Grabauer Gräberfeld

Die vier großen Grabhügel bei Grabau sind sichtbare Überreste einer ausgedehnten vorgeschichtlichen Nekropole.

Lage

Das Gräberfeld liegt im Westen der Gemeinde Grabau, nordwestlich vom Grabauer See. Es befindet sich in den Gewannen Schäferkamp und Vierstück zwischen Alter Schäferei und Sennhütte. Im Süden wird es von der Landesstraße 226 begrenzt, lediglich zwei Hügel liegen weiter südwestlich. Im Osten reicht es bis zur Ringstraße. Das Gelände ist leicht wellig und weist kiesig-sandigen Boden auf.

Grabungsgeschichte

Die Grabhügel wurden noch nicht wissenschaftlich untersucht. Einige Hügel ließ um 1869 der damalige Grundeigentümer unter seiner Beobachtung abtragen.

Befunde/Funde

Nachgewiesen sind 26 Grabhügel, von denen die meisten bereits Mitte des 20. Jahrhunderts stark abgepflügt waren. Vier Hügel sind noch heute deutlich im Gelände sichtbar und mit Bäumen bewachsen. Der größte von ihnen weist einen Durchmesser von ca. 47 m und eine Höhe von 6-7 m auf.

Um 1869 waren bei einem Hügel eine Steinsetzung und Flintgeräte zutage getreten. Ein anderer gab einen Steinhaufen mit drei Vertiefungen frei, in denen sich u. a. mehrere Objekte aus Bronze in unterschiedlichem Erhaltungszustand fanden: ein Griffangelschwert, ein Dolch, zwei Ortbänder, vier Doppelknöpfe, ein Knauf, ein Buckel, ein Gürtelbuckel, ein Bronzemesser sowie eine Bronzefibel.

Um 1950 zeigten sich beim Einebnen einzelner Hügel mehrere Findlingsblöcke.

Die Grabhügel werden der Zeitspanne von ca. 3.500-1.700 v. Chr. zugeordnet.

Folgewirkung und Bedeutung

Die Grabhügel sind Zeugnisse einer epochenübergreifenden Bestattungssitte.

In der Landesaufnahme für Stormarn (Hingst 1959) sind sie als Grabau LA 1 bis 26 erfasst. Neun von ihnen wurden am 20.07.2015 wegen ihres besonderen geschichtlichen, wissenschaftlichen und die Kulturlandschaft prägenden Wertes als Grabau DB (Denkmalbuch) 1 bis 9 mit den Objektnummern 004 836 bis 004 844 in die neue Liste archäologischer Denkmäler eingetragen. Sie waren am 28.03.1968 bzw. 16.01.1969 unter Schutz gestellt worden.

Die archäologischen Strukturen der vier großen Grabhügel sind durch Kaninchen- und Fuchsbauten gefährdet.

Besonderheiten

Um einen der Grabhügel rankt sich eine Sage über „die goldene Wiege von Grabau“.

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Grabauer Gräberfeld account_balance 53.8088780000 10.2585830000

Orte

Grabau

GPS-Standort

53° 48' 31'' N, 10° 15' 30'' O

Fläche

650000 m2

Periode(n) der Ur- und Frühgeschichte

Späte Jungsteinzeit, Ältere Bronzezeit

Literatur

  • Hingst, Hans: Vorgeschichte des Kreises Stormarn Unter Mitw. von Alfred Rust [u.a.]. Neumünster, Wachholtz 1959, GVK: 410285846

Weitere Literatur