Bendix von Ahlefeldt

Bendix von Ahlefeldt war Gutsherr der Güter Jersbek und Stegen, mäzenatischer Direktor der Hamburger Oper sowie Klosterprobst des Damenstifts in Uetersen und Kompatron der Kirche in Sülfeld.

Ausbildung

Bendix von Ahlefeldt wurde als Kind von Privatlehrern erzogen und sammelte später bei den Aufenthalten seines Vaters als Gesandter in europäischen Residenzstädten sowie auf Studienreisen weitere Kenntnisse.

Lebenslauf

Bendix von Ahlefeldt wurde als erstes von neun Kindern in der ersten Ehe seines Vaters, eines dänischen Geheimrats, geboren. Bereits in seiner Jugend zeigte er lebhaftes Interesse für die schönen Künste, wie Theater und Musik.

Am 30.06.1704 heiratete Ahlefeldt in Hamburg in erster Ehe die Witwe Anna Margaretha (von) Rantzau, geb. von Buchwaldt, einziges Kind und damit Erbtochter des Jasper von Buchwaldt zu Jersbek und Stegen. Nach dessen Tod 1705 wurde Ahlefeldt Gutsherr der Güter Jersbek und Stegen. Das von seinem Schwiegervater übernommene Haus in Hamburg am Valentinskamp behielt er als Stadtwohnung auch nach seinem etwa 1726 erfolgten Umzug nach Jersbek bei.

Ahlefeldt war in den Jahren von 1722 bis 1726 mäzenatischer Direktor der Hamburger Oper am Gänsemarkt. Ihm wird neben der umfangreichen Bibliothek eine ebenfalls verschollene Librettosammlung der von 1678 bis 1744 in Hamburg aufgeführten und gedruckten Singspiele zugerechnet. Mit dem Hamburger Komponisten und damaligen Ko-Leiter der Oper Reinhard Keiser war er befreundet, musikalischer Leiter war Georg Philipp Telemann. Von letzterem wurde in dieser Zeit ebenso Opern aufgeführt wie unter anderem von Georg Friedrich Händel und Johann Mattheson.

1726-1740 ließ Bendix von Ahlefeldt den Barockgarten Jersbek und die Jersbeker Allee anlegen. Vermutlich 1736/37 wurde der Eiskeller des Gutes und um 1739 das Gartenhaus erbaut. In Letzterem fanden Opern und Ballettaufführungen sowie Konzerte statt. 1755 übertrug er Filippo Finazzi eine Hofstelle in Bargfeld-Rögen.

Ab 1732 war Ahlefeldt Klosterprobst des Damenstifts in Uetersen. Er ließ 1734 das Propsteigebäude in Uetersen und 1747-1747 den Neubau der dortigen Klosterkirche errichten.

Zum 01.10.1754 übertrug er die beiden Güter Jersbek und Stegen an seinen Sohn Adolph Jasper von Ahlefeldt, um dann kurze Zeit später ganz nach Uetersen umzuziehen. Er wurde im Erbbegräbnis der Familie in Sülfeld beigesetzt.

Bedeutung

Bendix von Ahlelfeldt gilt als wichtiger Förderer von Kunst und Kultur sowie als Repräsentant barocken Lebenssstils in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Neben Paschen von Cossel war er der bedeutendste Gutsherr von Jersbek und Stegen.

Ehrungen und Preise

1731 Ritter des Dannebrogordens

Persönlichkeiten

Filippo Finazzi GND: 1020741627
Reinhard Keiser GND: 118560999
Johann Mattheson GND: 118578995
Georg Philipp Telemann GND: 11862119X
Jasper von Buchwaldt

Links

Wikipedia-Artikel zu Benedikt von Ahlefeldt: https://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_von_Ahlefeldt_(1678-1757) (Zugriff am 12.01.2019)

Vorgänger

Nachfolger

Familienname

von Ahlefeldt

vollständige Vornamen

Benedict

Rufname

Bendix

Geburtsdatum

11.11.1678

Geburtsort

Seestermühe (vermutlich)

Sterbedatum

10.06.1757

Sterbeort

Uetersen

Begräbnisort

Sülfeld

Geschlecht

männlich

Religion

evangelisch

Berufe

Gutsherr, Klosterprobst

Funktionen, Rang

königlich-dänischer Landrat (seit 1711), Mitglied des gemeinsamen schleswig-holsteinischen Landgerichts (seit 1731), Kammerjunker (vor 1708), Konferenzrat (vor 1715), Geheimer Rat (seit 1734), Probst des Adligen Klosters Uetersen (seit 1732)

Ehe-/Lebenspartner

1. Ehe: Anna Margaretha von Ahlefeldt, verw. Rantzau, geb. von Buchwaldt (1678-1730); 2. Ehe 1734: Christine von Ahlefeldt, verw. Blome, geb. Rantzau (1683-1739)

Kinder

Adolph Jasper von Ahlefeldt, zwei weitere Söhne und eine Tochter

Eltern

Hans Hinrich von Ahlefeldt (1656-1720); Dorothea Friederike von Ahlefeldt, geb. von Ahlefeldt (1658-1705)

Adliges Gut Jersbek: Gutsherr

Literatur

  • Bobé, Louis: Slægten Ahlefeldts historie. Kjøbenhavn, Høst , GVK: 784336687
  • Davids, Curt: Chronik des alten Gutsbezirks Jersbek-Stegen. Hamburg, Meyer 1954, GVK: 321703855
  • Hennigs, Burkhard von: Der Jersbeker Garten im Spiegel von Stichen und Zeichnungen aus dem 18. Jahrhundert e. Beitr. zur Geschichte d. Jersbeker Barockgartens. Neumünster, Wachholtz 1985, GVK: 159648963
  • Hennigs, Burkhard von: 400 Jahre Gut und Gemeinde Jersbek 1588-1988 Teil 1. In: Jahrbuch für den Kreis Stormarn ..., Großhansdorf: ProFunda-Verl, Band 7 (1989), S. 84-102, GVK: 566947757
  • Lohr, Axel: Die Geschichte des Gutes Jersbek von 1588 bis zur Gegenwart. Neumünster, Holst., Wachholtz 2007, GVK: 537458905

Weitere Literatur