Landhaus Manhagen

Das Landhaus Manhagen war 1883-1929 ein privater großbürgerlicher Wohnsitz inmitten eines Waldgrundstücks in der Gemeinde Großhansdorf. Danach wurde es bis Anfang der 1970er-Jahre als "Parkhotel Manhagen" betrieben.

Außenarchitektur

Das Landhaus war ein zweigeschossiger verputzter Ziegelbau unter einem flachen Walmdach in schlichten spätklassizistischen Formen. Nach Nordosten zum Großen Teich und nach Südosten gab es je einen verglasten Vorbau, deren Dächer als Terrasse der im Obergeschoss liegenden Zimmer genutzt wurden. Die Zufahrt erfolgte von Nordwesten durch ein großes Holztor mit seitlichen gemauerten Pfeilern und Eisengittern an der Sieker Landstraße, Ecke Hansdorfer Landstraße.

Ein vier Gebäude umfassender kleiner Wirtschaftshof lag separat an der Hansdorfer Landstraße, westlich des Großen Teichs. Hier waren auch die Pferde und Kutschen untergebracht.

Parkhotel Manhagen, 1959

Geschichte

Der Hamburger Kaufmann Johann Dietrich Theodor Tietz ließ sich das Landhaus 1883 auf seinem neu erworbenen Grundstück am Westufer des Großen Teichs als Domizil errichten.

Nach seinem Tode erwarb 1901 Friedrich Adolph Assmann das Anwesen, gefolgt 1921 von Huwald Vagt. Im Jahr 1929 wurde die Stadt Hamburg durch Ankauf Eigentümer. Sie verpachtete es an den Hotelier August Johannes Alfred Möller, der im Landhaus das innerhalb kurzer Zeit renommierte Parkhotel Manhagen einrichtete.

Durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 gingen Landhaus und Park an die Provinz Schleswig-Holstein über, während der Hotel- und Restaurantbetrieb weiterlief.

Der letzte Besitzerwechsel fand am 01.01.1970 statt. Mit Vertrag vom 19.12.1969 kauften vom Bundesland Schleswig-Holstein gemeinschaftlich der Kreis Stormarn zu vier Sechsteln, die Gemeinde Großhansdorf und die Stadt Ahrensburg zu je einem Sechstel das Landhaus und den Park Manhagen. Überlegungen, das Gebäude durch einen Neubau zu ersetzen, blieben ergebnislos.

Die Pächter setzen den Hotel- und Restaurantbetrieb fort. Das Parkhotel Manhagen hatte sich in der Region, unter anderem für Familienfeiern, einen guten Ruf erarbeitet.

Die nach Nordosten gelegene Fläche vor dem Landhaus nutzte man im Sommer für eine Außengastronomie, ebenfalls die unterhalb der großzügigen Freitreppe gelegene Fläche.

Der letzte Pachtvertrag endete am 31.03.1972. Danach stand das Gebäude leer. Pläne für einen vielfach größeren Hotel- und Restaurant-Neubau wurden nicht verwirklicht. Nachdem eine erneute Verpachtung nicht gelang, wurde das Haus am 12.07.1978 gesprengt und die Trümmer anschließend abgeräumt.

Die einstige breite Freitreppe ist mittlerweile eingewachsen, die ehemals unterhalb gelegenen Flächen für die sommerliche Außengastronomie sind ebenfalls verwildert.

Bedeutung

Das Landhaus Manhagen bildete den Kern dieses großbürgerlichen Anwesens mit seinem als Waldpark mit blühenden Sträuchern und sorgfältig geführten Schlängelwegen hergerichteten Park.

Nutzung

Die eingeebnete ehemalige Baufläche bietet einen schönen Blick auf den östlich gelegenen Großen Teich mit seinem Rundweg und dem umgebenden Wald.

Besonderheiten

Das Ziel des Ende 1969 erfolgten Ankaufs, das Grundstück vor einer Parzellierung und dem Neubau mit zahlreichen Wohnhäusern zu bewahren und weiterhin für die Öffentlichkeit als Naherholungsgebiet zu erhalten, ist auch nach dem Abbruch des Landhauses nicht gefährdet.

Persönlichkeiten

Johann Dietrich Theodor Tietz
August Johannes Alfred Möller

14 400
Landhaus Manhagen business 53.6627060000 10.2578320000

Ort

22927 Großhansdorf, Sieker Landstraße 21

GPS-Standort

53° 39' 45'' N, 10° 15' 28'' O

Auftraggeber

Johann Dietrich Theodor Tietz

Errichtungsdatum

bald nach 1883

Abrissdatum

12.07.1978

Literatur

  • Regina Ute Buck: Ach ja, Schmalenbek.Waldgemeinde Großhansdorf. Schwarzenbek, Viebrantz 2007, DNB: GVK590079808

Weitere Literatur