Friedhof Bad Oldesloe

Der im späten 19. Jahrhundert angelegte kirchliche Friedhof Bad Oldesloe ergänzte zunächst den Alten Friedhof und löste ihn schließlich ab.

Lage

Der Friedhof liegt im Westen von Bad Oldesloe an der Hamburger Straße, von der er im Norden begrenzt wird. Stadtauswärts reicht er an das Gewerbegebiet West heran, im Süden führt ein Industriegleis entlang des Friedhofs. Im Osten befinden sich Kleingärten und Wohnbesiedlung.

Beschreibung

Der Friedhof Bad Oldesloe weist in seinem ältesten Teil mit den geschwungenen Wegen und den Geländemodellierungen, wie Wasserflächen und kleinen Anhöhen, den Einfluss des englischen Landschaftsparks auf. Die späteren Erweiterungen orientieren sich an geometrischen Strukturen. Neben Räumen mit verdichteten Einzel- und Familiengrabstätten wird die Anlage von größeren Gemeinschaftsgrabfeldern sowie einem Bestand von rund 1.000 Bäumen geprägt. Der Begräbnisplatz umfasst 16,7 ha.

Glockenturm, 1979

Geschichte

Als der von der städtischen Bebauung längst eingeholte heutige Alte Friedhof zu klein geworden war, begann die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Oldesloe mit den Planungen zu einem außerhalb der Stadt gelegenen, neuen Begräbnisplatz. Für die am 24.11.1877 bei der Provinzialregierung in Schleswig beantragte Anlage wurde ein Areal an der damaligen Hamburger Chaussee gewählt. Nach dem am 27.09.1878 beschlossenen Ankauf fand die Einweihung am 13.11.1881 unter Leitung von Pastor Georg Baetz statt. Die gestalterische Planung oblag dem Hamburger Gartenarchitekten Friedrich Joachim Christian Jürgens.

Die erste Erweiterung 1921 nach Plänen von Harry Maasz erfolgte unter dem Leitbild des Allee- und Quartierfriedhofs. Das Granit-Hochkreuz auf diesem Teil geht auf eine Spende des Bad Oldesloer Ehrenbürgers Ernst Kruetgen zurück. Für weitere Überplanungen zeichnete zunächst der Kieler Friedhofsinspektor Emil Feldmann verantwortlich, bei der Erweiterung in den 1970er-Jahren der Gartenarchitekt Günter Wolber. Der am 11.02.1961 geweihte, separat stehende dreigeschossige Glockenturm mit offener Holzkonstruktion sowie die 1978 errichtete, von Architekt Ulrich Sobanski entworfene Auferstehungskapelle ersetzten die baufällige alte Friedhofskapelle.

Aktuell orientiert sich der Friedhof bei der Flächennutzung am Trend zu Naturbestattungen und Urnengemeinschaftsgräbern. Beispielsweise wurde 2017 ein Magnolienhain für Baumbestattungen angelegt.

Bedeutung

Der Friedhof Bad Oldesloe gehört mit seinem alten Teil zu den historisch frühen Anlagen im Stil des englischen Landschaftsgartens. Damit orientierte er sich am zeitgenössischen Leitbild, für das es mit dem Hauptfriedhof Schwerin (eröffnet 1863), Südfriedhof Kiel (1867) sowie den Friedhöfen Bremen-Riensberg (1875) und Hamburg-Ohlsdorf (1877) einige Vorbilder gab. Der von Harry Maasz gestaltete Erweiterungsteil folgt dem Ideal der im frühen 20. Jahrhundert maßgeblichen Reformbewegung.

Nutzung

Der Friedhof wird von der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Oldesloe verwaltet, jährlich finden rund 300 Beisetzungen statt. Insgesamt umfasst die Anlage rund 5.000 Grabstätten. Im späten Frühjahr sorgt die Rhododendren- und Azaleenblüte für zusätzliche Besucher.

Erhaltungszustand

Der Friedhof zeigt sich in einem gepflegten Zustand.

Grabmal der Familie Ströh

Besonderheiten

Auf dem Friedhof liegen die Grabstätten von Else Wex-Cleemann, Theodor Burckhardt, Raimund Harmstorf, Heino Erik Jaeger, Carl-Christian Thegen, Tyll Necker sowie von Georg Axt, Claus Hinrich Mewes, Siegfried Moll und August Ernst.

Das Grabmal der Familie Ströh (1924) mit vollplastischen Reliefs stammt von dem Hamburger Bildhauer Arthur Bock.

Die Anlage umfasst eine am 03.06.2005 eingeweihte und mit einer hohen Stele versehene Grab- und Gedenkstätte für Fehl- und Totgeburten ("Sternenkinder").

Am 16.08.2019 wurde der vom Hamburg-Ohlsdorfer Friedhof versetzte Grabstein von Friedrich Bölck museal aufgestellt.

Zusammen mit einer der letzten verbliebenen Grabstätten wird die Grabanlage der Mennoniten-Gemeinde museal erhalten.

Das Ehrenmal auf der Gedenkstätte für zivile Bombenopfer beim Bombenangriff auf Bad Oldesloe schuf Richard Kuöhl.

Persönlichkeiten

Georg Baetz
Friedrich Joachim Christian Jürgens
Harry Maasz GND: 118955071
Ernst Kruetgen Emil Feldmann
Günter Wolber
Theodor Burckhardt
Else Wex-Cleemann
Raimund Harmstorf GND: 139863141
Carl Christian Thegen GND: 123304563
Heino Erik Jaeger GND: 118856227
Tyll Necker GND: 110842995
Georg Axt
Claus Hinrich Mewes
Siegfried Moll
August Ernst
Friedrich Bölck GND: 1154584674
Arthur Bock
Richard Kuöhl GND: 118024965

Links

Website der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Oldesloe zum Friedhof Bad Oldesloe: http://friedhof-oldesloe.de/ (Zugriff am 20.11.2018)

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Friedhof Bad Oldesloe directions_car 53.7991530000 10.3528610000

Bundesland

Schleswig-Holstein

Kreis/ Kreisfreie Städte

Stormarn

GPS-Standort

53° 47' 56'' N, 10° 21' 10'' O

Auftraggeber

Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Oldesloe

Planer/Architekt

Friedrich J. C. Jürgens; Harry Maasz; Emil Feldmann; Günter Wolber