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Moorgebiet Kranika

Das Moorgebiet Kranika ist ein Naturschutzgebiet im südlichen Stormarn.

Lage

Das Gebiet gehört zu den Gemeinden Lütjensee und Grönwohld. Es liegt zwischen dem nördlichen Teil des Lütjensees und der Bundesstraße 404, die östlich in einem Bogen an ihm vorbeiführt. Südlich befindet sich der Staatsforst Trittau. Das Naturschutzgebiet ist vollständig von den Landschaftsschutzgebieten Lütjensee und Grönwohld umgeben.

Geschichte

Der Niederungsraum entstand in der Weichsel-Kaltzeit. Gletscher schoben Höhenzüge sowie Kappen auf und schürften breite Rinnen, die sich nach Abtauen des Eises mit Wasser füllten. Bis zum Beginn des 18. Jh. bildete diese Niederung einen Teil des Lütjensees. Am östlichen Rand entwickelte sich nach Verlandung ein kleines Hochmoor, in dem Torf als Brennmaterial abgebaut wurde. Dessen Name Kranika geht auf die Kranich-Kate als frühere Hofstelle zurück, die auf Lütjenseer Seite des Gebietes lag.

Um den Betrieb von Mühlen am Lütjensee zu sichern, die seit Mitte des 17. Jh. in ihrem Besitz waren, ließ die Hamburger Kaufmannsfamilie Amsinck den Wasserspiegel des Sees schrittweise absenken. Dadurch entstand mit den Riepswiesen ein weiterer offener Niederungsbereich, der bis Anfang der 1960er-Jahre als Streuobstfläche genutzt wurde.

Trotz Begradigung der durchfließenden Riepsau lohnte eine Bewirtschaftung anschließend nicht mehr, die Flächen fielen schrittweise brach. Der sich dadurch entwickelnde nährstoffreiche Erlenbruchwaldgürtel schob sich weit in den nährstoffarmen Kern des inzwischen abgetorften Hochmoores hinein. Die so entstandenen vielfältigen Biotope bilden die Substanz des Naturschutzgebietes.

Flora und Fauna

Im Naturschutzgebiet wachsen Moosbeere und Rundblättriger Sonnentau sowie Hochstauden wie Nelkenwurz, Wald-Engelwurz, Kohldistel und Brennnessel. Hinzu kommen verschiedene Großseggenarten sowie Pfeifengraswiesen.

An den moosreichen Torfstichen leben Moorfrosch, Kreuzotter und Frühe Adonislibelle. Die offenen Flächen bilden einen Lebensraum für Vögel wie Wachtelkönig, Bekassine und Braunkehlchen.

Ökologische Bedeutung

Das Moorgebiet Kranika ist ein vielfältig strukturiertes Moor- und Feuchtgebiet. Die Erlenbrüche bieten einen seltenen Lebensraum für zahlreiche speziell angepasste Tiere und Pflanzen.

Das Naturschutzgebiet ist als Flora-Fauna-Habitat- (FFH-) Gebiet Bestandteil des NATURA 2000-Schutzgebietsnetzwerks der EU.

Nutzung

Es handelt sich um ein beliebtes Naherholungsziel, das vom Radwanderweg auf der ehemaligen Bahntrasse der Südstormarnschen Kreisbahn berührt wird. Am Rand des Gebiets verlaufen Spazier- und Wanderwege.

Datierung Schutzstellung

16.12.1993

Begründung Schutzstellung

Die Vielzahl an Biotopen trägt zu einer hohen Bandbreite teilweise stark gefährdeter Tier- und Pflanzenarten bei.

14 400
Moorgebiet Kranika local_florist 53.6546830000 10.3873680000

GPS-Standort

53° 39' 16'' N, 10° 23' 14'' O

Größe

0.96 km2

Strukturansicht

Literatur

  • Christier, Hartmut J.: Erfassung des aktuellen Zustandes der Riepswiesen, einem Teilbereich des Naturschutzgebietes Kranika im südöstlichen Schleswig-Holstein (Kreis Stormarn) mit Ableitung und Erstellung eines Pflegekonzeptes. Hamburg, 2001, GVK: 341884030

Weitere Literatur