Bildnis des F. W. von Schütz von Turretin, Jean Jacques (Production), 1793-1858 (Radierer) - Universitätsbibliothek Leipzig, Inventar-Nr. 143359 Germany - Public Domain.

 Veröffentlicht

Friedrich Wilhelm von Schütz

Friedrich Wilhelm von Schütz war Literat, politischer Schriftsteller und Journalist sowie Gutsbesitzer in Hoisbüttel.

Ausbildung

Friedrich Wilhelm von Schütz studierte 1777-1779 Rechtswissenschaft in Leipzig und schloss mit einer Promotion ab.

Lebenslauf

Friedrich Wilhelm von Schütz wurde als Sohn von Julius Ernst von Schütz, Erb-, Lehns- u. Gerichtsherr in Erdmannsdorf (Sachsen) geboren. Als Student trat er einer Freimaurerloge bei. Vor 1781 heiratete er Johanna Sophia Rolle.

Ab 1782 unternahm er mehrere Reisen, u. a. nach England, Frankreich und in die Schweiz. Durch seine Verbindung zu Adolph Knigge wurde er Adept des Illuminatenordens in Hamburg.

Ab 1787 lebte er in Altona (heute Hamburg) in bescheidenen Verhältnissen. Dort trat er in die Loge „Ferdinand zum Felsen“ ein. Als Freimaurer trat Schütz für die gleichberechtigte Mitgliedschaft von Juden ein. 1792 war er Mitbegründer der Loge „Einigkeit und Toleranz“ in Hamburg.

Aus Hamburg 1793 aufgrund seiner publizistischen Tätigkeit vertrieben, kehrte Schütz nach Erdmannsdorf zurück und übernahm kurzfristig das Rittergut seines verstorbenen Vaters. Im Herbst 1793 kaufte er das Adlige Gut Hoisbüttel, das er um 1797 wieder veräußerte. In seinem dann erworbenen Anwesen in Othmarschen (heute Hamburg) nahm Schütz erneut bis 1801 seine politische und schriftstellerische Tätigkeit auf. 1805 übersiedelte er nach Hamburg und setzte dort seine journalistische Tätigkeit fort.

Ab 1813 wohnte er wieder in Altona und wurde Meister der Freimaurerloge „Carl zum Felsen“. Nach dem Tod seiner Ehefrau am 16.11.1819 übersiedelte er nach Zerbst (Sachsen-Anhalt).

Werk/Aktivitäten

Von Altona aus erschienen erste Veröffentlichungen. Von Juli 1792 bis April 1793 schrieb Friedrich Wilhelm von Schütz unermüdlich in seiner Zeitschrift „ Der Niedersächsische Merkur“ für einen Wandel in den deutschen Ländern und trat offen für den Umsturz der bestehenden Ordnung ein.

Insbesondere Preußen versuchte seine Zeitschrift zu verbieten und übte Druck auf Hamburg und Holstein aus. Durch den französischen Gesandten Louis-Grégoire Le Hoc in Hamburg gelangte er unter französische Gerichtsbarkeit.

Auf preußische und dänische Intervention hin wurde das Blatt im Dezember 1792 verboten. Mit der Zeitschrift „Neuer Proteus“ setzte Schütz seine Arbeit im Januar 1793 fort. Schon im Februar 1793 wurde auch sie verboten. Kurz danach wurde Le Hoc ausgewiesen und Schütz stand wieder unter Hamburger Gerichtsbarkeit. Auf preußischen Druck wurde er aufgefordert, Hamburg zu verlassen

Bedeutung

Friedrich Wilhelm von Schütz gab politische und literarische Zeitschriften heraus, verfasste Reiseberichte sowie die ersten Biografien über den Philosophen Moses Mendelssohn und den dänischen Staatsminister Andreas Peter von Bernstorff.

Schütz gehörte während seiner Zeit in Hamburg und Altona (1787-1793) zu den produktivsten und radikalsten aufklärerischen Schriftstellern. Die Liste seiner Werke umfasst ca. 40 Titel.

Persönlichkeiten

Adolph Knigge GND: 11856370X
Julius Ernst von Schütz GND: 143873172
Andreas Peter von Bernstorff GND: 116147644
Moses Mendelsohn GND: 118580744
Louis-Grégoire Le Hoc GND: 1052872727

Familienname

von Schütz

vollständige Vornamen

Friedrich Wilhelm

Geburtsdatum

25.04.1758

Geburtsort

Erdmannsdorf

Sterbedatum

09.03.1834

Sterbeort

Zerbst

Geschlecht

männlich

Religion

evangelisch

Berufe

Journalist, politischer Schriftsteller, Literat und Gutsbesitzer

Ehe-/Lebenspartner

Johanna Sophia Friederike von Schütz, geb. Rolle (?-1819)

Kinder

zwei Söhne, ein Stiefsohn

Eltern

Julius Ernst von Schütz (1721-1793); Henrietta Wilhelmina von Schütz, geb. von Nostitz

Weitergehende Informationen (Extern)

Friedrich Wilhelm von Schütz

Quelle: Wikimedia Commons

Literatur von der Person

  • Archiv der Schwärmerey und Aufklärung. Hamburg, Matthiesen , GVK: 167447998
  • Der Niedersächsische Merkur, 4 Bände. Altona, Kraus Reprint (1973) , GVK: 779603729
  • Lebensgeschichte des Dänischen Staatsministers Andreas Petrus Grafen von Bernstorff. Ein Beytrag, um den Charakter dieses großen Mannes zu schildern. Altona, Bechtold 1798, GVK: 216239893
  • Freie Bekenntnisse eines Veteranen der Maurerei und anderer geheimer Gesellschaften. Leipzig, Lauffer 1824, GVK: 821123815
  • Maurerische Ansichten, 2 Bände. Leipzig, GVK: 449450481

Literatur

  • Grab, Walter : Schütz, Friedrich Wilhelm von geb. 25.4.1756 in Erdmannsdorf bei Chemnitz; gest. 9.3.1834 in Zerbst. 1997, In: Demokratische Wege, Stuttgart: Verlag J.B. Metzler, 1997, (1997), Seite 577-578, GVK: 368419940
  • Hans-Werner Engels : Vorgeschichte und Gründung der Altonaer Loge Carl zum Felsen, Tätigkeit einiger ihrer Brüder bis zum Jahre 1800. Hamburg, 2000, GVK: 337680213
  • Klaus Tim : Friedrich Wilhelm von Schütz als Gutsbesitzer in Hoisbüttel. Hamburg, Eigenverlag des Alstervereins 2009, In: Jahrbuch des Alstervereins 2009, S. 55-71., GVK: 609155210
  • Walter Grab : Demokratische Strömungen in Hamburg und Schleswig-Holstein zur Zeit der ersten französischen Republik. Hamburg, Christians 1966, GVK: 1074030893

Weitere Literatur