Landgemeinde Ohe

Ohe war eine eigenständige Landgemeinde im südlichen Kreisgebiet und wurde 1928 nach Schönningstedt eingemeindet. Seit 1973 ist Ohe ein Stadtteil von Reinbek.

Lage

Ohe lag im Südwesten des Kreises Stormarn und grenzte im Süden und Westen an Schönningstedt, im Westen und Norden an den Forstgutsbezirk Reinbek sowie die Landgemeinde Witzhave. Im Osten bildete die Bille die Grenze zum Kreis Herzogtum Lauenburg.

Ortsgliederung

Ohe bestand neben dem Ortszentrum aus dem östlich gelegenen Landsitz Sachsenwaldau mit Mühlenbek und dem Vorwerk Burgstall, den nördlichen Ansiedlungen Hahnenkaten, Hahnenkoppel und Büchsenschinken sowie dem südlich gelegenen Gut Schönau.

Geschichte

Nach Einführung der preußischen Landgemeindeverordnung 1867 wurde das Dorf Ohe zur Landgemeinde mit einer selbstgewählten Gemeindevertretung und einem Gemeindevorsteher. Ehemals im landesherrlichen Amt Reinbek gelegen, wurde diese für gut zwei Jahrzehnte der Kirchspielvogtei Reinbek zugeteilt. Die neue Kreisordnung von 1888 brachte die Landgemeinde am 01.10.1889 zum Amtsbezirk Reinbek. Zum 01.01.1897 erfolgte der Wechsel zum neuen Amtsbezirk Ohe.

Gut Schönau wurde um 1874 von Otto von Bismarck erworben und bildete später mit Gut Silk und dem Hof Schönningstedt eine Fideikommissherrschaft.

1921 richtete die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) auf dem Landsitz Sachsenwaldau ein betriebseigenes Erholungsheim ein.

Mit der Auflösung der Gutsbezirke zum 30.09.1928 kam Ohe gemeinsam mit dem Gutsbezirk Silk und großen Teilen des Forstgutsbezirks Reinbek zur Landgemeinde Schönningstedt.

Politik und Verwaltung

Gemeindevorsteher:
Wilhelm Koop1924–1928
Friedrich Koop1880–1924

Siedlungs- und Bevölkerungsentwicklung

Jahr:Einwohner:
1925487
1912475
1897362
1889355
1871364

Wirtschaft

Ohe war überwiegend agrarisch geprägt. Außer der bäuerlichen Landwirtschaft waren einige Handwerksbetriebe ansässig. Gemischtwarenhandlungen dienten dem lokalen Bedarf. Mehrere Gastwirtschaften auch in den Ausbauten verweisen auf früher verliehene Kruggerechtigkeiten. Auf Gut Schönau war die sich ab 1874 in Bismarck’schem Familienbesitz befindende Kornbrennerei das einzige größere Gewerbe des Ortes.

Infrastruktur

Durch das nördliche Gemeindegebiet führte eine der Hauptstraßen Stormarns. Die Möllner Landstraße verband Hamburg mit dem Kreis Herzogtum Lauenburg.

Seit 1885 betätigte sich die Freiwillige Feuerwehr Ohe im Brandschutz des Ortes.

Kultur, Bildung und Sport

Den Schulbesuch gewährleistete die seit 1911 zweiklassige Volksschule.

Bis 1894 gehörte Ohe zum Kirchspiel Kirchsteinbek, danach zur neuen Kirchengemeinde Reinbek mit ihrer 1901 geweihten Maria-Magdalenen-Kirche.

Die Feuerwehr sorgte mit vielen Veranstaltungen für das gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Miteinander der Einwohner.

Sehenswürdigkeiten

In den Oher Tannen liegt das bronzezeitliche Oher Gräberfeld.

Persönlichkeiten

Otto von Bismarck GND: 11877798X

Links

Website zur Ortsgeschichte: www.reinbeker-geschichten.de (Zugriff am 26.04.2019)

Vorgänger

14 400
Landgemeinde Ohe location_city 53.5461640000 10.2811660000

Bundesland

Schleswig-Holstein

Kreis / Kreisfreie Städte

Kreis Stormarn

Verwaltungssitz

Glinde

GPS-Standort

53° 32' 46'' N, 10° 16' 52'' O

Fläche

9.02 km2

Höhe

60 M über NN

Ersterwähnung / Gründung

1867

Auflösungsdatum

30.09.1928

Politischer Repräsentant

Gemeindevorsteher Wilhelm Koop

Verwaltungsleitung

Amtsvorsteher Ferdinand Le Blond

Einwohnerzahl

487

Bevölkerungsdichte

52.93 Einwohner / km2

Vorgänger

Kirchspielvogtei Reinbek: Landgemeinden

Amtsbezirk Reinbek: Landgemeinden

Amtsbezirk Ohe: Landgemeinden

Landgemeinde Schönningstedt: Vorgänger

Literatur

  • Museumsverein Reinbek: 775 Jahre Reinbek : ein langer Weg zur Stadt : Begleitheft zur Ausstellung im Schloss Reinbek - Stormarnzimmer. Reinbek, 2013, GVK: 1010182358
  • Conrad, Julia: Demographie, Wirtschafts- und Sozialstruktur an Hand des Beispiels Ohe, Stormarn, 1867 - 1915. GVK: 310388414
  • 750 Jahre Schönningstedt 1224 - 1974; [Festschrift zur 750-Jahrfeier vom 20. bis 22. September 1974]. Reinbek, 1974, GVK: 042758440

Weitere Literatur