Poggenbek

Die Poggenbek ist ein Bach im Norden des Kreises Stormarn.

Lage

Die Poggenbek entspringt nördlich des Ortsteils Steinfeld der Gemeinde Feldhorst. Sie fließt nach Norden und nimmt westlich von Schüttenkaten den Buurdieksgraben auf. Dieser entspringt im Ortsteil Havighorst KO. Anschließend wendet sich die Poggenbek nach Süden. Ab dem Ortsteil Poggensee der Stadt Bad Oldesloe fließt sie nach Westen und mündet südlich des Poggensees in die Wökenitz.

Die Poggenbek heißt ab Schüttenkaten in einigen Quellen Buurdieksgraben.

Geschichte

Das Tal der Poggenbek entstand am Ende der letzten Eiszeit. Der östliche Teil bis zum Ortsteil Poggensee führt durch eine Endmoränenlandschaft, der westliche Teil nutzt das Tunneltal der Oberen Wökenitzniederung.

Im 19. Jahrhundert wurde der Bach fast auf ganzer Länge begradigt. Ausgenommen ist ein ungefähr 900 m langer Abschnitt im Ortsteil Schadehorn. Dort hat sich die stark mäandrierende Poggenbek tief in die Endmoräne eingeschnitten. Es ist der einzige Bachabschnitt, der nur geringe menschliche Eingriffe zeigt. Der Unterlauf der Poggenbek gehört seit 1984 zum Renaturierungsprojekt der Wökenitz. Fünf Mäander wurden 1986 wiederhergestellt. Das Bachufer wurde mit Gehölzgruppen bepflanzt. Dadurch verlangsamte sich der Abfluss. Das Wasser der aus dem Poggensee kommenden Mückenbek staute sich auf. Durch Ausbaggern der unteren Poggenbek wurde 2006 der Abfluss wieder erhöht.

Flora und Fauna

In der Poggenbekschlucht gibt es an den Steilhängen Buchen- und Eichenwälder, in der Aue Erlen-Eschen-Auwälder und Quellbiotope. Die Zahl der seltenen und gefährdeten Pflanzenarten ist hoch: Hohler Lerchensporn, Vielblättrige Einbeere, Bitteres Schaumkraut und Hohe Schlüsselblume. Im extensiv genutzten Grünland wachsen Erdbeer-Fingerkraut und Riesen-Schachtelhalm. Es gibt dort ein Brutrevier des Eisvogels.

In der Wökenitzniederung begleiten Röhrichte, Weidengebüsch und Erlenwald die Poggenbek.

Ökologische Bedeutung

Buurdieksgraben und Poggenbek bilden eine Biotopverbundachse. Sie reicht vom Norden der Gemeinde Feldhorst bis in die Oldesloer Wökenitzniederung und ist Teil des Flora-Fauna-Habitat-(FHH-)Gebietes Travetal.

Mit ihrer Vielfalt an Waldbiotopen und ihrer natürlichen Gewässerdynamik hat die Poggenbekschlucht eine hohe ökologische Bedeutung. Sie ist daher als Naturschutzgebiet vorgesehen.

Nutzung

Die Poggenbek dient als Vorfluter für ihr Einzugsgebiet. Die Klärteichanlage von Havighorst KO ist an den Bach angeschlossen. Im Oberlauf findet überwiegend Ackerbau bis an die Bachufer heran statt. Im Unterlauf überwiegt die Grünlandnutzung. Die Poggenbekschlucht ist ebenso Naturwald wie der sich westlich anschließende Buchenwald.

Besonderheiten

Zu den seltenen Pflanzenarten in der Poggenbekschlucht gehört die Schuppenwurz. Sie lebt als Parasit auf Baumwurzeln. Nur zur Blütezeit ist sie für wenige Wochen zu sehen.

Das Wasser ist vor allem durch Einträge aus der angrenzenden Ackernutzung mit großen Mengen Stickstoff und Phosphat belastet. Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie stuft den Bach deshalb als „erheblich verändert“ ein.

Datierung Schutzstellung

01.01.2010

Begründung Schutzstellung

Die Ausweisung als FFH-Gebiet Travetal schützt den Biotopverbund durch den Erhalt weitgehend naturnaher Gewässerstrecken. Auf allen Flächen gilt das Verschlechterungsverbot.

Links

Darstellung des Bachverlaufes: https://geoportal.metropolregion.hamburg.de/mrhportal_stormarn/portale/stormarn/index2.html (Zugriff am 01.02.2021)

14 400
Poggenbek directions_boat 53.8590000000 10.4262000000

Bundesland

Schleswig-Holstein

Kreis/Kreisfreie Städte

Kreis Stormarn

Anrainerorte

Bad Oldesloe, Feldhorst

Flusssystem

Trave

Länge

7,18 km

Quelle

Feldhorst

GPS Quelle

53° 51' 32'' N, 10° 25' 34'' O

Mündung

Bad Oldesloe

GPS Mündung

53° 49' 18'' N, 10° 22' 51'' O

Mündungshöhe

9,1 M über NN

linke Nebenflüsse

Kreienbek

rechte Nebenflüsse

Schüttbek, Buurdieksgraben, Heisterbek, Mückenbek

Einzugsgebiet

6,78 km2

Strukturansicht