Dorf Croule/Krauel

Croule ist eine hochmittelalterliche Ortswüstung im westlichen Bereich der Stadt Reinfeld.

Lage

Croule lag an der Mühlenau (heute Kalkgraben), dem Abfluss des Herrenteiches in die Trave. Dort zeigt die Reinfelder Vermessungskarte von 1770 unmittelbar südlich der Landstraße (heute Bundesstraße 75) den Krauelteich.

Geschichte

Der 1189 als Flurname (locum qui dicitur Croule) genannte Ort deutet möglicherweise auf holländische Zuwanderer. In der Forschung wird der Name als „Gabel mit hakenförmiger Spitze" zur Benennung eines im Bogen verlaufenden Gewässers gedeutet.

1189 beurkundete Adolf III. von Holstein Croule als Besitz des Zisterzienserklosters Reinfeld. Das Dorf bestand bereits vor der Klostergründung und dürfte dem Kirchspiel Zarpen zugeordnet gewesen sein. 1294 bestätigte der Lübecker Bischof Burkhard von Serkem dem Kloster Reinfeld den Zehnten in Kroule, das damit letztmals als Dorf bezeugt ist. Croule wurde vom Kloster Reinfeld niedergelegt und an seiner Stelle ein Wirtschaftshof errichtet, die Klostergrangie Steinhof. Eine Flurwüstung liegt nicht vor. Der Klostername Reynevelde löste den älteren Namen Croule ab. 1582 wird bei Reinfeld der südlich von Voßfelde gelegene Krowelteich genannt. Um 1594 nutzte ein Benstabener Bauer die Wiese Krouwel ordt. Die Lübecker Detmar-Chronik nennt zu 1301 die bei Kriegshandlungen abgebrochene Crowelsbrughe, eine Schiffbrücke.

Wahrscheinlich stammten die 1320 und 1331 als Lübecker Neubürger genannten Hinricus Crowel oder 1351 Henneke Krowel aus diesem Ort.

Wirtschaft

Nach der Auflösung des Dorfes wurden auf der bisherigen Dorfflur mehrere Teiche aufgestaut, darunter der Krauelteich.

Sehenswürdigkeiten

In Resten blieb der Krauelteich nördlich der Raststätte Reinfeld an der Bundesautobahn 1 erhalten.

Links

Adolf III. von Holstein GND: 143210777
Burkhard von Serkem GND: 118665170

Bundesland

Schleswig-Holstein

Ersterwähnung / Gründung

1189

Auflösungsdatum

1294

Literatur

  • Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins. Neumünster, Wachholtz 2012, GVK: 784523266

Weitere Literatur