Krankenhaus Reinbek, St. Adolf-Stift, Gesamtanlage

 Fertig

Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift

Das Krankenhaus St. Adolf-Stift in Reinbek wurde 1884 von dem katholischen Frauenorden "Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth" als Siechen- und Krankenpflegehaus gegründet. Mit 351 Planbetten und über 800 Beschäftigten ist es das größte Krankenhaus im Kreis Stormarn.

Anbau vor der Fertigstellung, 1976

Außenarchitektur

Die Außenarchitektur ist durch die unterschiedlichen Baustile im Laufe der gesamten bisherigen Nutzungszeit sehr uneinheitlich. Selbst Teile des 1897 erbauten Ursprungsgebäudes mit seiner Kapelle, welche beide heute noch von den Ordensschwestern genutzt werden, sind noch erhalten. An dieses Gebäude schließen sich die Backsteinanbauten von 1930 und 1954 an. Die Gebäudeteile von 1976, 1995 und 2017 sind mit Fassadenplatten verkleidete Stahlbetonbauten. Den Haupteingang erreicht man über eine große Freitreppe, welche 1976 im Zuge der Erweiterung geschaffen wurde.

Zu dem Krankenhausgelände gehört eine großzügige Gartenanlage, welche den Patienten und Besuchern zur Verfügung steht.

Ein zweistöckiges Parkhaus neben dem Krankenhaus erweitert die eingeschränkten Parkmöglichkeiten an der Hamburger Straße.

Innenarchitektur

Die Innenarchitektur richtet sich aus an den Erfordernissen an ein Krankenhaus. Im Eingangsbereich befindet sich der Empfang, ein Kiosk, eine frei zugängliche Kapelle, die zentrale Notaufnahme, die Flure zu den Stationen im Erdgeschoss, sowie Betten-, Personenfahrstühle und Treppenhaus zu den Stationen in den oberen Stockwerken.

Ebenfalls im Erdgeschoss ist eine Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg eingerichtet.

Außenansicht mit Kapelle, 1932

Geschichte

1883 kaufte der Hamburger Kaufmann Adolph Schramm in der Nähe seines Reinbeker Sommerhauses ein Fachwerkhaus mit Grundstück. Er stellte es auf Wunsch seiner spanischen Ehefrau Emilia dem katholischen Frauenorden "Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth", deren Mutterhaus in Breslau war, als Erholungsheim zur Verfügung. 1884 erhielten die Ordensschwestern in Reinbek die Erlaubnis zur Krankenpflege.

Damals standen zwölf Betten zur Verfügung. Die Behandlung der Kranken erfolgte durch die ansässigen Ärzte. 1890 gingen Haus und Grundstück durch Schenkung in den Besitz des Ordens über. 1897 wurde das Fachwerkhaus abgerissen, durch einen Neubau ersetzt und auf den Namen St. Adolf-Stift eingeweiht. Zur weiteren Mitbenutzung ersteigerte der Orden 1913 das Nachbargrundstück mit dem insolventen Ausflugslokal Harmonie. Ab 1930, mit der Fertigstellung eines Erweiterungsbaus, verfügte das St. Adolf-Stift über 80 Betten. Im zweiten Weltkrieg wurde es als Lungensanatorium für Soldaten genutzt.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und der Vertreibung des Ordens aus Breslau wurde Reinbek das Mutterhaus und die Anzahl der Schwestern wuchs dort auf über einhundert an. Während sich bis dahin die pflegerische Versorgung der Kranken ausschließlich in der Hand der Ordensschwestern befand, erfolgte ab den 1950er-Jahren allmählich der Wechsel in der Krankenpflege auf angestelltes Pflegepersonal. Mit weiteren Anbauten (1954, 1976, 1995, 2017) wuchs das Krankenhaus auf seine jetzige Größe.

Seit 2014 gehört das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift GmbH zum Elisabeth Vinzenz Verbund, einem bundesweiten Zusammenschluss katholischer Krankenhäuser sowie weiterer Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen.

Bedeutung

Das St. Adolf-Stift ist das größte Krankenhaus im Kreis Stormarn und hat einen Einzugsbereich weit über den Kreis hinaus. Schwerpunkt ist die internistische, chirurgische und gynäkologische Versorgung von Patienten.

In einigen Spezialgebieten (zum Beispiel Dunbar-Syndrom, Shunt-Chirurgie, Vulvakarzinom, Transgender) erfolgen Zuweisungen aus ganz Norddeutschland und sogar dem gesamten Bundesgebiet.

Nutzung

Im St. Adolf-Stift werden jährlich fast 19.000 Patienten stationär und rund 25.000 ambulant versorgt. 8.500 Operationen werden durchgeführt, davon circa 6.500 stationär und 2.000 ambulant. Rund 900 Kinder kommen dort jährlich zur Welt.

Das Krankenhaus Reinbek besitzt auf seinem Gelände eine Gesundheits- und Krankenpflegeschule mit rund 100 Ausbildungsplätzen zur theoretischen und praktischen (auf den Stationen) Vorbereitung auf den Pflegeberuf.

Teile des Ursprungsgebäude von 1897 werden heute noch von den Ordensschwestern als Wohn- und Arbeitsräume genutzt. Dort befindet sich auch eine Kapelle, in welcher zu festen Zeiten öffentliche Gottesdienste abgehalten werden.

Auf dem gleichen Grundstück, zurückgesetzt am Rand, befindet sich das Schwesternaltenheim St. Elisabeth, welches momentan von über 50 Ordensschwestern bewohnt wird und ebenfalls über eine eigene Kapelle verfügt.

Erhaltungszustand

Für den Erhalt des Krankenhauses und die Pflege der Außenanlage werden zur Zeit 13 Mitarbeiter beschäftigt, für die regelmäßige Instandhaltung, Kontrollen und Begleitung der Bauvorhaben.

Besonderheiten

Der Name St. Adolf-Stift führt zurück auf Adolf von Tecklenburg (um 1185-1224), Bischof von Osnabrück 1216-1224, seit 1651 Heiliger der katholischen Kirche. Er ist Namenspatron des Stifters Adolph Schramm.

Entscheidet sich eine Frau in Notlage gegen eine „vertrauliche" oder „anonyme" Geburt im Krankenhaus, so befindet sich auf der Rückseite des Krankenhauses am südlichen Eingang seit 2008 eine Babyklappe.

Persönlichkeiten

Adolph Schramm
Heiliger Adolf von Tecklenburg GND: 135538041

Links

Kreisarchiv Stormarn: V 100 / 53328

Krankenhaus Reinbek: https://www.krankenhaus-reinbek.de (abgerufen am 03.04.2019)

Geschichts- und Museumsverein Reinbek e.V.: http://reinbeker-geschichten.de/?p=434 (abgerufen am 03.04.2019)

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Kongregation_der_Schwestern_von_der_hl._Elisabeth (abgerufen am 03.04.2019)

14 400
Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift business 53.5103420000 10.2410060000

Ort

Hamburger Straße 41, 21465 Reinbek

GPS-Standort

53° 30' 37'' N, 10° 14' 27'' O

Planer/Architekt

1976: Dr.-Ing. Jüchser, Hamburg; 1995: Sieglitz und Neupert, Hamburg; 2017: Tönnies, Schröder, Jansen, Lübeck

Errichtungsdatum

ab 1897