Gustav Vorhaben

Gustav Vorhaben war Direktor und anschließend Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Stormarn.

Ausbildung

Gustav Vorhaben besuchte zunächst die Volksschule in Kiel und wechselte dann auf die Oberrealschule I an der Waitzstraße, die er mit der sogenannten Primarreife verließ. Am 01.04.1924 begann er eine zweieinhalbjährige Ausbildung bei der Kieler Spar- und Leihkasse. Parallel zu seinen späteren Anstellungen besuchte er zwischen 1927 und 1930 für drei Semester die Verwaltungsakademien Kiel und Greifswald. 1933 schloss er an der Deutschen Sparkassenakademie die Erste und Zweite Sparkassenprüfung zum Sekretär und Obersekretär ab.

Beruflicher Werdegang

Nach Abschluss seiner Lehre wurde Gustav Vorhaben als Angestellter von der Kieler Spar- und Leihkasse übernommen. Zum 01.04.1927 ging er zur Kreissparkasse Eckernförde, wo er als Buchhalter tätig war. Als Angestellter wechselte er am 15.02.1929 zur Städtischen Sparkasse Greifswald.

Am 01.06.1930 kam Vorhaben als Zivilanwärter zur Kreisverwaltung Stormarn und wurde in der Sparkasse des Kreises Stormarn in Wandsbek als Angestellter eingesetzt. Am 28.11.1936 trat er in das Beamtenverhältnis ein. Am 01.06.1956 wurde er stellvertretender Sparkassendirektor der Kreissparkasse Stormarn in Bad Oldesloe. Seine Ernennung zum Sparkassendirektor erfolgte zum 01.04.1958. Mit Ablauf des Juli 1972 ging er vorzeitig in den Ruhestand.

Lebenslauf

Als Sohn des Milchhändlers Ernst Vorhaben und seiner Ehefrau Wilhelmine wuchs Gustav Vorhaben im Kieler Stadtteil Wik auf. Auf der Oberrealschule, deren Besuch ihm seine Eltern ermöglichten, hatte er überwiegend Mitschüler aus Offiziers- und Beamtenfamilien.

Zielstrebig plante Gustav Vorhaben seinen beruflichen Aufstieg. Er sammelte in mehreren großen Sparkassen Erfahrungen und bildete sich in den Verwaltungsakademien weiter. Diese Kenntnisse konnte er ab 1930 in der Sparkasse des Kreises Stormarn in Wandsbek ausbauen, indem er verschiedene Abteilungen wie das Sekretariat und die Buchhaltung durchlief. 1934 hatte ihn Landrat Constantin Bock von Wülfingen für einige Monate zur Überprüfung der Buchhaltung und der Bilanzen der Überlandleitung des Kreises Stormarn abgestellt. Seit Dezember 1933 war Vorhaben Hilfsinnenrevisor und wurde 1936 Innenrevisor. Zugleich konnte er als Kreisausschussinspektor in die Beamtenlaufbahn wechseln. 1938 wurde er Leiter der Revisionsabteilung.

Am 11.10.1934 schloss Gustav Vorhaben in Kiel seine erste Ehe mit Lissy Marie Gretchen Klütmann. 1935 und 1936 kamen die beiden Töchter zur Welt. Am 06.07.1939 wurde Vorhaben geschieden. Auch seine zweite Ehe, geschlossen am 09.09.1939 mit Marie Luise Greiser, verwitwete Lambeck, scheiterte nach kurzer Zeit am 14.08.1942. Am 31.07.1953 heiratete Vorhaben erneut. Elly Reimann, verwitwete Menk, brachte eine Tochter mit in die Ehe.

Während des Nationalsozialismus trat Gustav Vorhaben in die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) ein und übernahm an seinen Wohnorten das Amt eines Blockwalters. Im November 1942 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und kam in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Erst im April 1949 erfolgte seine Entlassung.

Inzwischen hatte sich die Kreissparkasse Stormarn in Bad Oldesloe etabliert und Gustav Vorhaben konnte in der Hauptstelle wieder seine Arbeit aufnehmen. Als der stellvertretende Sparkassenleiter Hans Groth 1950 starb, rückte Vorhaben als Vertreter des Direktors Karl Sander nach. Es gelang ihm sogar, 1956 die damals nicht übliche Amtsbezeichnung eines stellvertretenden Sparkassendirektors zu erlangen.

Gustav Vorhaben bewarb sich für die Nachfolge des ausscheidenden Sander und wurde 1958 Direktor der Kreissparkasse. Im Zuge der Umstrukturierung der Sparkasse wurde er 1968 geschäftsführender Vorstand und 1971 Vorstandsvorsitzender.

Nach seinem Ausscheiden verlegte Gustav Vorhaben seinen Wohnsitz nach Konstanz.

Bedeutung

Gustav Vorhaben hat als Direktor die Entwicklung der Kreissparkasse Stormarn in den 1950er-/60er-Jahren maßgeblich mitgestaltet. Insbesondere die Konsolidierung der Sparkasse nach ihren starken Verlusten auf Hamburger Gebiet an die beiden Hamburger Sparkassen trieb er voran. Mit dem Aufbau und der Modernisierung des großen Filialnetzes gelang ihm parallel zum Strukturwandel des Kreises die Schaffung eines soliden, finanzstarken Geldinstituts.

Ehrenämter

Gustav Vorhaben saß in den 1960er-Jahren mehr als acht Jahre im Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Bonn. Außerdem bekleidete er das Amt des Bezirksobmanns beim Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein, Kiel.

Als Direktor der Kreissparkasse Stormarn war er ab 1958 Mitglied der Gesellschafterversammlung, danach des Aufsichtsrates sowie seit September 1959 des Gutachterausschusses der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft mbH Stormarn (WAS).

Außerdem engagierte er sich im Vorstand des Schlossvereins Ahrensburg.

Persönlichkeiten

Gustav Vorhaben; Constantin Bock von Wülfingen; Karl Sander; Hans Groth

Familienname

Vorhaben

vollständige Vornamen

Gustav Heinrich Karl

Rufname

Gustav

Geburtsdatum

31.07.1908

Geburtsort

Kiel

Sterbedatum

15.12.1980

Sterbeort

Kiel

Geschlecht

männlich

Religion

evangelisch

Berufe

Sparkassenangestellter, Sparkassenbeamter

Funktionen, Rang

Sparkassendirektor 1958-1968; Vorstandsvorsitzender 1968-1972

Ehe-/Lebenspartner

Elly Reimann, verwitwete Menk 1912-1993

Kinder

zwei Töchter und eine Stieftochter

Eltern

Ernst Christoph Vorhaben; Wilhelmine Marie Karoline Bruhn

Literatur

  • Günther, Barbara: Den Menschen verpflichtet Geschichte der Sparkasse Stormarn und ihrer Vorgängerinstitute 1820 - 2005. Neumünster, Wachholtz 2005, GVK: 504714392

Weitere Literatur