Gustav Lahusen

Gustav Lahusen war ein Kaufmann und Gutsbesitzer, dem Gut Grabau gehörte.

Ausbildung

Lahusen studierte in den 1870er-Jahren an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Beruflicher Werdegang

1885 wurde er Vorstandsmitglied des als Nordwolle bekannte, in Familienbesitz befindliche Unternehmen Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei in Delmenhorst. Zeitweilig verwaltete er für das Unternehmen C. F. Lahusen Ländereien in Südamerika. 1888 wurde Lahusen Aufsichtsratsvorsitzender der neugegründeten Aktiengesellschaft Jute-Spinnerei und Weberei Bremen.

Lebenslauf

Aus einer verzweigten Bremer Kaufmanns- und Unternehmerfamilie stammend, war Gustav Lahusen Sohn des Gründers der Nordwolle, Christian Lahusen. Seine Mutter Anna entstammte der Familie des Bremer Senators und Bürgermeistes Diederich Meier. 1874 wurde Gustav Lahusen Mitglied des Corps Palatia Bonn, einer farbentragenden Studentenverbindung. Er heiratete am 23.04.1879 in London mit Ida Mathias die Tochter eines anglikanischen Pfarrers.

Werk/Aktivitäten

Lahusen erwarb 1905 Gut Grabau und ließ 1906-1908 ein Herrenhaus errichten, das sogenannte Schloss. Es wird umgeben von einem kleinen Park im englischen Stil. Bereits wenige Jahre nach dem Erwerb Grabaus erweiterte Lahusen das Gut 1909 durch Ankauf großer Teile des benachbarten Gutes Neverstaven auf nunmehr 962 Hektar.

Lahusen machte Grabau zu einem effizienten Mustergut. Der Gutsbetrieb wurde auf Milchviehwirtschaft umgestellt. Lahusens sozialreformerisches Interesse zeigte sich in Einrichtungen der sozialen Wohlfahrtspflege für die Beschäftigten auf dem Gut, denen er unter anderem Wohnhäuser errichten ließ. 1919-1922 war das Gut vorübergehend im Besitz des Reeders Franz Horn, bevor Lahusen es wieder übernahm. 1931 verkaufte er es zusammen mit dem Herrenhaus an den Bad Oldesloer Unternehmer Friedrich Bölck.

Bedeutung

Lahusen modernisierte den agrarwirtschaftlichen Gutsbetrieb. Auf ihn geht auch das heutige Erscheinungsbild des jüngeren Grabauer Herrenhauses mit Park und Kapelle zurück.

Besonderheiten

Nach dem frühen Tod seiner jüngsten Tochter Daisy, die mit ihrem Kind im Wochenbett verstarb, ließ Lahusen 1923/24 im Grabauer Schlosspark eine Kapelle mit Privatfriedhof einrichten.

Das Herrenhaus Grabau mit Park und die Kapelle stehen seit 17.07.1978 unter Denkmalschutz.

Persönlichkeiten

Diederich Meier GND: 115757015
Christian Lahusen GND: 116647612
Franz Horn
Friedrich Bölck GND: 1154584674

Links

Artikel in der Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Lahusen (Zugriff am 15.02.2020)

Familienname

Lahusen

vollständige Vornamen

Johann Heinrich Gustav

Rufname

Gustav

Geburtsdatum

23.11.1854

Geburtsort

Bremen

Sterbedatum

06.04.1939

Sterbeort

Schweiz

Begräbnisort

Gutsfriedhof Grabau

Geschlecht

männlich

Religion

evangelisch

Berufe

Kaufmann, Gutsbesitzer

Ehe-/Lebenspartner

Ida Lahusen, geb. Mathias (1859-1928)

Kinder

Fünf Töchter und drei Söhne

Eltern

Christian Lahusen (1820-1898), Anna Lahusen, geb. Meier (1824–1893)

Literatur

  • Dietmar von Reeken: Lahusen - eine Bremer Unternehmerdynastie 1816 - 1933. Bremen, Ed. Temmen 1996, GVK: 216262739
  • Moßner, Eckhard: Blick in die Vergangenheit Beiträge zur Dorfchronik Grabau. Grabau, Gemeinde Grabau 1994, GVK: 043600816
  • Lafrenz, Deert: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Petersberg, Imhof 2015, GVK: 776670891

Weitere Literatur