Ausbildung
Nach mehreren Jahren Privatunterricht, u. a. durch den Rechtswissenschaftler Niels Nikolaus Falck, besuchte Carl von Moltke 1817-1820 das Johanneum in Hamburg. 1822 legte er in Glückstadt sein juristisches Examen ab.
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Carl von Moltke war Jurist, Politiker und Besitzer des Adligen Guts Nütschau.
Nach mehreren Jahren Privatunterricht, u. a. durch den Rechtswissenschaftler Niels Nikolaus Falck, besuchte Carl von Moltke 1817-1820 das Johanneum in Hamburg. 1822 legte er in Glückstadt sein juristisches Examen ab.
Als erstgeborener Sohn des Nütschauer Gutsherrn und Dichters Adam Gottlob Detlev von Moltke übernahm Carl von Moltke am 21.03.1827 das väterliche Gut. Auf Wunsch seines Vaters beschäftigte er viele bisherige Angestellte weiter, verschärfte jedoch die Polizeiordnung des Guts.
Neben seiner Tätigkeit als Gutsherr wirkte Moltke auf mehreren Richterposten im Herzogtum Holstein, das zu dieser Zeit einschließlich des späteren Kreisgebiets Stormarn mit dem Königreich Dänemark im dänischen Gesamtstaat verbunden war. 1834 siedelte Moltke nach Kopenhagen über, wo er in dänische Staatsdienste eintrat.
1846 begann Christian VIII. von Dänemark, gegen schleswig-holsteinische Bestrebungen vorzugehen, die eine Loslösung der Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg vom Gesamtstaat forderten. Aufgrund dessen unbestrittener Loyalität ernannte er Carl von Moltke zum Präsidenten der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen Kanzlei in Kopenhagen und übertrug ihm damit die Regierungsgewalt in den Herzogtümern. Diese nutzte Moltke zur Eindämmung der separatistischen Bewegung, was seinem Ruf unter der dortigen deutsch gesinnten Bevölkerung erheblichen Schaden zufügte.
Als der Konflikt um die Herzogtümer im Frühjahr 1848 in Form der Schleswig-Holsteinischen Erhebung gewaltsam eskalierte, blieb Moltke in Kopenhagen. Aufgrund öffentlichen Drucks überließ er am 01.05.1848 seinem Sohn Adam von Moltke das Gut Nütschau. Mit Unterstützung Preußens und Dänemarks wurde Carl von Moltke während des Waffenstillstands von Malmö zunächst als Präsident einer gemeinsamen Regierung für die Herzogtümer eingesetzt. Als er jedoch Anfang September 1848 in Heiligenstedten an der Stör eintraf, um sein Amt anzutreten, zwang ihn eine feindselige Menschenmenge zur Flucht.
Nach der Niederschlagung der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 1850/51 übernahm Moltke für drei Jahre das Ministerium für das Herzogtum Schleswig, wo er als Verfechter der alten Gesamtstaatsidee energisch sowohl gegen die deutsche als auch gegen die dänische Nationalbewegung vorging.
Nach der Niederlage Dänemarks gegen Preußen und Österreich im Deutsch-Dänischen Krieg diente Moltke 1864 für kurze Zeit erneut als Minister, nun ohne Geschäftsbereich, im dänischen Kabinett, das mit dem Wiener Frieden die Loslösung der Herzogtümer von Dänemark besiegelte. Aus gesundheitlichen Gründen legte er im Jahr darauf sein Amt nieder.
Carl von Moltke übte als Staatsmann in dänischen Diensten erheblichen Einfluss auf die Geschicke der Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg aus. Letztlich erfolglos versuchte er, die Verbindung der Herzogtümer mit dem dänischen Gesamtstaat aufrecht zu erhalten.
1842 Großkreuz des Danebrogordens
1848 Ritter des Elefantenordens
Niels Nikolaus Falck GND: 118685864
Adam Gottlob Detlev von Moltke GND: 104264489
Christian VIII. von Dänemark GND: 119382091
Anna Malvina von Moltke, geb. Simons GND: 117125024
von Moltke
Carl
15.11.1798
Kiel
12.04.1866
Assiten (heute Asīte, Lettland)
Gutsbesitzer, Jurist und Staatsmann
Anna Malvina von Moltke, geb. Simons (1802-1883; Heirat am 29.05.1824)
Adam Heinrich Carl von Moltke (1828-1913), zwei Töchter
Adam Gottlob Detlev von Moltke (1765-1843); Charlotte Augusta von Moltke, geb. Wiebel von Wiebelsheim (1772-1800)
Quelle: Wikimedia Commons