Jersbeker Allee

Die vierreihige Lindenallee in Jersbek ist Teil einer überörtlich bedeutenden Ost-West-Verbindung in Mittelstormarn.

Lage

Die Jersbeker Allee verläuft überwiegend im Zuge der Kreisstraße 56, die von Bargteheide über Jersbek und Wiemerskamp nach Hamburg-Wohldorf führt. Die Fortsetzung ist Teil der Kreisstraße 86 nach Bargfeld-Stegen.

Beschreibung

Zum barocken Rondell vor dem Torhaus Jersbek führt von Nordwesten eine rund einen Kilometer lange, vierreihige Allee. Sie ist seitlich noch überwiegend mit Linden bestanden, die vor 1747 gepflanzt worden sind. Den Auftakt aus Richtung Bargfeld-Stegen bildet eine zweireihige, rund 700 Meter lange Allee mit Rosskastanien.

Allee, 1978

Geschichte

Im Zuge der barocken Modernisierung des Adligen Gutes Jersbek unter Bendix von Ahlefeldt wurde auch die Hauptzufahrt als gerade Straße ausgebaut und im letzten Abschnitt mit einer Doppelallee aus Sommerlinden bepflanzt. Wegen des engen Baumabstandes gab es im 19. Jahrhundert Probleme mit der Wasserversorgung der hochgewachsenen Kronen und als Folge Wipfeldürre und Astbrüche. Um 1900 wurde daher der letzte Abschnitt zwischen der Gaststätte Zum Fasanenhof und dem Torhausrondell bereits erneuert. Nach 1945 übernahm der Kreis Stormarn die Straße vom Gut Jersbek und wies als Kreisstraße aus.

Nachdem die Baumschäden weiter zunahmen, ließ der Kreis die Bäume auf Vorschlag des Kreisnaturschutzbeauftragen Karl-Walter Hermannes 1975 durch einen Kappungsschnitt in acht bis sechs Meter Höhe einkürzen und anschließend fachgerecht pflegen. Lücken im Baumbestand wurden unter Beachtung des historischen diagonalen Pflanzschemas mit jungen Sommerlinden neu bepflanzt. Die Landesstraßenbauverwaltung hingegen hatte gebeten, die Linden aus Sicherheitsgründen komplett zu fällen.

1979 wurde ein erster Kronenerziehungsschnitt durchgeführt. Rund 25 Jahre später wurden die neuen Kronen zur Gewichtsreduzierung um etwa fünf Meter eingekürzt. Gleichzeitig wurde auf der Südwestseite der Abschnitt zwischen dem Fasanenhof und dem Torhausrondell nach dem Fällen von zwei altersschwachen Eichen wieder vierreihig bepflanzt, hier aber jetzt im Leiterverband. Seither aus Sicherheitsgründen gefällte Altlinden werden jeweils weiterhin durch junge Linden ersetzt.

Bedeutung

Die Jersbeker Allee ist nicht nur die historische Zufahrt zum geschichtlich bedeutenden Gut Jersbek, sondern eine in Schleswig-Holstein sehr seltene vierreihige Straßenallee.

Nutzung

Die Kreisstraßen 86 und 56 bilden die Verbindung zwischen den Gemeinden im südlichen Kreis Segeberg sowie den Stormarner Gemeinden Bargfeld-Stegen und Tangstedt mit dem Raum Bargteheide-Ahrensburg. Die von der Straße abgesetzten Seitenstreifen werden als Rad- und Fußwege genutzt.

Erhaltungszustand

Durch eine laufende fachgerechte Pflege ist der historische Baumbestand, der noch 60-70 Prozent beträgt, gesichert. Dank der Nachpflanzung von jungen Linden im historischen Pflanzraster wird der Gesamteindruck der barocken Allee bewahrt.

Besonderheiten

Gegenüber der Einmündung der Straße Lange Reihe liegt das von dem Architekten Ernst Prinz 1920 entworfene Ehrenmal der Gemeinde Jersbek. Auf der Südwestseite in der äußeren Reihe gegenüber dem Fasanenhof steht eine alte Hainbuche (carpinus betulus).

Persönlichkeiten

Bendix von Ahlefeldt GND: 1019749806
Ernst Prinz GND: 116290846
Karl-Walter Hermannes

Datierung Schutzstellung

03.10.1989

Begründung Schutzstellung

Die Jersbeker Allee wurde unter Schutz gestellt wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen und wissenschaftlichen Bedeutung.

14 400
Jersbeker Allee directions_car 53.7435640000 10.2178130000

Bundesland

Schleswig-Holstein

GPS-Standort

53° 44' 36'' N, 10° 13' 4'' O

Auftraggeber

Bendix von Ahlefeldt

Literatur

  • Hennigs, Burkhard von: Die Sanierung der Jersbeker Allee. In: Denkmalpflege im Kreis Stormarn, Neumünster: Wachholtz, (1983), S. 89-95, GVK: 1003390080
  • Denkmalpflege im Kreis Stormarn. Neumünster, Wachholtz 1997, GVK: 229570240
  • Alleen - Gegenstand der Denkmalpflege Möglichkeiten ihres Schutzes, ihrer Erhaltung und Erneuerung ; ein Arbeitspapier der Arbeitsgruppe Gartendenkmalpflege der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland. Berlin, Landesdenkmalamt 2000, GVK: 341639826

Weitere Literatur