Friedhof Bad Oldesloe

Der evangelisch-lutherische Friedhof Bad Oldesloe wurde am 13. März 1881 eingeweiht. Er löste den heutigen Alten Friedhof ab.

Beschreibung

Der Friedhof Bad Oldesloe weist in seinem zuerst angelegten Teil mit den geschwungenen Wegen den Einfluss des englischen Landschaftsparks auf. Die nach dem Ersten Weltkrieg angelegte Erweiterungsfläche orientiert sich an den an rechtwinkligen Strukturen des sogenannten Reformfriedhofs.

Glockenturm, 1979

Geschichte

Als der von der städtischen Bebauung längst eingeholte heutige Alte Friedhof zu klein geworden war, begann man mit den Planungen zu einer weiter außerhalb der Stadt gelegenen Anlage. Am 24.11.1877 beantragte der Kirchenvorstand bei der Regierung in Schleswig die Anlage eines neues Friedhofs. Dazu wurde ein Areal an der damaligen Hamburger Chaussee gewählt, das rund 1.000 m von der Stadt entfernt lag und dessen Ankauf am 27.09.1878 beschlossen wurde. Die vom Oldesloer Landboten vorab mit dem Hinweis „Einweihung des neuen Kirchhofes“ angekündigte Einweihung fand am 13. März 1881 um 15.00 Uhr unter Pastor Georg Baetz statt. Am 20. März 1881 wurde vom Synodalausschuß der Probstei Segeberg das „Regulativ“ (Satzung) für den neuen Friedhof genehmigt. Mit ihren geschwungenen Wegen und der naturnahen Gestaltung wurde der Friedhof erkennbar als landschaftlicher Parkfriedhof gestaltet.

Die erste Erweiterung erfolgte 1921 unter dem Leitbild des so genannten Reformfriedhofs und wurde rechtwinklig strukturiert. In den 1970er Jahren erfolgte eine nochmalige Erweiterung. Aktuell orientiert sich der Friedhof am Trend zu Naturbestattungen und Gemeinschaftsgräbern: 2017 wurde ein Magnolienfeld für Baumbestattungen angelegt.

Bedeutung

Der Oldesloer Friedhof gehört zu den frühen landschaftlich gestalteten Anlagen in Norddeutschland. Für den landschaftlichen Stil gab es in Norddeutschland seinerzeit bereits Vorbilder, u.a. mit dem Hauptfriedhof Schwerin (eröffnet 1863), dem Südfriedhof Kiel (1867), dem Friedhof Bremen-Riensberg (1875) und dem großen Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg (1877).

Nutzung

Der Friedhof wird von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Bad Oldesloe betreut und weist rund 300 Beisetzungen im Jahr auf. Für die Betreuung sind 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig. Der Friedhof umfasst rund 5.000 Grabstätten und 1.000 Bäume. Im späten Frühjahr sorgt die Rhododendron- und Azaleenblüte für zusätzliche Besucher.

Von der Kirchengemeinde Oldesloe werden auch die Dorffriedhöfe in Tralau und Rethwisch verwaltet.

Erhaltungszustand

Der Friedhof zeigt sich in einem gepflegten Zustand.

Grabmal der Familie Ströh

Besonderheiten

Die Auferstehungskapelle wurde 1978 als Ersatz für die baufällige alte Friedhofskapelle errichtet und bietet bis zu 200 Gästen Platz. Deutlich abgesetzt von der Kapelle steht ein dreigeschossiger Glockenturm aus einer offenen Holzkonstruktion, mit Kupferdach und -spitze.

Das am Haupteingang befindliche Grabmal der Familie Ströh (1924) mit vollplastischen Reliefs stammt von dem Hamburger Bildhauer Arthur Bock.

Auf dem Friedhof liegen unter anderen die Gräber der Malerin Else Wex-Cleemann, des Schauspielers Raimund Harmstorf, des Malers und Grafikers Heino Erik Jaeger und des Malers Carl-Christian Thegen.

Am 16.08.2019 wurde der vom Hamburg-Ohlsdorfer Friedhof versetzte Grabstein des Oldesloer Fabrikanten Friedrich Bölck museal aufgestellt.

Persönlichkeiten

Else Wex-Cleemann (1890-1978), Malerin
Raimund Harmstorf, GND: 139863141
Carl Christian Thegen, GND: 123304563
Heino Erik Jaeger, GND: 118856227
Arthur Bock, Bildhauer
Friedrich Bölck GND: 1154584674

Links

Website der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Oldesloe zum Friedhof Bad Oldesloe: http://friedhof-oldesloe.de/ (Zugriff am 20.11.2018)

Lage

Der Friedhof liegt an der Hamburger Straße im Westen der Stadt und umfasst derzeit 16,7 Hektar. Anschrift des Friedhofs: Hamburger Str. 180, 23843 Bad Oldesloe

14 400
Friedhof Bad Oldesloe directions_car 53.7991530000 10.3528610000

Bundesland

Schleswig-Holstein

Kreis/ Kreisfreie Städte

Stormarn

GPS-Standort

53° 47' 56'' N, 10° 21' 10'' O

Auftraggeber

Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Oldesloe

Planer/Architekt

Unbekannt