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Gutsbezirk Nütschau

Der Gutsbezirk Nütschau war eine von zunächst 19 preußischen Verwaltungseinheiten in Stormarn, die nach 1867 aus den bisherigen Adligen Gütern hervorgingen.

Lage

Im Nordosten und Osten grenzte der Gutsbezirk Nütschau an die Trave und die Landgemeinde Schlamersdorf. Im Südosten lag der Gutsbezirk Fresenburg, im Süden der Gutsbezirk Blumendorf. Im Westen verlief die Grenze zum Gutsbezirk Grabau und zur Landgemeinde Vinzier, im Norden zum Gutsbezirk Tralau.

Ortsgliederung

Der Gutsbezirk bestand aus dem Gut Nütschau und einigen Ansiedlungen auf dem Nütschauer Hoffeld.

Geschichte

Nach der Übernahme der Herzogtümer Holstein und Schleswig durch Preußen 1867 entstand 1872 der Gutsbezirk Nütschau aus dem Adligen Gut Nütschau. Als eigenständige Gebietskörperschaft übte er zunächst noch die Verwaltungs- und Polizeihoheit in den Landgemeinden Vinzier und Sühlen aus.

Die neue Kreisordnung von 1888 unterstellte den Gutsbezirk am 01.10.1889 dem neu errichteten Amtsbezirk Nütschau und brachte gleichzeitig die Abtrennung der beiden Landgemeinden. Mit der Auflösung der Gutsbezirke zum 30.09.1928 kam Nütschau als Ortsteil zur neu errichteten Landgemeinde Tralau.

Politik und Verwaltung

Gutsvorsteher (Gutsbesitzer/Gutsverwalter):

Heinrich Dräger 1924–1928
Bernhard Dräger 1920–1928
Otto Burchard 1919–1920
Ernst August Lassen 1918–1919
Wilhelm Kröger 1918
Christian Rickert 1914–1918
Rudolf Curtius 1905–1914
Eugen Duderstadt 1898–1905
Christian von Schimmelmann 1887–1898
Lorenz Booth 1873–1887
Ernst Winkelmann 1873
Richard von Seydlitz-Kurzbach 1872–1873

Siedlungs- und Bevölkerungsentwicklung

Jahr: Einwohner:
1928 149
1896 170
1889 247
1871 199
1867 246

Wirtschaft

Der Gutsbezirk war v. a. durch Landwirtschaft mit Ackerbau und Viehzucht geprägt, in den zugehörigen Waldgebieten durch Forstwirtschaft. Die Teiche und der Schlossgraben dienten der Fischwirtschaft. Die Wassermühle Nütschau an der Trave mit ihrem Ausflugslokal wurde nach der Schließung 1906 für landwirtschaftliche Zwecke genutzt.

Infrastruktur

Den Gutsbezirk Nütschau querte von Süd nach Nord eine Chaussee von der Stadt Bad Oldesloe in Richtung Bad Segeberg, eine Abzweigung führte nach Vinzier. Eine Brücke über die Trave verband ihn mit Schlamersdorf und Sühlen.

Seit 1907 garantierte ein eigenes Elektrizitäts- und Wasserwerk auf dem Gutsgelände die Strom- und Wasserversorgung.

Die Gutsfeuerwehr sorgte für den Brandschutz.

Kultur und Freizeit

1908 wurde im Gutsbezirk eine eigene Schule errichtet, davor besuchten die Kinder die Schule in der Landgemeinde Vinzier.

Nütschau gehörte zum Kirchspiel Oldesloe.

Sehenswürdigkeiten

Im Gutsbezirk lagen die frühgeschichtliche Burganlage Nütschauer Schanze, das 1577/78 errichtete Herrenhaus Nütschau und die Nütschauer Wassermühle von 1778.

14 400
Gutsbezirk Nütschau location_city 53.8224300000 10.3268300000

Bundesland

Schleswig-Holstein

Kreis / Kreisfreie Städte

Kreis Stormarn

Verwaltungssitz

Schlossstraße, Nütschau

GPS-Standort

53° 49' 20'' N, 10° 19' 36'' O

Fläche

4,95 km2

Ersterwähnung / Gründung

1872

Auflösungsdatum

30.09.1928

Politischer Repräsentant

Gutsvorsteher Bernhard Dräger

Verwaltungsleitung

Amtsvorsteher Bernhard Dräger

Einwohnerzahl

149

Bevölkerungsdichte

30,1 Einwohner / km2

Strukturansicht

Amtsbezirk Nütschau: Vorgänger

Kreis Stormarn: Verwaltungsstruktur 1867-1889: Gutsbezirke

Kreis Stormarn: Verwaltungsstruktur 1889-1948: Amtsbezirke und Gutsbezirke (bis 1928)

Literatur

  • Rickert, Hans-Werner : Gut Nütschau vom Rittersitz zum Benediktinerkloster : eine Chronik. Kiel, Wachholtz Verlag - Murmann Publishers 2017, GVK: 895124459

Weitere Literatur