Pulverbek

Die Pulverbek ist ein Bach im Norden des Kreises Stormarn, der zwischen der Gemeinde Travenbrück sowie der Stadt Bad Oldesloe verläuft.

Lage

Die Pulverbek entspringt im Ortsteil Havighorst der Gemeinde Feldhorst. Mit Ausnahme einer kurzen verrohrten Strecke bildet sie von der Quelle bis nördlich vom Seefelder See die Grenze zum Kreis Segeberg. Sie wendet sich dann nach Süden, fließt östlich am Seefelder See vorbei zu den Ortsteilen Schadehorn und dann nach Südwesten durch eine Grünlandniederung nach Neufresenburg. Östlich des Ortsteils Schlamersdorf markiert sie die Grenze zwischen der Stadt Bad Oldesloe und der Gemeinde Travenbrück. Sie mündet westlich vom Ortsteil Altfresenburg in die Trave.

Geschichte

Das Tal der Pulverbek entstand am Ende der letzten Eiszeit in einer Endmoränenlandschaft. Im 19. Jahrhundert wurde der Bach vertieft und begradigt, besonders stark im Bereich der Neufresenburger Niederung. Naturnahe Bachabschnitte blieben zwischen dem Oldesloer Ortsteil Dornkaten und dem Seefelder See sowie in der Schlucht bei Schlamersdorf erhalten. Durch die Regulierung erhöhte sich die Fließgeschwindigkeit des Gewässers.

1905 erhielt die Pulverbek ein neues Bachbett im Osten des Seefelder Sees. Da der dabei errichtete Damm zwischen beiden Gewässern immer wieder brach, wurde das Bachbett 1965 auf 400 m Länge um vier Meter weiter nach Osten verschoben. Trotzdem gab es 1993 und 2002 weitere Durchbrüche.

1997 fand eine Renaturierung der Pulverbek unterhalb des Ortsteils Seefeld statt. An der Einmündung des Brookgrabens wurde der Wasserlauf mit Hilfe von im Bachbett verlegten Steinen verlangsamt und neu bepflanzt.

Flora und Fauna

Oberhalb des Seefelder Sees durchfließt der Bach kleine Schluchten mit reicher Flora. Unter den Bäumen dominieren Schwarzerlen, Eschen, Hainbuchen und Eichen. In quelligen Bereichen wachsen Hohe Schlüsselblume, Bitteres Schaumkraut und Sumpfdotterblume.

An den Steilhängen der südlichen Pulverbekschlucht befinden sich Buchen- und Eichenwälder, in der Aue liegen Quellbiotope und Erlen-Eschen-Auwälder. Zur großen Zahl seltener und gefährdeter Pflanzenarten zählen Vielblättrige Einbeere, Milzkraut und Schuppenwurz.

Ökologische Bedeutung

Die Pulverbek ist ein Vorranggewässer im Rahmen der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Sie bildet eine Biotopverbundachse, die vom Norden der Gemeinde Feldhorst bis zur Trave reicht. Die von der Pulverbek durchflossene Neufresenburger Niederung ist ein Schwerpunktbereich des Natura 2000-Verbundsystems. Hier durchquert der Bach ehemalige Flachmoore mit klimasensitiven Böden. Dieser Schwerpunktbereich hat über die Nebenbäche Anschluss an die Biotopverbundachse der Poggenbek.

Beide Ufer der Pulverbek und die Schwartenbek gehören zum Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Travetal.

In der südlichen Pulverbekschlucht sind das rechte Bachufer und die Schwartenbek Teile des Landschaftsschutzgebietes Schlamersdorf. Ein kleiner Bereich ist Naturwald.

Das Wasser ist vor allem durch Einträge aus der angrenzenden Ackernutzung mit großen Mengen Stickstoff und Phosphat belastet. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie stuft den Bach deshalb in die Kategorie Erheblich verändert ein.

Nutzung

Die Pulverbek dient als Vorfluter für ihr Einzugsgebiet.

Besonderheiten

Der Name des Baches weist auf eine vom 16. Jahrhundert bis 1908 betriebene Pulverwassermühle bei Seefeld. Auch der Name Pulverbach ist noch gebräuchlich.

Datierung Schutzstellung

13.01.1970

Begründung Schutzstellung

Das Landschaftsschutzgebiet Schlamersdorf dient dem Schutz der Natur und dem Erhalt des Naturgenusses in einem knickreichen Gebiet.

Das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Travetal schützt seit dem 01.01.2010 den Biotopverbund durch den Erhalt weitgehend naturnaher Gewässerstrecken mit guter Wasserqualität und einer Vielfalt von Waldbiotopen. Auf allen Flächen gilt das Verschlechterungsverbot.

14 400
Pulverbek directions_boat 53.8676000000 10.4109000000

Bundesland

Schleswig-Holstein

Kreis/Kreisfreie Städte

Stormarn

Anrainerorte

Bad Oldesloe, Travenbrück

Flusssystem

Trave

Länge

14,25 km

Quelle

Feldhorst

GPS Quelle

53° 52' 3'' N, 10° 24' 39'' O

Mündung

Travenbrück

GPS Mündung

53° 49' 36'' N, 10° 20' 30'' O

Mündungshöhe

8 m über NN

linke Nebenflüsse

Dornbek, Bötzbek, Brookgraben mit Wedelbek

rechte Nebenflüsse

Wakenau, Schmölbek, Seebek, Schwartenbek

Einzugsgebiet

20 km2

Strukturansicht

Literatur

  • Hinsch, Hellmuth: Seefeld ein Dorf im Wandel der Zeit. Seefeld, Selbstverlag 2006, GVK: 898620139

Weitere Literatur