Dorf Boterslo

Boterslo ist eine spätmittelalterliche Ortswüstung.

Lage

Boterslo lag im Süden des heutigen Kreises Stormarn zwischen Kronshorst, Witzhave und Ohe.

Geschichte

Der Ortsname wird als „Äußerster Hain” oder „Äußerstes Gehölz” gedeutet. Boterslo gehörte zum Kirchspiel Siek. Nur in den 1320er-Jahren wird Boterslo im Corpus bonorum des Hamburger Domkapitels als bestehendes Dorf erwähnt. Die Hufen, deren Anzahl nicht genannt wird, waren zur Abgabe des Neubruchzehnten von je einem Scheffel Roggen und Hafer verpflichtet. Dies weist Boterslo als erst wenige Jahrzehnte zuvor entstandene Ortsgründung aus. Es dürfte ein nur kleines Dorf gewesen sein. In der Trittauer Amtsrechnung von 1492 wird das Dorf nicht mehr aufgeführt. Boterslo war zur Wüstung geworden.

1534 nutzten mehrere Bauern des Nachbardorfes Ohe die Botersloer Gemarkung. Die Flur Buttersloh oder Bitterschlöer Feld wurde um 1578 von Ohe ausgehend erneut gerodet.

Aufgrund archäologischer Funde und der Flurnamen Bittersloher Kamp, Bottersloher Koppel und Dorfstelle auf der Oher Flurkarte von 1777 ließ sich das wüste Boterslo im Nordosten der Gemarkung Ohe lokalisieren.

Bundesland

Schleswig-Holstein

Kreis / Kreisfreie Städte

Stormarn

Ersterwähnung / Gründung

ca. Mitte des 13. Jahrhunderts

Auflösungsdatum

vor 1492

Kirchspiel Siek: Dörfer

Literatur

  • Bock, Günther: Wüstungen in Stormarn Teil 4: Wüstungen im Kirchspiel Siek. In: Jahrbuch für den Kreis Stormarn ..., Großhansdorf: ProFunda-Verl, Band 35 (2017), S. 40-59, GVK: 894104675
  • Wolfgang Prange: Holsteinische Flurkartenstudien. Dörfer und Wüstungen um Reinbek. Schleswig, Arbeitsgemeinschaft für Landes- und Volkstumsforschung , In: Gottorfer Schriften 7, GVK: 043982425

Weitere Literatur