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Tralauer Moor

Das Tralauer Moor ist ein Salzmoor im nördlichen Stormarn.

Lage

Das Feuchtgebiet liegt in der Gemeinde Travenbrück im Ortsteil Tralau an der Grenze zum Kreis Segeberg. Es gehört zum Gut Tralau. Nördlich fließt die Krögenbek entlang, die an die Neversdorfer Salzwiese grenzt. Im Osten und Süden begrenzen die Trave und der Sühlener Trave-Altarm das Moor. Innerhalb des Altarms existiert eine Salzwiese. Im Westen befinden sich die Tralauer Wälder. Das Moor und die beiden Salzwiesen bilden eine binnenländische Salzstelle.

Geschichte

Das Tralauer Moor liegt in einem Tunneltal der letzten Eiszeit. Nacheiszeitlich entstand hier ein See, der bei seiner Verlandung in ein Niedermoor überging. Vom Ende des 16. Jh. bis 1748 bestand in Tralau eine Saline, die neben dem Tralauer Salzmoor auch eine weiter südlich gelegene Salzwiese nutzte.

Im 18. Jh. wurde die heutige Moorfläche als Grünland genutzt. Im folgenden Jahrhundert versumpfte die Fläche und Torfstiche wurden angelegt. Durch die Begradigung der Trave in den 1930-Jahren begann der Moorkörper auszutrocknen.

Flora und Fauna

Das Tralauer Moor besteht aus Schilfröhricht mit einzelnen Weidengebüschen, im Randbewuchs steht Erlen- und Birkenbruchwald. Die Salzstellen bilden zwei Inseln im Schilf und umfassen sechs Salzpflanzenarten: Strandmilchkraut, Salzbinse, Strandaster, Salzschuppenmiere, Salzschwaden, Strandsimse und Spießblättrige Melde.

Ökologische Bedeutung

Durch seine Lage im Schwerpunktbereich Travetal zwischen Bad Oldesloe und Bad Segeberg hat das Feuchtgebiet Anschluss an mehrere Biotopverbundachsen.

Besonderheiten

Die Salzquellen werden von einem Salzdom gespeist, der sich ca. 8 km entfernt in 500 m Tiefe bei Sülfeld befindet. Die Sole gelangt in Grundwasserschichten und steigt im Travetal an die Oberfläche.

Binnenländische Salzstellen sind ein prioritärer Lebensraumtyp nach der Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Richtlinie der EU.

Datierung Schutzstellung

01.01.2010

Begründung Schutzstellung

Das Tralauer Moor ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Schlamersdorf (13.01.1970, zuletzt geändert 22.06.2016). Es dient dazu, das Landschaftsbild und die Natur zu erhalten und den Naturgenuss zu ermöglichen. Die Land- und Forstwirtschaft sowie die ordnungsgemäße Ausübung von Jagd und Fischerei sind erlaubt. Das Salzmoor gehört seit 01.01.2010 zum FFH-Gebiet Travetal und gilt im Landschaftsrahmenplan 2021 sowie im Regionalplan 2023 als zukünftiges Naturschutzgebiet.

14 400
Tralauer Moor local_florist 53.8528400000 10.3153100000

GPS-Standort

53° 51' 10'' N, 10° 18' 55'' O

Größe

0.05 km2

höchster Punkt

10 m über NN

tiefster Punkt

5 m über NN

Literatur

  • Naturschutz und Landschaftspflege im Kreis Stormarn. Neumünster, Wachholtz 1991, GVK: 1841502111
  • Graeber, Ulrike : Binnenländische Salzstellen in Bad Oldesloe und Umgebung 100 Jahre Dokumentation zur Salzflora: 1922-2022. 2023, In: Kieler Notizen zur Pflanzenkunde, Kiel: Arbeitsgemeinschaft Geobotanik in Schleswig-Holstein und Hamburg, 2006, 47(2023), Seite 79-113, GVK: 1860958451

Weitere Literatur