Dorothea Christina von Plön-Norburg

Dorothea Christina von Plön-Norburg lebte als Witwe rund 30 Jahre bis zu ihrem Tode 1762 auf Schloss Reinfeld und war dort als Stifterin und Mäzenatin tätig.

Modell des Schlosses Reinfeld , 1984

Lebenslauf

Dorothea Christina von Plön-Norburg wurde 1674 in Plön geboren. Ihr Vater Johann Franz von Aichelberg diente dort als Hofmeister des Herzogs, die Mutter als Hofdame. Nach der Berufung ihres Vaters zum Amtmann in Norburg auf Alsen (Nordborg, Dänemark) wuchs sie mit den Kindern der herzoglichen Familie auf. 1699 folgte sie als Kammerjungfer Elisabeth Charlotte zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön auf deren Witwensitz Osterholm (Østerholm, Dänemark).

Gegen den Willen von deren ältestem Sohn, Joachim Friedrich von Norburg, und ohne Wissen der Familie heiratete Dorothea Christina am 20.02.1702 in Umstadt (Groß-Umstadt, Hessen) Joachims Bruder Christian Karl (Carl). Da diese Ehe nicht standesgemäß war, zwang ihn Joachim Friedrich zu dem Vertrag vom 24.11.1702, wonach Christian Karl auch im Namen seiner Nachkommen auf Titel, Rang und Erbansprüche verzichtete, solange sein Bruder männliche Nachkommen hatte. Die Familie musste den Namen „von Carlstein“ annehmen und von der Residenz Söbygaard (Søbygaard, Dänemark) auf Ärö (Ærø.) in das augustenburgische Stadtpalais in Sonderburg (Sønderborg, Dänemark) ziehen.

Nach zwei Mädchen wurde, kurz nach dem frühen Tod des Vaters, am 04.08.1706 der Sohn Friedrich Karl von Norburg-Plön geboren. Im selben Jahr begann durch das Aussterben der direkten Linie der Plöner Herzöge ein jahrelanger Sukzessionsstreit um die Herzogtümer Norburg und Plön, in dem Dorothea Christina, unterstützt von Vormündern, anfangs ihren Sohn vertrat. Sie wirkte durch die Wahl seiner Lehrer konsequent darauf hin, ihn auf eine Laufbahn als Herzog vorzubereiten. 1722 wurde Friedrich Karl von Friedrich IV. von Dänemark zum Herzog von Norburg erklärt und Dorothea in den Fürstenstand erhoben, 1729 erhielt er dann das Herzogtum Plön im Tausch gegen Norburg.

Ende November 1730 bezog Dorothea Christina das Schloss Reinfeld als Witwensitz. Ihre letzten Jahre verbrachte sie zunächst ab 1756 in Plön, im eigens für sie umgebauten „Witwenpalais“. Nach dem Tod ihres Sohnes 1761 zog sie wieder nach Reinfeld. Nach ihrem Tod wurde sie neben ihrem Ehemann in der Plöner Schlossgruft beigesetzt.

Werk/Aktivitäten

Bemerkenswert sind ihre langjährigen, schließlich erfolgreichen Bemühungen, ihrem Sohn zum Herzogstitel und somit ihrer Familie zu einer besseren sozialen Absicherung zu verhelfen.

Auf ihre Veranlassung besetzte Friedrich Karl das vakante Pastorat in Reinfeld mit dem Norburger Diakon Matthias Claudius, dem Vater des Dichters Matthias Claudius.

In Reinfeld stiftete sie ein Legat für die Versorgung von Predigerwitwen. In der Plöner Altstadt stiftete sie 1746 gemeinsam mit ihrem Sohn ein Waisenhaus.

Ehrungen und Preise

Auf einem 1759 entstandenen Gemälde von Johann Heinrich Tischbein d. Ä., das die Familie von Friedrich Karl in der Plöner Sommerresidenz Traventhal (Kreis Segeberg) zeigt, trägt Dorothea Christina den dänischen Hoforden „de l'union parfaite“. Das Gemälde befindet sich im dänischen Nationalhistorischen Museum Frederiksborg.

Besonderheiten

Für ihre Loge in der Matthias-Claudius-Kirche Reinfeld, den sogenannten Fürstenstuhl, wurde 1737 ein kleiner Anbau errichtet.

Ein von Friedrich Karl in Auftrag gegebenes Gemälde eines unbekannten Künstlers vermutlich aus den 1730er-Jahren zeigt Dorothea Christina gleichberechtigt in einer Reihe mit weiteren eingeheirateten fürstlichen Ahnfrauen ihres Sohnes, beginnend mit Dorothea von Dänemark, verheiratet mit Christian III. von Dänemark.

In der Literatur wird ihr Geburtsdatum unterschiedlich, auch mit dem 23.01.1674, 25.01.1674 und 25.04.1674 angegeben.

Persönlichkeiten

Christian Karl von Norburg-Plön GND: 135952247
Friedrich Karl von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön GND: 136026133
Joachim Friedrich von Schleswig-Holstein-Sonderburg GND: 1055677569
Dorothea von Dänemark GND: 132140594
Johann Franz von Aichelberg
Matthias Claudius GND: 118521098
Johann Heinrich Tischbein d. Ä. GND: 118758349

Links

Digitalisat des Artikels von Georg Philipp Schmidt von Lübeck: Dorothea Christina von Aichelberg. Historische Darstellung aus der Schleswig-Holsteinischen Geschichte des 18. Jahrhunderts. In: Schleswig-Holsteinische Blätter 3 (1837), S. 406–443; https://books.google.de/books?id=LaoSAAAAYAAJ&pg=PA405&hl=de&source=gbs_toc_r&cad=3#v=onep (Zugriff am 01.06.2020)

Website mit Informationen zu ihrer Biografie: https://de.wikipedia.org/wiki/Dorothea_Christina_von_Aichelberg (Zugriff am 06.06.2020)

Familienname

von Plön-Norburg

alternative Schreibweisen Familienname

von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön-Norburg, geb. von Aichelberg

vollständige Vornamen

Dorothea Christina

Geburtsdatum

wahrscheinlich 25.01.1674 (siehe Besonderheiten)

Geburtsort

Plön

Sterbedatum

22.06.1762

Sterbeort

Reinfeld

Begräbnisort

Plön

Geschlecht

weiblich

Religion

evangelisch

Funktionen, Rang

Herzogin

Ehe-/Lebenspartner

Christian Karl von Norburg-Plön

Kinder

Charlotte Amalie; Wilhelmine Auguste; Friedrich Karl

Eltern

Johann Franz von Aichelberg; Anna Sophia von Aichelberg, geb. von Trautenburg genannt Beyer

Literatur

  • Lohmeier, Dieter: Friedrich Carl/Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön geb. 4.8.1706 Sonderburg-gest. 18.10.1761 Traventhal. In: Biographisches Lexikon für Schleswig-Holstein und Lübeck, Neumünster: Wachholtz, (1987), S. 122-125, GVK: 669556599
  • Fürstliche Witwen und Witwensitze in Schleswig-Holstein. Husum, Nordsee, Matthiesen 2019, GVK: 1046880977
  • Die Herzöge von Plön Veranstaltung 2016 Plön: Die Herzöge von Plön Beiträge zur internationalen Tagung in Plön am 6. und 7. Mai 2016. Eutin, Buchverlag Rogge GmbH , GVK: 890544077
  • Die Fürsten des Landes Herzöge und Grafen von Schleswig, Holstein und Lauenburg. Neumünster, Wachholtz 2008, GVK: 558571557
  • Schulze, Traugott: Die Herzogszeit in Plön 1564 - 1761. Husum, Husum-Druck- und Verl.-Ges. 1983, GVK: 042345588

Weitere Literatur