Dorf Schönningstedt

Das Dorf Schönningstedt im Süden Stormarns war ehemaliger Klosterbesitz und gehörte fast 300 Jahre zum landesherrlichen Amt Reinbek.

Lage

Schönningstedt lag im südlichen Amt Reinbek und grenzte im Süden am Herrengraben an Reinbek, im Westen an Glinde, im Norden an Stemwarde und den Königlichen Forst Oher Tannen. Im Osten bildete die Bille die Grenze zum Herzogtum Sachsen-Lauenburg.

Ortsgliederung

Das Dorf Schönningstedt bestand außer dem Ortskern mit vier Teichen sowie dem Hof Schönningstedt aus den Ausbauten Baumkaten im Süden und Haidkrug im Norden.

Dienstreglement vom 29.12.1781

Geschichte

Schönningstedt gehörte zum Kirchspiel Kirchsteinbek. Der alte Ortsname „Sconig(e)stede“ bedeutet Wohnstätte des Sconig oder Sconing. 1224 erstmals urkundlich erwähnt, schenkte Adolf IV. von Holstein-Schauenburg das Dorf 1238 dem Kloster Reinbek. Als das Kloster 1529 anlässlich der Säkularisierung an Friedrich I. von Dänemark verkauft wurde, fiel Schönningstedt in der Folge dem neu errichteten landesherrlichen Amt Reinbek zu.

Die Einwohner der Dorfschaft leisteten dem Vorwerk und dem Amtsbetrieb Hand- und Spanndienste. 1781 erfolgte die Verkoppelung der Ländereien. Aus einer verschuldeten Hofstelle war nach 1608 ein zweiter Siedlungskern hervorgegangen, das spätere Kanzleigut Silk.

Mit der Übernahme der Herzogtümer Schleswig und Holstein 1867 durch Preußen kam Schönningstedt als Landgemeinde zum Kirchspielvogteibezirk Reinbek.

Siedlungs- und Bevölkerungsentwicklung

Jahr:Einwohner:
1867378
1855277
1825218
1777180
Jahr:Hofstellen:
1492 6

Wirtschaft

Das Dorf war landwirtschaftlich geprägt. Wegen ausgedehnter Heide- und Buschflächen wurde bis zur Melioration der Gebiete im 19. Jahrhundert vor allem Schafzucht betrieben. Dazu kamen lokales Landhandwerk und Gewerbe sowie ein Wirtshaus. Die im Ort gelegenen Teiche Kattenmoorteich, Kuhlenteich, Reetteich, Salteich dienten auch der Fischzucht.

Infrastruktur

Durch das Dorf führte der Landweg von Reinbek in Richtung zum Adligen Gut Ahrensburg. Im Norden der Dorfländereien lag die alte Fernverbindungsstraße von Hamburg nach Mölln.

Kultur, Bildung und Sport

Seit dem 18. Jahrhundert ist eine Schule nachweisbar.

Persönlichkeiten

Adolf IV. von Holstein-Schauenburg GND: 1033723444
Friedrich I. von Dänemark GND: 119187620

Links

Website zur Ortsgeschichte: www.reinbeker-geschichten.de (Zugriff am 25.04.2019)

14 400
Dorf Schönningstedt location_city 53.5295310000 10.2549430000

Bundesland

Schleswig-Holstein

Kreis / Kreisfreie Städte

Kreis Stormarn

Verwaltungssitz

Reinbek

GPS-Standort

53° 31' 46'' N, 10° 15' 17'' O

Ersterwähnung / Gründung

1224

Auflösungsdatum

1867

Verwaltungsleitung

Amtmann Wilhelm von Levetzau

Kirchspiel Kirchsteinbek: Dörfer

Amt Reinbek (1529-1867): Dörfer

Landgemeinde Schönningstedt: Vorgänger

Literatur

  • Museumsverein Reinbek: 775 Jahre Reinbek : ein langer Weg zur Stadt : Begleitheft zur Ausstellung im Schloss Reinbek - Stormarnzimmer. Reinbek, 2013, GVK: 1010182358
  • 750 Jahre Schönningstedt 1224 - 1974; [Festschrift zur 750-Jahrfeier vom 20. bis 22. September 1974]. Reinbek, 1974, GVK: 042758440

Weitere Literatur