Friedrich August Lorentzen

Friedrich August Lorentzen war ein Oldesloer Apotheker, Aufklärer und Reformer, der das Kurbad begründete.

Ausbildung

Seine Apotheker-Ausbildung absolvierte Lorentzen in Hamburg. 1788 legte er an der Universität Kopenhagen das pharmazeutische Examen ab. 1806 wurde er an der Medizinischen Fakultät der Universität Kiel mit einer Arbeit über "Chemisch-physikalische Untersuchung des Feuers" promoviert.

Beruflicher Werdegang

Lorentzen übernahm 1788 die väterliche, seit 1753 in Familienbesitz befindliche Löwen-Apotheke in Oldesloe. Er baute sie nach dem Stadtbrand 1798 wieder auf und erweiterte sie 1827 durch eine Filiale in Reinfeld. Daneben wirkte er auch als Arzt und wurde 1806 Administrator der Oldesloer Saline sowie 1812 deren Oberinspektor. Ab 1813 war er zusätzlich als Direktor des Kurbades tätig. Diese Ämter übte er bis 1835 aus, während er die Leitung beider Apotheken 1832 seinem Sohn Julius Theodor übertragen hatte.

Lebenslauf

Lorentzen heiratete in erster Ehe am 15.06.1790 die Lübecker Kaufmannstochter Christina Johanna Lang. Aus der Ehe gingen 14 Kinder hervor, davon starben acht vorzeitig. Nach dem frühen Tod seiner Ehefrau heiratete er Christina Charlotte Carstens, die zweite Ehe blieb kinderlos. Während der vierten Holsteinischen Ständeversammlung in Itzehoe, die er am 07.07.1842 als Alterspräsident eröffnete, erkrankte Lorentzen und verstarb kurz darauf.

Werk/Aktivitäten

1802 wurde Lorentzen Mitglied des Rates der Stadt Oldesloe. Als seine Hauptaufgabe betrachtete er zunächst den Ausbau der Saline. 1803 legte er eine Studie vor, in der er Verbesserungsvorschläge zur Rentabilitätssteigerung der Saline ausführte. Auf eigene Kosten suchte er nach Salzquellen und veranlasste Bohrungen, in deren Verlauf er 1812 auf eine Schwefelquelle stieß.

Daraufhin entwickelte Lorentzen die Idee eines Heil- und Kurbades in Oldesloe. Friedrich VI. von Dänemark genehmigte im März 1813 dessen Einrichtung auf der Saline. Unterstützt von dem Oldesloer Arzt Franz Daniel Hagelstein begann das Kur- und Heilbad – das erste in den Herzogtümern Schleswig und Holstein – rasch zu florieren. Unter maßgeblicher Beteiligung von Christian Frederik Hansen wurden umfangreiche Kurgebäude errichtet. Darüber hinaus ließ Lorentzen den Kurpark anlegen und Freiluftbäder im Salzteich eröffnen, um der Konkurrenz durch Seebäder standzuhalten.

Es gelang Lorentzen, mit dem Kurbad Oldesloe und seinem publizistischen Wirken die Stadt überregional für Angehörige des Adels attraktiv zu machen. Trotz der 1830-1836 in Zusammenarbeit mit Christian August von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg veranstalteten Pferderennen konnte Lorentzen den allmählichen Niedergang des Bades nicht bremsen.

Bedeutung

Friedrich August Lorentzen zählte zu den bedeutenden, auch publizistisch aktiven Aufklärern und Reformern in Schleswig-Holstein. In Oldesloe initiierte er mit der Saline und dem Kurbad wichtige, über die Stadt hinausweisende öffentliche Einrichtungen.

Ehrenämter

Lorentzen war Vorsitzender des Distriktsvereins der gemeinnützigen Schleswig-Holsteinischen Patriotischen Gesellschaft.

Im Wahldistrikt Oldesloe-Segeberg wurde er für die Ständeversammlungen 1841–1847 zum Delegierten gewählt.

Ehrungen und Preise

Lorentzen wurde 1815 zum Ritter vom Danebrogorden erhoben und erhielt den Titel Justizrat.

Die Hamburgische Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe (Patriotische Gesellschaft) ernannte ihn 1840 zum Ehrenmitglied.

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde in Bad Oldesloe eine Straße nach ihm benannt.

Besonderheiten

Mit seinem Plan für eine schiffbare Verbindung zwischen Hamburg und der Ostsee über Alster und Trave auf Basis einer von Heinrich von Justi erstellten Karte gewann er 1818 einen von der Patriotischen Gesellschaft in Hamburg veranstalteten Wettbewerb.

Lorentzen engagierte sich für die Verbesserung der Landstraßen in Holstein. Dabei propagierte er die neue, vom britischen Erfinder John Loudon McAdam entwickelte Methode (Makadam) leicht gewölbter Chausseen mit Entwässerungsgräben an den Seiten.

Persönlichkeiten

Friedrich VI. von Dänemark und Norwegen GND: 119217139
Franz Daniel Hagelstein
Christian Frederik Hansen GND: 11854571X
Christian August von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg GND: 101968612
John Loudon McAdam GND: 117516295
Heinrich von Justi GND: 1074961404

Familienname

Lorentzen

vollständige Vornamen

Friedrich August

Geburtsdatum

23.10.1765

Sterbedatum

07.09.1842

Sterbeort

Itzehoe

Begräbnisort

Oldesloe

Geschlecht

männlich

Religion

evangelisch

Berufe

Apotheker

Funktionen, Rang

Salinen-Oberinspektor 1812-1836, Kurbad-Direktor 1813-1835, Justizrat ab 1815

Ehe-/Lebenspartner

1. Ehe: Christina Johanna Lorentzen, geb. Lang (1772-1808); 2. Ehe: Christina Charlotte Lorentzen, geb. Carstens (1776-1852)

Kinder

14 Kinder aus erster Ehe

Eltern

Christian August Lorentzen (1714-1795), Christina Maria Lorentzen, geb. Pistolsky (1733-1816)

Strukturansicht

Literatur von der Person

  • Zander, Sylvina: Lorentzen, Friedrich August geb. 23.10.1765 Oldesloe-gest. 7.9.1842 Itzehoe ; Apotheker. 2006, In: Biographisches Lexikon für Schleswig-Holstein und Lübeck ; Bd. 12, Neumünster: Wachholtz, 2006, (2006), Seite 293-296, GVK: 720222273
  • Lorenzen, Friedrich August 1765-1842: Die Oldesloer Salz- und Schwefelsalz-Bäder im Jahr 1825. Hamburg, Nestler 1825, GVK: 33765476X
  • Lorenzen, Friedrich August 1765-1842: Erfahrungen bei dem Steinstraßen-Bau nebst Bemerkungen über den Einfluß und die Wichtigkeit der verschiedenen vorgeschlagenen Chausseen in Holstein. Hamburg, Nestler , GVK: 314179720

Literatur

  • Bangert, Friedrich 1850-1924: Bad Oldesloe Geschichte der Stadt. Hamburg, Severus Verl. 2014, GVK: 796364060
  • Zander, Sylvina: Oldesloe und sein Bad 1813 - 1938. Husum, Husum Dr.- und Verl.-Ges. 2013, GVK: 751064777

Weitere Literatur