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Grinau

Die Grinau ist ein Bach im nördlichen Kreis Stormarn.

Brücke über die Grinau und Grenze zum Kreis Herzogtum Lauenburg, 1969

Lage

Der Wasserlauf der Grinau entspringt südlich von Siebenbäumen (Kreis Herzogtum Lauenburg). Er ist in seinem ersten Abschnitt verrohrt und tritt westlich von Siebenbäumen an die Oberfläche. Die Grinau fließt zunächst nach Norden und bildet nach ca. 600 m die Grenze zum Kreis Stormarn. Der Bach unterquert die Bundesstraße 208 südlich von Wulmenau. Kurz nach der Einmündung der Westerau verlässt er die Kreisgrenze und wendet sich in Grinau nach Nordosten. Innerorts ist er verrohrt und wird nördlich von Grinau wieder zur Kreisgrenze. Der Wasserlauf fließt zunächst nach Nordwesten, südlich von Trenthorst dann nach Nordosten. Ab Moorgarten in Groß Schenkenberg (Kreis Herzogtum Lauenburg) bildet er die Kreisgrenze zwischen Stormarn und der Hansestadt Lübeck. Westlich von Oberbüssau tritt die Grinau in das Stadtgebiet von Lübeck ein. Sie fließt am Ortsteil Niendorf südöstlich vorbei, biegt dann nach Osten ab und mündet in den Elbe-Lübeck-Kanal.

Geschichte

Das Tal der Grinau entstand nach dem Ende der letzten Eiszeit. Quelle und Oberlauf liegen in der Endmoränenlandschaft im nordöstlichen Stormarn, der Unterlauf im ehemaligen Eisstausee des Lübecker Beckens.

Die Grinau mündete bis ins späte 14. Jh. in die Stecknitz. Diese wurde dann zunächst zum Stecknitzkanal und Ende des 19. Jh. zum Elbe-Lübeck-Kanal ausgebaut. Parallel zu dieser letzten Maßnahme fand die Begradigung der Grinau statt.

Flora und Fauna

Der mäandrierende Oberlauf der Grinau wird von Schwarz-Erlen, Eschen und Eichen-Hainbuchen-Wald gesäumt. Südlich von Moorgarten gibt es am Bach und seinen Seitenbächen Quellwald mit Bitterem Schaumkraut. Östlich von Niendorf begleiten artenreiches Grünland und Röhrichte den Wasserlauf.

Ökologische Bedeutung

Die Grinau ist in ihrem Oberlauf ein Vorranggewässer und bildet teilweise eine Hauptverbundachse im Biotopverbundsystem. Sie ist als natürlich im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie eingestuft.

Nutzung

Die Grinau dient als Vorfluter für ihr Einzugsgebiet, für dessen Unterhaltung der Gewässerpflegeverband Grinau zuständig ist.

Besonderheiten

Nördlich angrenzend an die Grinau befindet sich das Experimentelle interdisziplinäre Landschaftslabor am Thünen-Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst (EiLT).

Datierung Schutzstellung

27.10.2004

Begründung Schutzstellung

Die Landschaftsschutzgebiete Grinautal (27.10.2004), Westerautal und umgebende Kulturlandschaft (05.12.2007) sowie Talraum und Umfeld von Grinau und Quadebek (30.06.1994) dienen dem Schutz der Gewässeraue als natürlichem System. Sie sichern die Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts sowie die Regenerationsfähigkeit der Naturgüter. Darüber hinaus schützen sie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes, die Lebensstätten von Tier- und Pflanzengemeinschaften, die natürliche Geomorphologie und die Gewässerstrukturen als natürliches System für die Wasserrückhaltung.

Links

Informationen zum Gewässerpflegeverband Grinau: https://www.gpv-grinau.de/ (Zugriff am 05.11.2025)

Zu den Wasserkörpersteckbriefen zur Grinau: https://umweltanwendungen.schleswig-holstein.de/fachauswertungweb/pages/map (Zugriff am 07.11.2025)

Bundesland

Schleswig-Holstein

Kreis/Kreisfreie Städte

Stormarn, Kreis Herzogtum Lauenburg, Hansestadt Lübeck

Anrainerorte

Siebenbäumen, Grinau, Groß Schenkenberg (Kreis Herzogtum Lauenburg), Westerau mit Ortsteil Trenthorst, Klein Wesenberg (Kreis Stormarn), Hansestadt Lübeck mit den Ortsteilen Niendorf und Oberbüssau

Flusssystem

Trave

Länge

20 km

Quelle

Siebenbäumen

GPS Quelle

53° 44' 59'' N, 10° 30' 33'' O

Mündung

Hansestadt Lübeck Oberbüssau

GPS Mündung

53° 49' 34'' N, 10° 38' 6'' O

Mündungshöhe

5 m über NN

linke Nebenflüsse

Wulmenau, Westerau, Natenbek, Kattbek mit Torfbek, Wachholderbek, Hühnerbek

rechte Nebenflüsse

Rödenbek, Fräuleinbek, Ruschseegraben, Heischgraben, Defurtbek, Quadebek mit Heidebek und Deepenbek

Einzugsgebiet

25 km2