Hermann Grote

Der in Bargteheide geborene Autor und Pilot Hermann Grote lieferte mit seiner Geschichte „Quax der Bruchpilot“ die Vorlage zu dem gleichnamigen, erfolgreichen Film der 1940er-Jahre.

Ausbildung

Hermann Grote machte 1926 Abitur am Matthias-Claudius-Gymnasium in Wandsbek, nachdem er die Schulausbildung für drei Jahre wegen einer kaufmännischen Tätigkeit unterbrochen hatte. Anschließend studierte er an der Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin, 1929 legte er das Turn- und Sportlerexamen sowie das Flugzeugführerexamen ab.

1930-1933 studierte er Philosophie und Naturwissenschaften an der Hamburger Universität. 1936 promovierte er in Hamburg zum Thema „Das fliegerische Gefühl, seine Erforschung und Bedeutung“.

Beruflicher Werdegang

Hermann Grote arbeitete 1930-1933 sowohl als Sportlehrer an der Hamburgischen Universität als auch als Fluglehrer, später auch als Ausbildungsleiter an der Akademischen Fliegergruppe in Hamburg. Es folgten Tätigkeiten als Fluglehrer in Schleißheim (Bayern) und in Celle (Niedersachsen) beim Reichsluftfahrtministerium. Während des Zweiten Weltkriegs war Grote im Rang eines Majors Flugzeugführer beim Militär und flog Transportmaschinen. Nach dem Krieg arbeitete er als Sachbearbeiter beim Bundesnachrichtendienst in Pullach (Bayern). Zusätzlich war er als Autor tätig.

Lebenslauf

Hermann Grote wurde als Sohn des Arztes Carl Grote in Bargteheide geboren. Er war zweimal verheiratet, aus erster Ehe hatte er einen Sohn, aus zweiter Ehe einen Sohn und eine Tochter. Grote starb am 01.05.1980 in Geretsried (Bayern).

Werk/Aktivitäten

1936 schrieb Hermann Grote die Erzählung „Quax der Bruchpilot“ für einen Wettbewerb, den Heinz Rühmanns Produktionsfirma zusammen mit der Zeitschrift „Filmwelt“ ausgelobt hatte. Den Wettbewerb gewann er mit einer Geschichte, in der auch eigene Erlebnisse verarbeitete.

1943 veröffentlichte Grote die Fortsetzung „Quax auf Abwegen“, die zunächst als „Quax in Fahrt“ zwischen 1943 und 1945 im Auftrag von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels ebenfalls mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle verfilmt und in „Quax in Afrika“ umbenannt wurde. Die Aufführung des Films wurde vom Oberkommando der Alliierten verboten und erst nach Gründung der Bundesrepublik freigegeben. Er kam 1953 in die Kinos, konnte aber an den ersten Erfolg nicht anknüpfen.

Spätere Publikationen blieben weitgehend unbekannt, wie etwa der 1951 veröffentlichte Science-Fiction-Roman „Zum Mars in 44 Stunden“. Als „Hinterhofpoet Quax der Ältere“ legte Grote außerdem zwei Gedichtbände vor. Belletristisch geschrieben ist seine Chronik von Bargteheide, die 1974 erschien und anekdotenhaft die Entwicklung seines Heimatortes beschreibt. Dabei bediente sich Grote des Materials, das die Bargteheiderin Magda Andresen bereits für eine Chronik gesammelt hatte.

Grote war außerdem Mitarbeiter der Zeitschrift „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“.

Bedeutung

Hermann Grote veröffentlichte mehrere Bücher, ist als Autor aber kaum bekannt. Berühmtheit erlangte „Quax der Bruchpilot“ vor allem durch Heinz Rühmann. Die Geschichte des leichtsinnigen Flugschülers, der allmählich lernt, Verantwortung zu übernehmen, passte mit Werten wie Mut und Kameradschaft in die Ideologie des Nationalsozialismus, ohne dass die Erzählung politisch Stellung bezog. Grotes Rolle im Nationalsozialismus ist unklar.

Persönlichkeiten

Heinz Rühmann GND: 118603949
Joseph Goebbels GND: 118540041

Links

Eintrag in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Grote_(Flieger) (Zugriff am 09.11.2020)
Artikel zu Quax in Afrika: http://www.ruehmann-heinz.de/HRMKF/HRMKF052.htm (Zugriff am 09.11.2020)
Artikel im Spiegel: https://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/a-484326.html (Zugriff am 09.11.2020)

Familienname

Grote

vollständige Vornamen

Hermann Werner

Rufname

Hermann

Geburtsdatum

10.12.1904

Geburtsort

Bargteheide

Sterbedatum

01.05.1980

Sterbeort

Geretsried (Bayern)

Geschlecht

männlich

Religion

unbekannt

Berufe

Fluglehrer, Autor, Pilot, Exportkaufmann, Sportlehrer

Kinder

zwei Söhne, eine Tochter

Eltern

Carl Grote

Strukturansicht

Literatur von der Person

  • Hermann Werner Grote: Quax der Bruchpilot. Stuttgart, Franckh 1936, GVK: 573571759
  • Hermann Werner Grote: Das fliegerische Gefühl, seine Erforschung und Bedeutung. Bochum, Langendreer 1936, GVK: 570670284
  • Hermann Werner Grote: Quax auf Abwegen. Berlin, Scherl 1944, GVK: 573571740
  • Hermann Werner Grote: Quax in Afrika. Wilhelmshaven, Hera Verlag 1953, GVK: 451687345
  • Hermann Werner Grote: Chronik von Bargteheide. Bargteheide, Bargteheide 1974, GVK: 1148110062

Literatur

  • Fred Sellin: Ich brech´die Herzen ... Das Leben des Heinz Rühmann. Reinbek, Rowohlt 2001, GVK: 962725595
  • Bettina Albrod: Hermann Grote – ein Bargteheider schrieb „Quax der Bruchpilot.. Husum, ProFunda Verlag 2019, In: Jahrbuch für den Kreis Stormarn 2020, GVK: 1091985-5

Weitere Literatur