Illies'sche Rinne

Die Illies‘sche Rinne zwischen den Orten Stellau und Rausdorf ist ein landschaftliches Relikt der Weichseleiszeit.

Geschichte

Der Geologe Jürgen Henning Illies fand 1955 bei seinen Untersuchungen zum weichselzeitlichen Eisrand zwischen Stellau und Rausdorf ein System von zwei bis fünf Meter hohen Wällen und vorgelagerten Rinnen, die er als Schmelzwasserrinnen interpretierte.

Genauer beschrieben ist diese Abfolge an der Straße Stapelfeld – Stellau circa 400 Meter östlich der Bundesautobahn 1. Von Norden kommend findet man als Abschluss der Jungmoräne einen kleinen Endmoränenwall von etwa ein bis zwei Meter Höhe, dahinter die Schmelzwasserrinne von circa drei Meter Tiefe und dann anschließend die topografisch höher gelegene Altmoräne. Von Stellau lässt sich die allmählich tiefer werdende Rinne über die Braaker Mühle und den Dovenkamp bis zur Ostspitze des Brunsteiches verfolgen. Anschließend verliert sich die Grenze des ehemaligen Gletscherrandes in den bei Rausdorf komplizierter zusammengesetzten Eisrandlagen.

Als Beleg für seine Interpretation der Morphologie führte Illies den deutlich erhöhten Anteil der Windkanter im Geschiebe an, der von circa 6 % der Geschiebe auf dem kleinen Endmoränenwall auf über 30 % südlich der Rinne im Altmoränenbereich ansteigt.

Die Bezeichnung wird erstmals 1969 in einer Veröffentlichung von Friedrich Grube benutzt.

Flora und Fauna

An mehreren Stellen gibt es am Rande kleine Birken-Eichen-Wälder. Der Brunsteichbach durchfließt in der Gemarkung Papendorf einen Abschnitt der Rinne und wird dort teilweise von Erlen-Eschen-Auwäldern und Hochstaudenrieden begleitet. Er mäandriert abschnittsweise und ist als naturnahes Fließgewässer ein geschütztes Biotop ebenso wie die angrenzenden Auwälder und Riedflächen.

Ökologische Bedeutung

Der Westteil der Illies'schen Rinne gehört zu den Landschaftsschutzgebieten (LSG) Stapelfeld und Stellau, der Ostteil zum LSG Corbek, Brunsteichbach und Brunsbach.

Nutzung

Die Rinne wird überwiegend als Acker und Grünland genutzt, überbaute Bereiche gibt es bei der Braaker Mühle und an der Straße PapendorfLangelohe, außerdem verändern Fischteiche die Morphologie.

Die Rinne ist nur eingeschränkt zugänglich, lediglich Wirtschaftswege führen in ihre Nähe und wenige Straßen queren sie.

Besonderheiten

Die Rinne ist Geotop-Potenzialgebiet.

Persönlichkeiten

Jürgen Henning Illies GND: 117129194

Links

Website zur Biotopkartierung des Landes Schleswig-Holstein: http://zebis.landsh.de/webauswertung/pages/selector/index.xhtml (Zugriff am 24.04.2019)

Datierung Schutzstellung

20.06.2018 LSG Stapelfeld

Begründung Schutzstellung

01.11.2017 LSG Stellau; 12.12.2012 LSG Corbek, Brunsteichbach und Brunsbach

Begründung für den Landschaftsschutz: Schutz der Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft sowie zur Erhaltung und Entwicklung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts.

Lage

Die Illies'sche Rinne verläuft in einem Streifen von West-Nord-West nach Ost-Süd-Ost über die Gemarkungen Stellau, Braak und Papendorf, nach Rausdorf.

14 400
Illies'sche Rinne local_florist 53.5974170000 10.2305421000

GPS-Standort

53° 35' 50'' N, 10° 13' 49'' O

Länge

5000 m

Literatur

  • Grube, Alf Thorsten: Geotopschutz in Schleswig-Holstein, Beiträge aus dem Kreis Stormarn (Teil IV). 2000, In: Die Heimat 107, S. 157-179, GVK:
  • Illies, Henning: Die Vereisungsgrenzen in der weiteren Umgebung Hamburgs, ihre Kartierung und stratigraphische Bewertung. 1955, In: Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft Hamburg 51, S. 7 - 57, GVK: 087130483

Weitere Literatur