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Fachhallenhaus Ratzbek

Das Fachhallenhaus Ratzbek ist ein etwa 250 Jahre altes ehemaliges bäuerliches Wohn- und Wirtschaftsgebäude.

Fachhallenhaus Ratzbek, Giebelseite und Traufseite, 1979

Außenarchitektur

Von einem ehemaligen Bauernhof in Ratzbek hat sich als einziges Gebäude das Haupthaus erhalten. Das Fachhallenhaus ist ein ca. 30,2 m langer und 14,5 m breiter eingeschossiger Zweiständerbau mit Granitsockel und vollständigem, ausgemauertem Eichenholzfachwerk auf der nördlichen und südlichen Traufseite. Der ehemalige Wirtschaftsteil ist acht Fach groß mit verbreitertem Flett. Straßenseitig schließt sich nach Osten ein eineinhalbgeschossiges Wohnfach in Ziegelbauweise an.

Das wohl Mitte des 19. Jh. neu errichtete Wohnfach besitzt im Erdgeschoss auf der Giebelseite sechs vierteilige Kastendoppelfenster und im Obergeschoss vier Fenster mit halbrunden gusseisernen Oberlichtern.

Das 1980 neu mit Reet eingedeckte Satteldach zeigt jeweils einen Halbwalm. Die Windbretter münden über dem First in einer Giebelzier mit Giebelfensterlucht.

Das Wohnfach und der Wirtschaftsteil sind durch jeweils eine traufseitige Tür zugänglich. Der Außenbereich ist mit alten Pflastersteinen befestigt.

Innenarchitektur

1978-1982 erfolgte eine fachgerechte Sanierung unter Einbeziehung des Landesamtes für Denkmalschutz. Seitdem befindet sich ebenerdig im ehemaligen Wirtschaftsteil ein offener Wohnbereich. Die im Wohnteil liegenden Zimmer werden als Wohn- und Schlafräume und die ehemalige Räucherkammer als Badezimmer genutzt. Die bis 2001 im Flettbereich installierte Stahltreppe macht den zum Ausstellungsraum umgebauten ehemaligen Heuboden zugänglich.

Erdbuch des Dorfes Ratzbek und Fliegenfelde, 1792

Geschichte

Das Fachhallenhaus Ratzbek wurde Mitte des 18. Jh. errichtet. Das Erdbuch des Dorfes Ratzbek weist 1792 den Halbhufner Hinrich Witt auf der Bauernstelle aus. In den 1950er-Jahren gehörte der Bauernhof Magda Köhn. 1958 kaufte der Landwirt Jürgen Claussen Ländereien und Hof und vermietete das Wohngebäude.

1977 erwarb das Hamburger Ehepaar Peter und Stefani Siemssen das Haus und nutzte es zunächst als Zweit-, 1995-2017 als Hauptwohnsitz. 2001-2017 beherbergte es die Peter Siemssen Stiftung zur Förderung der keramischen Kunst. Nach dem Tod von Peter Siemssen 2017 wurde es verkauft, der neue Besitzer nutzt es als Wohnhaus und Geschäftssitz.

Bedeutung

Das Fachhallenhaus Ratzbek ist eines der wenigen Zeugnisse bäuerlicher Vergangenheit bei sonst moderner Bebauung des Ortes.

Erhaltungszustand

Der Erhaltungszustand ist als gut zu bezeichnen.

Persönlichkeiten

Peter Siemssen GND: 132993988

Datierung Schutzstellung

04.12.1980

Begründung Schutzstellung

Das Haus hat als Kulturdenkmal geschichtliche und die Kulturlandschaft prägende Bedeutung. Die Schutzstellung umfasst das gesamte Objekt.

14 400
Fachhallenhaus Ratzbek business 53.8402450000 10.5536530000

Ort

Dorfstraße 37, 23858 Wesenberg, Ortsteil Ratzbek

GPS-Standort

53° 50' 24'' N, 10° 33' 13'' O