Rose Stoppel

Rose Stoppel war Botanikerin und lebte bis 1956 in Ahrensburg.

Ausbildung

Bis zu ihrem 15. Lebensjahr wurde Rose Stoppel mit ihren Geschwistern von einer Hauslehrerin unterrichtet. Danach besuchte sie ca. zwei Jahre lang die "Höhere Töchterschule" in Danzig (heute Gdansk, Polen). Mit 19 Jahren erhielt sie in einem Töchterpensionat in Erfurt (Thüringen) Privatunterricht in landwirtschaftlicher Buchführung. 1896-1898 besuchte sie die Gartenbauschule für Frauen in Friedenau (heute Berlin).

1904/05 absolvierte Stoppel am Polytechnischen Institut Straßburg (heute Strasbourg, Frankreich) einen Vorbereitungskurs für das Abitur, das sie als externer Prüfling am Realgymnasium in Einbeck (Niedersachsen) im September 1905 bestand. Anschließend nahm sie an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin ein Studium der Botanik, Zoologie und Chemie auf. 1906 wechselte sie an die Universität Freiburg i. Br. (Baden-Württemberg), wo sie 1910 ihr Studium mit einer Promotion "Über den Einfluss des Lichtes auf das Öffnen und Schließen einiger Blüten" abschloss.

Beruflicher Werdegang

Nach ihrer Gartenbaulehre arbeitete Rose Stoppel zwei Jahre lang als Zeichnerin am Botanischen Garten in Berlin. Im Anschluss an ihre Promotion war sie an den botanischen Instituten Freiburg, Straßburg sowie Basel als Assistentin tätig. Im Sommer 1914 meldete sie sich als Bakteriologin in einem Lazarett des Roten Kreuzes in Straßburg. Nach Einsätzen bei einer Saatzuchtstation im damaligen Pommern (heute Polen) zog Stoppel 1916 nach Hamburg, um sich für ihre botanischen Forschungen in Physik weiterzubilden und übernahm eine Stelle als "wissenschaftlicher Hilfsarbeiter" am Staatsinstitut für Allgemeine Botanik. An der Hamburgischen Universität erhielt sie ab 1919 zunächst Lehraufträge. 1924 habilitierte sie sich und arbeitete als Privatdozentin. Nach der Verleihung des Professorentitels 1928 war Stoppel außerordentliche bzw. ab 1939 außerplanmäßige Professorin.

Von September bis Dezember 1939 war sie aushilfsweise als Mathematiklehrerin an der Stormarnschule in Ahrensburg tätig. Nach ihrem Ruhestand an der Universität 1944 baute sie für einige Monate als freiwillige Mitarbeiterin am Hamburger Tropeninstitut eine Vergleichssammlung krankheitserregender Pilze auf.

Lebenslauf

Rose Stoppel wuchs zusammen mit zwei Brüdern und vier Schwestern als jüngstes Kind des Besitzers von Gut Bündtken (heute Bądki, Polen) im damaligen Ostpreußen auf.

Als Stoppel 1916 an das Hamburger Institut für Botanik wechselte, wählte sie als Wohnort Ahrensburg, wo sie bis zu ihrem Umzug 1956 in ein Hamburger Stift lebte.

Bedeutung

Rose Stoppel war die erste Professorin für Botanik an einer deutschen Universität. Über 27 Jahre war sie am Institut für allgemeine Botanik der Hamburger Universität tätig. Neben der Forschung zu Pilzen lag ihr Schwerpunkt auf dem Gebiet der Reizphysiologie, wo sie rhythmische Pflanzenbewegungen erforschte.

Ehrungen und Preise

In der Unterführung Manhagener Allee in Ahrensburg wird Rose Stoppel, fälschlicherweise als Rosa Stoppel, gemeinsam mit anderen Frauen Ahrensburgs geehrt.

Besonderheiten

Rose Stoppel entdeckte als Studentin im ersten Semester in Berlin einen fortan nach ihr benannten Pilz, den "Eremascus fertilis nov. spec. (Stoppel)".

Im November 1933 unterzeichnete Stoppel gemeinsam mit ca. 900 weiteren Lehrenden das "Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat".

Links

Eintrag im Hamburger Professorinnen- und Professorenkatalog: www.hpk.uni-hamburg.de/resolve/id/cph_person_00000226 (Zugriff am 22.03.2021)

Biografie von Rose Stoppel: https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/rose-stoppel/ (Zugriff am 22.03.2021)

Familienname

Stoppel

vollständige Vornamen

Rose

Geburtsdatum

26.12.1874

Geburtsort

Bündtken (heute Bądki, Polen)

Sterbedatum

20.01.1970

Sterbeort

Hamburg

Geschlecht

weiblich

Religion

evangelisch

Berufe

Botanikerin, Hochschullehrerin

Eltern

Johann Martin Stoppel (1837-1887), Anna Stoppel, geb. Liévin (1842-1903)

Strukturansicht

Literatur von der Person

  • Stoppel, Rose: Über den Einfluß des Lichtes auf das Öffnen und Schließen einiger Blüten Mit 1 Abbildung und 39 Kurven im Text. Jena, Fischer 1910, GVK: 247316024
  • Stoppel, Rose 1874-1970: Pflanzenphysiologische Studien. Jena, Fischer 1926, GVK: 142992550

Literatur

  • Prof. Dr. rer. nat. Rose Stoppel 26.12.1874 - 20.01.1970. Ahrensburg, Historischer Arbeitskreis 2007, GVK: 627703410
  • Lebenswege Ahrensburger Frauen mehr als Namen in Mosaik. Ahrensburg, Historischer Arbeitskreis 1993, GVK: 043098452

Weitere Literatur