt eine klassische Platzbildung mit Rathaus, Dorfgemeinschaftshaus und Bauhof sowie Festwiese. Es liegt in der Mitte des Ortsteils Hoisbüttel.

Kulturzentrum Pferdestall, 2007

Außenarchitektur

Das Rathaus im Süden der Anlage weist eine zweigeschossige Bauweise auf, der Bauhof im Westen ist teilweise nur eingeschossig. Beide neuen Baukörper besitzen jeweils symmetrisch angelegte Hauptfassaden, einen vorgezogenen Eingang sowie eine ähnliche Dachneigung. Beim Mauerwerk wurde auf eine handwerksgerechte Ausführung ohne Betonstürze und auf besondere Sorgfalt bei der Detailgestaltung Wert gelegt. Die optisch und akustisch störenden Lagerflächen und Garagen des Bauhofes liegen auf dessen Rückseite und werden vom Innenhof des Ortszentrums nicht wahrgenommen.

Das Äußere des ehemaligen, um 1906 erbauten zweigeschossigen Pferdestalls im Osten mit seinem Uhrtürmchen blieb weitgehend erhalten.

Innenarchitektur

Modern, zweckmäßig und pflegeleicht ist das Innere aller Gebäude. Die Wartezonen im Rathaus sind in erweiterte Flurbereiche integriert. Im Pferdestall blieben Teile der historischen Konstruktion sichtbar.

Materialien

Als vorrangiges Baumaterial der Gebäude dient roter Ziegelstein. Die Dächer sind mit roten Ton-S-Pfannen gedeckt. Die Verkehrsflächen tragen ein Granitpflaster.

Geschichte

Bereits 1969 hatte die damalige Gemeinde Hoisbüttel von der Schleswig-Holsteinischen Landgesellschaft den Wirtschaftshof des ehemaligen Gutes Hoisbüttel mit einer Fläche von 3,2 Hektar erworben. Man wollte so auf die zukünftige Entwicklung dieses zentral gelegenen Grundstücks Einfluss nehmen und beschloss die Aufstellung eines Bebauungsplanes.

Nach dem Zusammenschluss der beiden Gemeinden Bünningstedt und Hoisbüttel zur neuen Gemeinde Ammersbek zum 01.01.1978 sowie der Auflösung der bisherigen Amtsverwaltung Bünningstedt entschied die neue Gemeindevertretung, die bisher an verschiedenen Stellen in beiden Ortsteilen untergebrachten Verwaltungsteile in Hoisbüttel auf dem Gelände des früheren Wirtschaftshofes zusammenzuführen. Ein Gutachten des Architekturbüros Baum und Partner bestätigte im Dezember 1983 das Konzept der Gemeinde.

Das neue Rathaus entstand 1986/87 nach einem Entwurf der Architekten Stuhr und Sörensen. Entwurf und Bauleitung für den gleichzeitig auf L-förmigem Grundriss errichteten Bauhof verantwortete der Architekt Horst Schlund.

Anschließend sanierte ab 1987 der Architekt Matthias Baum mit seinem Büro den ehemaligen Pferdestall, in dem ein Saal mit Bühne und Empore für rund 240 Plätze sowie im Erdgeschoss eine kleine Gaststätte eingebaut wurden. Flächen für eine Gemeindebücherei, ursprünglich im Dachgeschoss vorgesehen, waren entbehrlich, da sich Ammersbek inzwischen der Fahrbücherei im Kreis Stormarn angeschlossen hatte.

Im Zentrum der Anlage dient das Areal rund um die ehemalige Wagen- und Pferdeschwemme des früheren Gutshofs als repräsentative Erschließungsfläche. Die Zufahrt befindet sich zusammen mit den erforderlichen Parkplätzen an der Nordseite des Grundstücks. Vom Umfeld des ehemaligen Herrenhauses und des Gutsparks ist sie durch einen Pflanzstreifen abgegrenzt.

Die Einweihung des neuen Ortszentrums Ammersbek erfolgte am 17.09.1988.

Bedeutung

Der aus mehreren Gebäuden und einer Wasserfläche bestehende Komplex bildet ein städtebauliches Zentrum und bindet sich mit seinen Proportionen harmonisch in die Bebauungsstruktur des Ortsteils Hoisbüttel ein.

Nutzung

Im Rathaus befinden sich die Gemeindeverwaltung mit den Sitzungsräumen und das Gemeindearchiv Ammersbek. Der gegenüber dem Bauhof gelegene ehemalige Pferdestall fungiert als Dorfgemeinschaftshaus, unter anderem für Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen, Kabarett, Kleinkunst, öffentliche Diskussionen und Messen. Die Grünflächen des früheren Obstgartens östlich des Pferdestalls bis zur Ohlstedter Straße werden als Festwiese genutzt.

Erhaltungszustand

Durch eine kontinuierliche Baunterhaltung ist der bauliche Zustand des Ortszentrums gut.

Besonderheiten

Neubauten und sanierte Altbereiche vereinen sich zu einem Ensemble, das als modernes Zentrum zugleich an historische Ortstradition anknüpft.

Persönlichkeiten

Matthias Baum
Heinrich Stuhr
Karl-Friedrich Sörensen
Horst Schlund

Links

Website der Gemeinde Ammersbek: www.ammersbek.de (Zugriff am 06.04.2019)

14 400
Ortszentrum Ammersbek business 53.6914180000 10.1653810000

Ort

Am Gutshof 3, 22949 Ammersbek (Rathaus)

GPS-Standort

53° 41' 29'' N, 10° 9' 55'' O

Auftraggeber

Gemeinde Ammersbek

Planer/Architekt

Matthias Baum, Henstedt-Ulzburg; Heinrich Stuhr und Karl-Friedrich Sörensen, Bad Oldesloe; Horst Schlund, Reinbek

Errichtungsdatum

Pferdestall: um 1906; Rathaus und Bauhof: 1986-87

Literatur

  • Ursula Müsegaes et al.: Chronik Ammersbek, Bünningstedt, Hoisbüttel. Neumünster, Wachholtz 1988, GVK: 784681333
  • Matthias Baum: Nutzungs- und Gestaltungsuntersuchung Ortszentrum Ammersbek. Henstedt-Ulzburg, 1983, GVK: 1024920666

Weitere Literatur