Bille

Die Bille ist ein Fluss von rund 65 km Länge. Sie bildet im Süden Stormarns auf 37 km die Kreisgrenze und mündet auf Hamburger Gebiet in die Elbe.

Geschichte

Der Talraum der Bille ist aus einem Schmelzwasser-Rinnensystem am Südrand der Weichselvereisung entstanden. Die Uferbereiche der Bille waren seit der Mittleren Steinzeit besiedelt.

Der Name der Bille ist abgeleitet aus dem indogermanischen *bhel und bedeutet die Helle, Weiße (vergleiche slawisch: bielo = weiß).

Die älteste schriftliche Erwähnung erfolgte um 1070 bei Adam von Bremen: Er bezeichnet die Bille als Ostgrenze von Stormarn und nennt die Billequelle in seiner Beschreibung des „Limes saxoniae“ als „bilenispring“. 1162 wird die Bille auf weiter Strecke zur Grenze zwischen dem Erzbistum Hamburg-Bremen und dem Bistum Ratzeburg. In diesen Jahrzehnten wird die Bille in den Urkunden als Bilna, Bilena oder Billa öfter genannt. Ab 1238 markiert die Bille auf weite Strecken die Grenze zwischen dem Herzogtum Sachsen (später Sachsen-Lauenburg) und der Grafschaft (ab 1474 Herzogtum) Holstein.

Vermutlich wegen der früheren Nutzung für die Flößerei von Holz ist die Bille nur bei Grande, Reinbek und bei Bergedorf zu Mühlenteichen gestaut. Weitere zahlreiche Mühlen stehen oder standen an den Einmündungen einiger Zuflüsse, wie die Kornmühle in Aumühle, oder an dem Oberlauf der Zuflüsse.

Flora und Fauna

Aufgrund ihrer guten Wasserqualität im Mittellauf ist die Bille oberhalb von Reinbek Lebensraum gefährdeter Fischarten wie Bachneunauge, Regenbogenforelle, Äsche und Bachschmerle. Sie ist auch Lebensraum des Eisvogels.

Ökologische Bedeutung

Der Mittellauf zwischen der Grander Mühle und der Einmündung in den Reinbeker Mühlenteich ist Teil des "Naturschutzgebietes Billetal".

Nutzung

Vermutlich wegen der früheren Nutzung für die Flößerei von Holz ist die Bille nur in Grande, Hinschendorf bzw. Reinbek und dann in Bergedorf zu Mühlenteichen gestaut. Weitere Mühlen stehen am Unterlauf der Zuflüsse oder weiter oberhalb.

Aufgrund der hohen Wertigkeit darf sie von Wasserwanderern zwischen der Grander Mühle und der Einmündung in den Reinbeker Mühlenteich nur bei ausreichendem Wasserstand befahren werden. Die Bille wird von Wanderwegen begleitet. Das Betreten abseits der Wege ist im Naturschutzgebiet verboten.

Besonderheiten

Der Mittellauf der Bille zwischen der Grander Mühle und der Einmündung in den Reinbeker Mühlenteich steht mit dem angrenzenden Talraum und dem Mündungsgebiet der Corbek seit dem 14.08.1987 unter Naturschutz.

Datierung Schutzstellung

14.08.1987

Lage

Die Bille entspringt südlich von Sirksfelde bei Linau im Kreis Herzogtum Lauenburg und erhält ihr Wasser aus dem Koberger und dem Linauer Moor. Beim Billbaum östlich von Hohenfelde erreicht sie Stormarner Gebiet und bildet ab hier die Südgrenze des Kreises gegen den Kreis Herzogtum Lauenburg. Westlich von Reinbek erreicht sie im Stadtteil Bergedorf Hamburger Gebiet und mündet rund 15 km weiter westlich bei Hamburg-Rothenburgsort in die Norderelbe. Ein Teil des Wassers wird bereits seit 1443 südlich von Bergedorf über den Schleusengraben in die Dove-Elbe geleitet. Ein früherer Mündungsarm bei Hamburg-Billbrook ist seit Langem verbaut.

14 400
Bille directions_boat 53.5707130000 10.3612950000

Bundesland

Schleswig-Holstein

Kreis/Kreisfreie Städte

Herzogtum Lauenburg, Stormarn, Hamburg

Anrainerorte

Im Kreis Stormarn: Köthel (Stormarn), Hamfelde (Stormarn), Trittau, Grande, Witzhave, Reinbek; im Kreis Herzogtum Lauenburg: Linau, Koberg, Köthel (Lauenburg), Mühlenrade, Hamfelde (Lauenburg), Kuddewörde, Aumühle, Wohltorf, Wentorf; Stadt Hamburg

Flusssystem

Elbe

Länge

65 km

Quelle

bei Linau

GPS Quelle

53° 34' 14'' N, 10° 21' 40'' O

Mündung

Hamburg-Rothenburgsort

GPS Mündung

53° 32' 24'' N, 10° 1' 27'' O

Mündungshöhe

2 m über NN

linke Nebenflüsse

Fribek, Schwarze Au

rechte Nebenflüsse

Trittauer Mühlenbach (auch Schönau), Furtbek, Corbek, Forellenau, Glinder Au, Schleemer Bach

Einzugsgebiet

506.5 km²