Rudolph Jürgens

Der Gartenarchitekt Rudolph Jürgens hat 1880-1930 etliche Gärten und Parks im Kreis Stormarn und im Hamburger Raum entworfen.

Ausbildung

Jürgens absolvierte seine Ausbildung zum Gartenbau-Ingenieur offenbar bei seinem Vater Friedrich Jürgens, der in Nienstedten (heute Hamburg) eine Baumschule sowie in Ottensen (heute Hamburg) eine Landschaftsgärtnerei besaß. Bei einem Englandaufenthalt sammelte Jürgens weitere Erfahrungen.

Beruflicher Werdegang

Nach der Ausbildung trat Jürgens in die Firma seines Vaters ein und assistierte ihm 1869 bei der Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Hamburg. 1876 übernahm Jürgens die Leitung des Betriebs, machte sich aber 1878 als Ingenieur für Gartenbau und Kaufmann für Düngemittel in Altona (heute Hamburg) selbstständig.

Nachdem er 1878 den Wettbewerb zur Umgestaltung des Husumer Schlossgartens in einen Stadtpark gewonnen hatte, erhielt er in den Folgejahren Aufträge zur Anlage oder Überformung zahlreicher Gärten, öffentlicher und privater Parkanlagen und Ausstellungsgelände.

1907/08 war er als Sachverständiger sowie Teilnehmer des Preisgerichts bei der Anlage des Hamburger Stadtparks beteiligt. Ab 1908 hatte seine Firma ihren Sitz am Neuen Wall in Hamburg. Nach dem Ersten Weltkrieg zog sich Jürgens weitgehend ins Privatleben zurück.

Lebenslauf

Kurz nach Jürgens Geburt zog die Familie nach Ottensen, wo er gemeinsam mit zwei Schwestern an der heutigen Elbchaussee aufwuchs. Am 23.07.1878 heiratete er in Horsell (Surrey, England) Elizabeth, die Tochter des Baumschulbesitzers Anthony Waterer. Am 27.02.1885 wurde in Altona der Sohn Rudolph Anthony Waterer Jürgens geboren. 1908-1914 war Jürgens ein zweites Mal verheiratet und lebte in Hamburg. 1930 verstarb er dort an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

Park des Gutes Blumendorf, 2005

Werk/Aktivitäten

Rudolph Jürgens war verantwortlich für Entwurf, Neuanlage sowie Überformung von mindestens 40 Privatgärten und öffentlichen Parks, v. a. im Raum Hamburg und in Schleswig-Holstein.

Im Kreis Stormarn legte er ab 1908 für den Hamburger Reeder George Henry Lütgens den Grundstein für das Arboretum Tannenhöft und gestaltete ca. 1909 den Barockgarten hinter dem Herrenhaus Blumendorf um. Den ab 1908 für den Hamburger Immobilienkaufmann Arnold Hertz in Witzhave entworfenen Landhausgarten Forellenau am Nordufer der Bille betreute Jürgens jahrelang.

Weitere von ihm angelegte oder überformte Privatgärten befinden sich in den Hamburger Elbvororten, z. B. für die Familien Warburg und von Jenisch, sowie im Bereich des Sachsenwaldes.

Im Rahmen von öffentlichen Aufträgen gestaltete Jürgens den Steilhang der Elbe bei Hamburg am Falkenstein mit einem Wegenetz.

1897 hatte er die Gesamtleitung der „Allgemeinen Gartenbau-Ausstellung zu Hamburg“ inne, die auf dem Gebiet der alten städtischen Wallanlagen stattfand. Des Weiteren machte er sich einen Namen beim Bau von Pferderennbahnen, z. B. in Karlshorst bei Berlin (1893/94) und Riem bei München (1896/97).

Zeitungsartikel zur Eintragung des Parks Forellenau in Witzhave als Denkmal, 1996

Bedeutung

Rudolph Jürgens gilt als später Vertreter des landschaftlichen Stils der Garten- und Parkgestaltung.

Ehrungen und Preise

Für seine Tätigkeit bei der Internationalen Kunst- und Gartenbauausstellung in Düsseldorf 1904 wurde Jürgens mit dem preußischen Roten Adlerorden IV. Klasse geehrt.

Persönlichkeiten

Friedrich Joachim Christian Jürgens
George Henry Lütgens GND: 101734907X
Arnold Hertz

Familienname

Jürgens

vollständige Vornamen

Rudolph Philipp Christian

Rufname

Rudolph

Geburtsdatum

17.07.1850

Geburtsort

Nienstedten bei Altona (heute Hamburg)

Sterbedatum

02.06.1930

Sterbeort

Hamburg

Geschlecht

männlich

Religion

Evangelisch-lutherisch

Berufe

Gartenarchitekt, Kaufmann

Ehe-/Lebenspartner

1. Ehe: Elizabeth Jürgens, geb. Waterer; 2. Ehe (1908-1914): Emilia Dorothea Adele Jürgens, geb. Zimmer

Kinder

ein Sohn

Eltern

Friedrich Joachim Christian Jürgens (1825-1903); Angelika Franziska Jürgens, geb. Schmidt

Strukturansicht

Literatur von der Person

  • Jürgens, R.: Andeutungen über die berechtigten, praktischen und ästhetischen Anforderungen des Laien an neue landschaftliche Anlagen. Hamburg, Richter , GVK: 393231305

Literatur

  • Schubert, Ingrid A.: Jürgens, Rudolph Philipp Christian geb. 17.7.1850 Nienstedten b. Altona-gest. 2.6.1930 Hamburg ; Landschaftsgärtner. Neumünster, Wachholtz 2000, In: Biographisches Lexikon für Schleswig-Holstein und Lübeck 11/ [Red.: Dieter Lohmeier ...], Neumünster: Wachholtz, 2000, (2000), Seite 197-199, GVK: 719523532
  • Borgmann, Sylvia: Die Parkbesitzung Forellenau in Witzhave neu entdeckte und gefährdete historische Gärten in Schleswig-Holstein. Heide in Holstein, Westholsteinische Verl.-Anst. Boyens 1997, GVK: 230975496
  • Tannenhöft 90 Jahre Arboretum ; 50 Jahre Institut für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung. Hamburg, Bundesforschungsanst. für Forst- und Holzwirtschaft 1998, GVK: 251782751
  • Historische Gärten in Schleswig-Holstein. Heide, Boyens 1998, GVK: 251767574

Weitere Literatur