Karl von Lamprecht

Der Steinburger Landrat Karl von Lamprecht war 1942/43 für wenige Monate vertretungsweise in Stormarn eingesetzt.

Ausbildung

Karl von Lamprecht wurde zunächst von einem Hauslehrer unterrichtet, ehe er von 1899 bis 1903 das Realgymnasium zu Grünberg in Schlesien besuchte. Danach wechselte er an das Königliche Friedrichs-Gymnasium in Frankfurt an der Oder, das er 1912 mit dem Abitur verließ. Er studierte Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten München, Berlin und Kiel. Nach seinem Kriegseinsatz schloss er sein Studium, das er ab 1919 an der Universität Münster fortgesetzt hatte, im selben Jahr mit der Ersten juristischen Staatsprüfung ab. Danach ging er als Referendar an das Amtsgericht Crossen an der Oder in Schlesien. 1920 erfolgte der Wechsel an das Regierungspräsidium in Hannover, wo er 1922 die Große Staatsprüfung ablegte.

Beruflicher Werdegang

Karl von Lamprecht war bis 1925 als Regierungsassessor am Landratsamt Harburg, der Bezirksregierung Schleswig sowie beim Oberpräsidenten in Kiel tätig. Als Regierungsrat blieb er anschließend bis 1933 am Regierungspräsidium in Schleswig und wurde dann als Landrat des Kreises Husum eingesetzt. 1936 erfolgte seine Ernennung zum Landrat des Kreises Steinburg. Für zehn Monate verwaltete er während des Zweiten Weltkriegs kommissarisch den Kreis Stormarn. 1945 erfolgte seine Amtsenthebung, 1947 seine Pensionierung.

Lebenslauf

Karl von Lamprecht, Sohn eines Regierungsrats, genoss eine christliche Erziehung. 1912–1913 leistete er seinen Militärdienst beim Preußischen Garde-Schützen-Bataillon in Groß-Lichterfelde bei Berlin, mit dem er später im Ersten Weltkrieg als Adjutant eingezogen wurde.

Lamprecht engagierte sich seit 1912 in der Konservativen Partei, der späteren Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), die er 1932 verließ. 1933 trat er in die NSDAP ein und war Mitglied weiterer NS-Organisationen.

Lamprecht heiratete am 15.02.1927 die Tochter eines Rittergutsbesitzers bei Gettorf. Das Paar hatte zwei Kinder. Von seinem Schwiegervater übernahm er später die private Verwaltung zweier Güter, Gut Rosenkrantz und Gut Rathmannsdorf.

Vom 12.08.1942 bis zum Juni 1943 war Lamprecht als kommissarischer Landrat des Kreises Stormarn in Wandsbek für den kriegsbedingt zur Wehrmacht abgeordneten Rolf Breusing eingesetzt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft seines Amtes als Landrat des Kreises Steinburg enthoben und zunächst aus dem Staatsdienst entlassen. Nach seiner teilweisen Entlastung konnte er 1947 wieder zurückkehren, ließ sich jedoch schwer erkrankt pensionieren. Später zog er sich auf Gut Rathmannsdorf bei Kiel zurück, wo er verstarb.

Bedeutung

Da Karl von Lamprecht nur übergangsweise von Itzehoe aus den Kreis Stormarn mitverwaltete sowie bedingt durch die kurze Zeit und die räumliche Distanz, war sein Einfluss auf die Entwicklung des Kreises sehr eingeschränkt.

Ehrenämter

Während der NS-Zeit hatte Karl von Lamprecht das Ehrenamt eines Kreisjägermeisters in den Kreisen Husum und Steinburg inne.

Ehrungen und Preise

Für seinen Einsatz im Ersten Weltkrieg wurden Karl von Lamprecht das Eiserne Kreuz II. Klasse und das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen. Während der NS-Zeit erhielt er das Ehrenkreuz für Frontkämpfer und 1938 das Treuedienst-Ehrenzeichen für 25-jährigen Staatsdienst.

Persönlichkeiten

Rolf Breusing

Vorgänger

Nachfolger

Familienname

Lamprecht, von

vollständige Vornamen

Friedrich Karl

Rufname

Karl

Geburtsdatum

03.10.1891

Geburtsort

Berlin

Sterbedatum

21.04.1960

Sterbeort

Felm (Kreis Rendsburg-Eckernförde)

Geschlecht

männlich

Religion

evangelisch

Berufe

Verwaltungsjurist

Funktionen, Rang

Landrat 1933-1945

Ehe-/Lebenspartner

Gerda von Lamprecht, verheiratete von Arnim, geb. Weber von Rosenkranz

Kinder

eine Tochter, ein Sohn und ein Stiefsohn

Eltern

Joachim Friedrich von Lamprecht (1861-1912), Hedwig Wilhelmine Louise (Luise) von Lamprecht, geb. von Schierstaedt

Landrat: Amtsinhaber

Literatur

  • Müller, Henning K.: Die Stormarner Landräte und der Nationalsozialismus. [Bad Oldesloe], Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn 2018, GVK: 1040337368
  • Lehmann, Sebastian: Kreisleiter der NSDAP in Schleswig-Holstein Lebensläufe und Herrschaftspraxis einer regionalen Machtelite. Bielefeld, Verl. für Regionalgeschichte 2007, GVK: 512672008
  • Perrey, Hans-Jürgen: Stormarns preußische Jahre die Geschichte des Kreises von 1867 bis 1946/47. Neumünster, Wachholtz 1993, GVK: 152680373

Weitere Literatur