Werk/Aktivitäten
Heinrich Rantzau war königlicher Beamter, Diplomat, Berichterstatter, Autor, Gutsbesitzer, Kreditgeber, Bauherr sowie Auftraggeber von Kunst und Kultur.
1554 ernannte Christian III. von Dänemark Rantzau zum königlichen Rat. 1555 wurde er Amtmann von Segeberg, 1556 Statthalter Christians III. im königlichen Anteil in den Herzogtümern Schleswig und Holstein. Rantzau fungierte als dessen Berater in außenpolitischen Angelegenheiten, übermittelte ca. 1.000 schriftliche Nachrichten über europaweite politische Ereignisse. Er trat als Diplomat und Unterhändler z. B. bei Verhandlungen zum Frieden von Stettin 1570 sowie zur Huldigung Friedrichs II. von Dänemark durch die Stadt Hamburg 1588 auf.
Mitte der 1560er-Jahre übergab ihm dieser auch die Verantwortung für den im Zuge der Landesteilung 1544 entstandenen gemeinschaftlich regierten Anteil in den Herzogtümern.
Nachdem Rantzau 1572 erfolglos versucht hatte, seinen Sohn als Abt des Klosters Reinfeld einsetzen zu lassen, war er 1582 Mitglied der Kommission zur Säkularisierung des Klosters.
1590 entwarf er einen humanistisch geprägten Friedensplan für Europa auf Basis von Gewissens- und Religionsfreiheit, der nicht zur Umsetzung kam.
Nach dem Tod Friedrichs II. entspann sich ein Konflikt mit dessen Witwe um Rantzaus Einkünfte als Amtmann sowie seinen Widerstand gegen eine weitere Teilung der Herzogtümer. Nach der Krönung Christians IV. von Dänemark wurde Rantzau nach anhaltenden Diskrepanzen im Januar 1598 aller Ämter enthoben.
Seine Besitzungen baute Rantzau stets gezielt aus. Zu den ererbten Gütern sowie denen der Mitgift seiner Ehefrau erwarb er mindestens 14 weitere, darunter Nütschau und Wandsbek. Bei den Herrenhäusern veranlasste er oftmals Um- und Neubauten und ließ dabei z. T. auch Renaissance-Elemente einfließen. Er erweiterte die Gutswirtschaften, besaß knapp 40 Mühlen und förderte die Ansiedlung früher Industriebetriebe mit Ziegeleien und Webereien wie in Wandsbek. Durch effizientere Bewirtschaftung, Flächenvergrößerung sowie steigende Agrarpreise erzielte er hohe Gewinne. Er handelte mit Gips des Segeberger Kalkbergs und legte die erste Baumschule in Schleswig-Holstein an.
Rantzau war auch im Kreditgeschäft tätig, z. B. für das dänische Königshaus, die Domkapitel in Hamburg und Lübeck sowie für Städte wie Danzig.
Er förderte zwei Bände des Städtebuchs „Civitatis Orbis Terrarum“ von Georg Braun und Franz Hogenberg, wobei er dafür sorgte, dass 17 Orte der Herzogtümer aufgenommen und auf der Ansicht von Hamburg auch sein Herrenhaus in Wandsbek abgebildet wurden.
Die Mitte der 1580er-Jahre für ihn als Stammbaum erstellte Rantzau-Tafel zeigt ca. 50 der 70 Herrenhäuser und Burgen der Familie.
Rantzau war Auftraggeber von Lobschriften, Grafiken sowie mehreren Denkmälern zu Ehren der dänischen Könige.
Zunächst unter Pseudonymen veröffentlichte er in lateinischer Sprache über 20 literarische Werke z. B. zur Biografie seines Vaters, der Eroberung Dithmarschens, zu Gesundheit, Astronomie und Astrologie. Erst im 18. Jh. erschien seine Landeskunde „Neue Beschreibung der cimbrischen Halbinsel“. Im Abschnitt zu Stormarn stellte er das Wappen sowie 23 Orte des damaligen Gebiets vor, u. a. Itzehoe, Pinneberg und die Stadt Hamburg. Er erwähnte Gut Tralau sowie die Burg Trittau, berichtete vom Umbau des Klosters Reinbek zum Schloss Reinbek, von seinen Neubauten der Herrenhäuser Nütschau und Wandsbek, dem von Peter Rantzau errichteten Herrenhaus Ahrensburg sowie der Schlosskirche Ahrensburg.
Rantzau stand mit diversen bekannten internationalen Gelehrten und Adligen in regelmäßigem Briefwechsel.
Auf der Breitenburg baute er mit wohl ca. 6.300 Titeln die erste bedeutende, nichtkirchliche Büchersammlung in den Herzogtümern auf.